Düstere Aussichten: Die Heideschule wird es nicht mehr lange geben. Die Einrichtung hat seit Jahren mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. - © FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER
Düstere Aussichten: Die Heideschule wird es nicht mehr lange geben. Die Einrichtung hat seit Jahren mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. | © FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER

Enger Das Aus für die Heideschule

Förderschulverband Enger-Spenge entscheidet: Einrichtung wird Mitte 2016 geschlossen

Ekkehard Wind

Enger. Die Entscheidung ist gefallen: Die Heideschule in Westerenger wird zum Ende des Schuljahres 2015/16 geschlossen. Diesen Beschluss fasste der Förderschulverband in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Träger der Einrichtung sind die beiden Städte Enger und Spenge. Kontrovers diskutierte das Gremium, wo die Heideschüler künftig unterrichtet werden sollen. "Die Bezirksregierung lässt uns aus der Nummer nicht raus", sagte Engers Bürgermeister Klaus Rieke. Denn die Schülerzahl von derzeit 68 Kindern an der Heideschule entspräche schon seit Längerem nicht mehr der geforderten Mindestanzahl von 144. "An einer Entscheidung kommen wir nun nicht mehr vorbei", bedauerte der Bürgermeister. Und auch Schulleiter Jochen Schuy stellt sich den Realitäten. Es sei ein generelles Problem, dass die Schülerzahlen an Förderschulen sinken würden. Zwei Gründe führt er an: Die Inklusion, das heißt der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf in der Regelschule. Und der demografische Wandel, durch den es generell weniger Schüler gebe. Bezogen auf die Heideschule bedeutet dies: Mitte 2016 hätte diese Einrichtung laut Schuy nicht einmal mehr 40 Schüler. "Ein geordneter, qualifizierter Unterricht ist dann einfach nicht mehr möglich", sagt der Leiter. Denn je kleiner eine Schule werde, umso weniger Fachlehrer gebe es an der Einrichtung. Wenn beispielsweise ein Fachlehrer für Sport oder Arbeitslehre nicht mehr zur Verfügung stehe, müssten diese Fächer zwangsläufig gestrichen werden. Dies könne aber nicht im Sinne der Schüler sein. Zusammen mit der Schulleitung hat die Stadtverwaltung nach Angaben von Bürgermeister Klaus Rieke überlegt, was die beste Lösung für die Heideschüler wäre. Die Mehrheit der Verbandsversammlung schloss sich dem Vorschlag an, den Eltern der betroffenen Heideschüler eine Anmeldung an der Pestalozzischule in Bünde zu empfehlen. "Die Schülerzahl der Förderschule in Bünde nimmt ab", sagt Jochen Schuy. "Unsere Schüler könnten ab Sommer 2016 dort aufgenommen werden." Klaus-Hermann Bunte von den Engeraner Grünen hingegen sprach sich gegen diese Lösung aus. "Unsere Schulen hier in Enger und Spenge müssen sich verstärkt auf den Weg der Inklusion machen", forderte er nachdrücklich. Durch die Lösung mit Bünde schaffe man lediglich "Fahr-Schüler". "Unsere Verantwortung ist es aber, dass die Heideschüler hier vor Ort in den Städten Enger und Spenge beschult werden", sagt Bunte. Elena Richhardt, SPD-Politikerin aus Spenge, dagegen hielt es wie andere Mitglieder des Gremiums für richtig, den Eltern der Heideschüler eine Anmeldung an der Pestalozzi-Schule in Bünde zu empfehlen. "Diese Schüler sind kleine Gruppen gewohnt. Wir sollten sie nicht in große Klassen von 30 Schülern hineinschubsen." Auch Thomas Meyer, SPD-Politiker aus Enger, schloss sich dieser Meinung an. "Denn es fehlt an den Regelschulen noch an personellen und finanziellen Mitteln, die Inklusion gut umzusetzen." "Die Heideschule hat all die Jahre eine gute Arbeit geleistet", betonte Berthold Dessin von der Engeraner FDP. Die Folgen der politischen Landesentscheidungen werde man nicht stoppen können, sagte er in Bezug auf die Inklusion. "Um sie richtig umzusetzen, fehlen aber einfach die finanziellen Mittel", kritisierte der FDP-Politiker.

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