Einzelschicksale: Über den Gedenksteinen finden sich Schilderungen von Besuchen Angehöriger sowjetischer Kriegsgefangener in Stukenbrock-Senne. Foto: Mike-Dennis Müller - © 2019 Mike-Dennis Mueller
Einzelschicksale: Über den Gedenksteinen finden sich Schilderungen von Besuchen Angehöriger sowjetischer Kriegsgefangener in Stukenbrock-Senne. Foto: Mike-Dennis Müller | © 2019 Mike-Dennis Mueller

Schloß Holte-Stukenbrock Der Fahrplan für die Stalag-Gedenkstätte steht

Gedenkstätte: Studenten sollen verstärkt eingebunden werden

Schloß Holte-Stukenbrock. Woher kommt der Förderverein der Gedenkstätte Stalag 326, wohin will er? Der Fahrplan hing beim jüngsten Treffen von sieben Wissenschaftlern, die die Gedenkstättenarbeit gemeinsam voranbringen wollen (die NW berichtete) an der Wand des Ausstellungsgebäudes: ´ Gründung des Fördervereins vor 25 Jahren,´ 2015 Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck,´ 2016 Beschluss des Landtages, die Gedenkstätte mehr zu fördern, ´ 2017 Gründung einer Lenkungsgruppe,´ 2018 Erstellung des Raumkonzeptes,´ 2019 Erstellung der Machbarkeitsstudie.´ 2020 Aufnahme in die Bundesförderung. Einer der sieben Wissenschaftler, die sich künftig verstärkt mit der Aufarbeitung der Geschehnisse in dem Lager für überwiegend sowjetische Kriegsgefangene (1941-45) beschäftigen werden, ist Peter Fäßler. Er ist Professor am Historischen Institut der Universität Paderborn. Er will verstärkt seine Studenten in die Gedenkstättenarbeit einbinden. Er plant Workshops, Lehrveranstaltungen und praktische Arbeit in der Gedenkstätte auf dem Gelände der Polizeischule am Lipp-städter Weg. „Es ist spannend für Studenten", sagte Fäßler, „mit Originalmaterialien umzugehen." Das konnte Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte, nur bestätigen. Das sei immer sehr intensiv, „da sind bei manchem Tränen geflossen". Und sein Mitarbeiter Jens Hecker ergänzte: „Hier werden menschliche Schicksale deutlich." Zwischen 15.000 und 65.000 sowjetische Soldaten sind auf dem Ehrenfriedhof unweit des ehemaligen Lagergeländes in Massengräbern verscharrt worden. Insgesamt durchliefen bis Kriegsende etwa 300.000 Soldaten das Lager. In der wissenschaftlichen Aufarbeitung soll es auch darum gehen, wie die Bevölkerung die Geschehnisse in dem Lager wahrgenommen hat und wie die Gefangenen diese Menschen gesehen hat. Zu beidem gibt es inzwischen diverse Überlieferungen.

realisiert durch evolver group