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Feurig: Am Sammelpunkt eingangs des Campingplatzes „Am Furlbach“ werden für all jene, die keine Laterne mitgebracht haben, Fackeln verteilt. Diese beiden Jungen halten sie gegeneinander und zeichnen so eine noch höhere Flamme in den Abendhimmel. - © Karin Prignitz
Feurig: Am Sammelpunkt eingangs des Campingplatzes „Am Furlbach“ werden für all jene, die keine Laterne mitgebracht haben, Fackeln verteilt. Diese beiden Jungen halten sie gegeneinander und zeichnen so eine noch höhere Flamme in den Abendhimmel. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Martinsmarkt auf dem Campingplatz am Furlbach

Mehrere Hundert Kinder und Erwachsene nehmen am Martinsumzug teil. 35 Stände bieten kreative und köstliche Vielfalt

Karin Prignitz
03.11.2019 | Stand 03.11.2019, 14:13 Uhr |

Schloß Holte-Stukenbrock. Jahrzehntelang haben sie weitestgehend unbeachtet hinter schützenden Hüllen geschlummert. Karina Brüggemeier hat einen Teil der alten Schallplatten ihres Vaters kurzerhand in den Backofen befördert und sie anschließend in Form gebracht. Auf dem mit vielen Buden und bunten Lichtern geschmückten Campingplatz am Furlbach gehören die dekorativen und zugleich praktischen Vinylnschalen zu den Besonderheiten unter den vielen handwerklichen Unikaten, die dort angeboten werden. Zum zweiten Mal richteten Platzchefin Annette Auster-Müller, ihre Familie und das große Helferteam den Senner Martinsmarkt aus. Schon bei der Premiere im vergangenen Jahr war die Resonanz bestens gewesen, diesmal tummelten sich noch viel mehr Besucher auf dem weitläufigen Gelände unter den Eichen. 35 Aussteller und damit acht mehr als 2018 präsentierten Gestricktes, Genähtes, Gekochtes, Schmuck, Holz- und Betondekorationen, Lampen aus Kaffeekannen und vieles mehr unter Zeltdächern auf dem Außengelände oder an Ständen in der Scheune. "Alle wollen wiederkommen" „Und alle wollen wiederkommen“, sagt Annette Auster-Müller. Oft an diesem Abend wird ihr bestätigt, wie wunderbar die Atmosphäre auf dem Platz ist. Dort riecht es bereits am Nachmittag verlockend nach Reibekuchen, Waffeln und dem überm Feuer gebackenen Stockbrot. Um all das verwirklichen zu können, hatte es wiederum einiges an Einsatz im Vorfeld bedurft. „Mein Mann hat unter anderem eine Woche lang Strom verlegt“, erzählt die Campingplatzbetreiberin. Nur so konnten die vielen Lichterketten leuchten und die Leckereien in den Pfannen brutzeln. „Dieser Markt hat Potenzial zum Evergreen“, glaubt Andreas Schubert. Seine Frau Katharina ist Vorsitzende des noch jungen Fördervereins der Kita St. Achatius. Der war bereits im vergangenen Jahr und auch diesmal wieder dabei, um das von den Kindern selbst hergestellte Vogelfutter zu veräußern. „Alle 150 sind weg“, bestätigte Andreas Schubert am frühen Abend. Auch das Laternenbasteln mit den Erzieherinnen kam gut an. Mehrere Hundert Kinder und auch Erwachsene nahmen am Martinszug teil, der von St. Martin (Logopädin Julia Schubert aus Augustdorf) mit Pferd angeführt wurde. Eine Abordnung des St. Johannes Blasorchesters Stukenbrock stimmte bekannte Laternenlieder an, als sich der lange Zug in Bewegung setzte. Für die Erwachsenen gab es Fackeln, für alle Kinder am Ende einen Stutenkerl. Barbara Jürgens, von deren selbst gemachten Marmeladen, Currywürsten im Glas, Pestosorten und anderen Köstlichkeiten stets Suchtgefahr ausgeht, hatte diesmal ein Vitamin-C-Wunder dabei, um Erkältungen gar nicht erst aufkommen zu lassen – einen feurigen Mix aus Ingwer, Zitrone und Honig. Dritter Martinsmarkt schon im Oktober Nicole Draak und ihr Mann versorgten die Besucher mit Massagepralinen. Keineswegs ein Gaumengenuss verbirgt sich dahinter, sondern Angenehmes für die Hände. Einen Fleischwolf, altes Geschirr oder ein historisches Sparkassentelefon als Lampe, auch das sorgte für Aufsehen. Ebenso wie die Wichtel am Stil von Sandra Imkampe und Andreas Berg oder der Papierschmuck von Birgit Henning. Hörbare Attraktion am Nachmittag war die Holzkunstvorführung von Bekim Spahiu mit einer Motorsäge. Annette Auster-Müller kann schon jetzt den Termin für den dritten Senner Martinsmarkt am Furlbach bekanntgeben. Der soll im kommenden Jahr, wegen des Schaltjahres, am Samstag, 31. Oktober, stattfinden.

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