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Der 3D-Drucker: Das 18 Kilogramm schwere Gerät kann sowohl flexible als auch starre Objekte mit verschiedenen Materialien mit beispielsweise fluoreszierenden Farben drucken. - © Fabian Herbst
Der 3D-Drucker: Das 18 Kilogramm schwere Gerät kann sowohl flexible als auch starre Objekte mit verschiedenen Materialien mit beispielsweise fluoreszierenden Farben drucken. | © Fabian Herbst

Die VHS im Kreis Herford erklärt So funktioniert ein 3D-Drucker

Handyhüllen oder Schrauben selbst herstellen – das ist dank der heutigen Technologie bequem zu Hause möglich. Wie das geht, erklärt Mark Stocksmeyer von der Volkshochschule im Kreis Herford

Fabian Herbst
26.03.2019 | Stand 26.03.2019, 13:03 Uhr

Enger/Spenge. Ein leises Summen ist in der sonst stillen Stadtbibliothek in Spenge zu hören. Das Geräusch kommt von einem kleinen Gerät, das in einer Ecke der Bibliothek aufgebaut ist. Etwas größer als ein Bierkasten ist es. Blaues Licht strahlt aus dem Kasten. Aufkleber warnen vor heißen Bauteilen, Kabel ragen heraus. Das Summen aus dem 18 Kilo schweren Metallklotz wird mal lauter, mal leiser. Mal klingt es nach einem Brummen, ähnlich dem eines Kühlschranks, mal klingt es kratziger wie im Gehäuse eines PC-Rechners. Zick, Zack. Zick, Zack. Ein weißer Würfel fährt in dem Gerät immer wieder von links nach rechts. „Heute möchte ich Ihnen 3D-Drucker erklären", sagt Mark Stocksmeyer. Er ist stellvertretender Geschäftsführer der Volkshochschule (VHS) im Kreis Herford und unter anderem Experte für EDV und IT. Mit einem 3D-Drucker lassen sich Armreife, Schrauben oder auch Einkaufchips drucken Um mit einem 3D-Drucker ein Objekt ausdrucken zu können, bedarf es zunächst eines Programms, um das gewünschte Objekt grafisch zu entwerfen. „Dazu dienen 3D-Design-Softwares", sagt Stocksmeyer.   Handyhüllen, Armreife, Einkaufchips, Schrauben oder Zahnräder lassen sich mit den Programmen erstellen und später problemlos drucken. Ist eine Grafik entworfen, werden im zweiten Schritt Druckeinstellungen wie Höhe, Breite, Länge, Schichtdicke oder Füllvolumen über ein druckereigenes Programm bestimmt. Dann kann der Druck beginnen. Die Drucker funktionieren wie eine Mini-Heißklebepistole Eine grüne Rolle Kunststoff setzt sich in Bewegung. Das Material wird über Schläuche in den Drucker eingeführt. „Hier wird das Material zunächst auf rund 200 Grad Celsius erhitzt", erklärt Stocksmeyer. Der Kunststoff wird flüssig. Wie mit einer Miniatur-Heißklebepistole wird dieser Kunststoff jetzt auf den Druckuntergrund aufgetragen. Zick, Zack. Schnell und ruckartig fährt der weiße Würfel, der Druckkopf, hin und her. Er wird langsamer. Gleitet sanft und geschmeidig nach rechts und links. Dann wird er wieder schneller. Zick, Zack. Der erste Strich. „Das Objekt wird mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Millimetern pro Sekunde gedruckt." Wie lange ein Druck dauert, hänge vom Druckobjekt und -material ab, erklärt Stocksmeyer. Körper mit größerem Füllvolumen bräuchten länger als kleine, hohlere Objekte. Auch die Kosten für einen Drucker seien unterschiedlich. Einfache 3D-Drucker-Bausätze sind für rund 200 Euro erhältlich. Der Preis für fertige, effizientere Drucker um die 1.500 Euro. „In jeder Preisstaffel gibt es unterschiedliche Angebote." Kunststoff-Spulen gibt es ab 20 bis 25 Euro. Lohnt sich ein 3D-Drucker für Zuhause? Stolze Preise für ein Gerät, das durch das Erstellen von Ersatzteilen Kosten reduzieren soll. Lohnt sich das? Dass 3D-Drucker längst nicht mehr nur für Technikfreaks sind, weiß Michael Rostek. „Früher waren sie was für Nerds", sagt er. Mittlerweile sei die Technik sehr einfach und der Drucker eine Bereicherung für den Alltag. „Irgendwann werden die Menschen nichts mehr bestellen, sondern selbst herstellen", sagt Rostek. Der Hobby-Modellbauer hat selbst einen 3D-Drucker. Für ihn habe sich die Investition gelohnt. „Viele Modellteile gibt es gar nicht zu kaufen", erklärt er und stellt Teile daher einfach selbst her. „Ich möchte mir einen 3D-Drucker zulegen", sagt Rosi Hülsmann begeistert. Auch sie als 3D-Drucker-Neuling findet die Technologie beeindruckend. Man müsse sich zwar etwas mit der Bedienung des Gerätes beschäftigen, aber dann werde sie damit schon umgehen können, sagt Hülsmann. Wer sich selbst ein Bild von einem 3D-Drucker machen und mehr Informationen erhalten möchte, kann das Seminar der VHS im Kreis Herford „Faszination 3D-Druck und 3D-Scan" besuchen. Der nächste Kursus findet am Samstag, 11. Mai, ab 10 Uhr in den Räumlichen der VHS am Münsterkirchplatz 1 in Herford statt.

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