„White Coffee“ leiten das abendliche Bühnenprogramm beim Fla-Sommerfest ein. Foto: Ralf Bittner - © www.ralfbittner-photography.de
„White Coffee“ leiten das abendliche Bühnenprogramm beim Fla-Sommerfest ein. Foto: Ralf Bittner | © www.ralfbittner-photography.de

Herford Sommerfest im Fla Fla

Neuer Mietvertrag bietet Perspektive für die Zukunft

Ralf Bittner

Entspannte Stimmung bei veganer Bratwurst vom Grill, Salaten, einer Ausstellung mit Berichten über fünf Jahre Einsatz für den Erhalt des autonomen Jugendzentrums, dazu entspannter Reggae und Jazz vom Duo „White Coffee“ auf der Bühne im Veranstaltungsaal prägten das Sommerfest des Fla Fla unter dem Motto „Das Unkraut blüht“. Nach dem Verkauf des Gebäudes und Verhandlungen mit den neuen Eigentümern hat der Verein für Sozialarbeit einen unbefristeten Mietvertrag abgeschlossen, wenn auch mit einer deutlich höheren Miete als mit dem alten Besitzer. „So lange das Fla Fla und seine Veranstaltungen weiter so gut besucht sind, müsste es uns gelingen, diesen Standort dauerhaft zu erhalten“, sagte Simon Büscher vom Trägerverein. Sicherheit gebe die Unterstützung durch den Förderverein. So bestimmte einmal nicht die Debatte um die akute Gefährdung der Arbeit die Gespräche, sondern es blieb sogar Zeit, sich grundsätzlich über den Sinn von selbstverwalteten Freiräumen Gedanken zu machen. „Zwischen Utopie, Autonomie und Selbstausbeutung – Freiräume und alternative Sozial- und Kulturarbeit“ lautete der Titel des Vortrags mit einem Vertreter des „Netzwerk X für Kunst&Soziales“ aus dem Ruhrgebiet. Wie frei sind „Freiräume“, die entweder von öffentlichen Geldern oder dem Zwang, die Betriebskosten am kapitalistischen Markt zu erwirtschaften, geprägt sind, war eine der Fragen, die sich nicht immer eindeutig beantworten lassen und doch die Strategie bestimmen. Seit der Streichung der städtischen Fördermittel 2012 finanziert sich das Fla selbst. „Das Haus lebt von den Menschen, die sich einbringen“, sagte Büscher. So lange es die gebe, stünden die Chancen gut, dass 2019 der 50. Geburtstag gefeiert werden könne. 1969 hatte es in einer alten, privat angemieteten Werkstatt an der Mittelstraße einen ersten Treffpunkt gegeben, der nur bis 1970 Bestand hatte. Städtische Förderung und einen Verein gab es erst später. Der laue Sommerabend bot Raum für Gespräche im Freien unter anderem über weitere Aktivitäten der Kampagne „Solidarität mit Geflüchteten“, die sich seit der Demonstration im Mai weiter im Fla trifft, während drinnen gegen Mitternacht die Bands von DJs abgelöst wurden, die bis in dem morgen Tanzbares auflegten. Mehr Infos zum Fla Fla und dem Förderverein gibt es im Internet unter www.flafla.de.

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