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Laufarbeit: Guido Schäfer, Mitarbeiter der Firma Heiler, fährt mit einer Walze über die Kanten des verlegten Kunstrasens. Auf diese Weise bleibt der Rasen noch besser auf der sich darunter befindenden elastischen Tragschicht haften. - © Christian Geisler
Laufarbeit: Guido Schäfer, Mitarbeiter der Firma Heiler, fährt mit einer Walze über die Kanten des verlegten Kunstrasens. Auf diese Weise bleibt der Rasen noch besser auf der sich darunter befindenden elastischen Tragschicht haften. | © Christian Geisler

Verl Sürenheider Sportplätze bekommen Kunstrasen

Das Unternehmen Heiler verlegt aktuell auf zwei Sportplätzen an der Trakehner Straße Kunstrasenflächen. Die Grundlage bildet eine 30 Zentimeter dicke Schottertragschicht

Christian Geisler
05.11.2018 | Stand 05.11.2018, 17:36 Uhr

Verl-Sürenheide. Die beiden neuen Rasenplätze an der Trakehner Straße nehmen Gestalt an. Aktuell verlegt das Bielefelder Unternehmen Heiler den Kunstrasen auf der insgesamt 11.800 Quadratmeter großen Fläche. Während der Rasen auf dem kleineren der beiden Plätze (4.000 Quadratmeter) bereits liegt, wird es noch etwa eine Woche dauern, ehe die zwölf Mitarbeiter auch den großen Platz (7.800 Quadratmeter) final in Angriff nehmen. „Wir sind deutschlandweit unterwegs und müssen zwischendurch noch einmal nach Hamburg fahren, um dort für den HSV einen Platz zu verlegen", sagt Hans-Willi Maasjost, Betriebsleiter, Bauleiter und Prokurist von Heiler.

Schottertragschicht bildet die Grundlage

Die Grundlage der neuen Rasenplätze, die vom FC Sürenheide genutzt werden, bildet eine 30 Zentimeter dicke Schottertragschicht. Diese wird mit Hilfe eines Straßenfertigers verlegt. „Normalerweise nutzt man den für Asphaltarbeiten. Wir nutzen ihn, damit der Boden zu 100 Prozent gerade wird", erklärt Maasjost. Schließlich habe der größere Platz ein Gefälle von 0,8 Prozent – durch den Einsatz einer speziellen Lasertechnik erkennt der am Straßenfertiger angebrachte Sensor die Neigung des Untergrunds und gleicht diese automatisch aus. „Der Sensor steuert im Sekundentakt nach", so der Betriebsleiter.

Arbeitsschritt: Lukas Kopczynski (l.) und Dennis Zurmühlen verkleben den verlegten Kunstrasen mit Klebemasse. - © Christian Geisler
Arbeitsschritt: Lukas Kopczynski (l.) und Dennis Zurmühlen verkleben den verlegten Kunstrasen mit Klebemasse. | © Christian Geisler

Ist die Schottertragschicht verlegt, wird darauf eine 35 Millimeter dicke elastische Tragschicht aufgebracht. „Auf dieser können die Sportler weich laufen. Sie federt ihre Bewegungen ab", sagt Maasjost. Auf der elastischen Tragschicht wird schließlich der Kunstrasen ausgerollt – während die Fasern des Rasens auf dem kleinen Platz eine Länge von 25 Millimetern aufweisen, sind die Fasern des großen Platzes 40 Millimeter lang. Eine Bahn des Kunstrasens ist wiederum 60 Meter lang und vier Meter breit.

Quarzsand soll das Geläuf stabilisieren

Lasertechnik: Mit Hilfe des roten Sensors (Mitte) kann der Straßenfertiger eine exakt ebene Schotterfläche schaffen. - © Christian Geisler
Lasertechnik: Mit Hilfe des roten Sensors (Mitte) kann der Straßenfertiger eine exakt ebene Schotterfläche schaffen. | © Christian Geisler

Die Mitarbeiter der Firma Heiler rollen jede Bahn mit einem Traktor aus und verkleben sie anschließend. „Die Kunstrasenbahnen werden so verlegt, dass sie Stoß an Stoß liegen. Dann werden die Kanten hochgeklappt und die Klebemasse aufgebracht. Anschließend werden die Kanten wieder zurückgeklappt und ausgewalzt", erklärt Maasjost. Der verlegte Kunstrasen erhält anschließend noch eine Linienführung, danach werden auf den Plätzen noch Quarzsand zur Stabilisierung und EPDM-Granulat ausgesät.

Nach Angaben von Hans-Willi Maasjost haben die neuen Kunstrasenplätze eine Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahren. Erst dann müsste er bei Bedarf erneuert werden. „Wenn man die Vereine hier in Verl mit denen aus dem Ruhrgebiet vergleicht, sind diese sehr gut aufgestellt. Im Ruhrgebiet streiten sich teilweise drei Klubs um zwei Plätze, hier hat jeder einzelne drei Plätze zur Verfügung", erzählt der Prokurist von Heiler.

Lärmschutzwall hat eine Stärke von 14 Metern

Westlich der Sportanlagen soll zum Schutz der Anlieger der Tannenbergstraße ein fünf Meter hoher Lärmschutzwall in Verlängerung des vorhandenen Walls errichtet werden. Dieser hat eine Stärke von 14 Metern. Laut schalltechnischer Untersuchung kann der Wall gewährleisten, dass während der mittäglichen Ruhezeit an Sonn- und Feiertagen der vorhandene Kunstrasenplatz genutzt werden kann. Außerdem werden noch Pflasterarbeiten durchgeführt. Das gesamte Projekt kostet die Stadt bis zu 2,3 Millionen Euro.

Nach eigenen Angaben verlegt die Firma Heiler wöchentlich einen Kunstrasenplatz – etwa 52 seien es im Jahr. Das Bielefelder Unternehmen sei auch für zahlreiche Bundesligisten im Einsatz.