0
Begeisterndes Finale: Am Ende standen etwa 100 Sänger von fünf Chören der Region gemeinsam auf der Bühne. Da hielt es kaum noch jemanden auf seinem Platz. - © Foto: Nicolas Bröggelwirth
Begeisterndes Finale: Am Ende standen etwa 100 Sänger von fünf Chören der Region gemeinsam auf der Bühne. Da hielt es kaum noch jemanden auf seinem Platz. | © Foto: Nicolas Bröggelwirth

Bünde Fünf Chöre singen bei Gospelnight

Vierte Bünder Gospel-Night in der Pauluskirche

Nicolas Bröggelwirth
22.06.2015 | Stand 22.06.2015, 14:34 Uhr |

Bünde. Zu Beginn der Bünder Gospel-Night waren mit fast 200 Gästen wesentlich weniger Zuschauer gekommen als bei der letzten Gospel-Night vor zwei Jahren, doch bald füllte sich die Pauluskirche. Fünf Chöre aus der Region gestalteten eine lange Konzertnacht. Den Anfang machte der Chor "Call him up" aus Herford. Unter der Leitung von Jörg Timmermann nahm der Chor zum ersten Mal an der Veranstaltungsreihe teil. Sanft und zärtlich in der Intonation gingen die fast 30 Sänger mit ihrem Repertoire um, animierten die Besucher gleich zu Beginn schon zum Mitklatschen. Auch Passanten wurden auf dem Parkplatz vor der Kirche von den Klängen angelockt. Mit Bratwurst und Brezeln, Wein und anderen Getränken wurde vor der Kirche für die kulinarische Zufriedenheit der Gäste gesorgt. Schnell und bereits im Laufe der ersten Stunde füllte sich das Konzert, bis um 20 Uhr fast nur noch Stehplätze zu finden waren. Es folgte der "Lighthouse Gospelchor" aus Löhne unter der Leitung von Christoph Spengler. Mit nur elf Sängern war er nicht ganz so stimmgewaltig wie sein Vorgänger, aber nicht minder gefühlvoll und überzeugte vor allem durch eine starke Männerfraktion. Die Technik des Gesanges war bei den einzelnen Interpreten auf einem sehr hohen Niveau und verfehlte nicht zuletzt aus diesem Grund seine emotionale Wirkung beim Publikum nicht. "PrO Voices" aus Preußisch Oldendorf wurden teilweise vom federführenden Organisator der Gospel-Night Hans-Martin Kiefer begleitet. Unter der Leitung von Gudrun Strenger hatten sie aber auch reine a-Cappella-Elemente in ihrem Programm, die besonders auf ein dynamisches Gleichgewicht der etwa 30 Stimmen achtete. Große Begeisterung fand ein Duett mit der Gast-Sängerin Frauke Altvater. "Ein wenig nervös bin ich schon. Die Profis waren ja schon da", sagte ein Mitglied von "Vokal Fatal" vor dem Einmarsch zu ihrem Auftritt in den Altarraum und meinte damit den Chor aus Löhne, der auch nach fast zwei Stunden noch starken Eindruck hinterlassen hatte. Dafür hatte die Gruppe aus Espelkamp unter der Leitung von Tobias Krügel eine eigene kleine Band mitgebracht. Mit Schlagzeug, Bass und Gitarre, Piano und Saxophon sorgten sie mit viel Rhythmus und eingängigen Arrangements für eine Stimmung, die auch die Mitglieder von "Call him up" in den ersten Reihen zum Mitsingen bewegte. Wenn es auch allen anderen Protagonisten des Abends gegenüber ein wenig ungerecht erscheinen mag, so bleibt "In Joy" aus Eilshausen dennoch ein Chor, an dem man sich in der Region Ostwestfalen messen lassen darf. Choreographisch betrachtet kann man über ein bisschen Effekthascherei natürlich nicht hinwegsehen, aber es bleibt eine großartige Darbietung, von der besonders die originellen Arrangements unter der Leitung von Marcus Linnemann Beachtung finden sollten. Dazu zählt das oftmals missbrauchte "Halleluja" von Leonard Cohen, dessen auch weltlicher Charakter durch Verwendung der zweiten Strophe von dem fast 40-köpfigen Chor endlich einmal nicht verschwiegen wird. Zum Finale gegen Mitternacht standen alle Chöre gemeinsam mit etwa 100 Sängern auf der Bühne und verabschiedeten die Zuschauer nach mehr als fünf Stunden voller Musik. In diesem Moment hielt es kaum noch jemanden auf seinem Platz. Die Gospel-Night lebte wie immer von ihrer ausgelassenen Stimmung in ungezwungener Geselligkeit.

realisiert durch evolver group