Einweihung der Gedenktafel für Werner Busch: Manfred Büngener, Vorsitzender des Fördervereins, Erika Busch, Jürgen Spieß, Schriftführer, Jürgen Trapp von der Verwaltungsleitung der Polizeischule und Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte. - © Gunter Held
Einweihung der Gedenktafel für Werner Busch: Manfred Büngener, Vorsitzender des Fördervereins, Erika Busch, Jürgen Spieß, Schriftführer, Jürgen Trapp von der Verwaltungsleitung der Polizeischule und Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Gedenktafel für Werner Busch

Gedenkstätte Stalag 326: Besondere Ehrung für den Gründer. Fördervereinsvorsitzender Manfred Büngener sieht die Zukunft der Gedenkstätte optimistisch

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Dokumentationsstätte Stalag 326 heißt seit einiger Zeit Gedenkstätte. Das hätte Werner Busch gefallen. Der Begründer und langjährige Leiter dieser Einrichtung ist vor einem Jahr gestorben. Gestern wurde zu seinem Gedenken eine Bronzetafel vorgestellt, die neben dem Eingang zur Ausstellung im ehemaligen Arrestgebäude platziert werden soll. Mit seiner Arbeit für die Dokumentationsstätte, die im Jahr 1993 mit der Gründung des Fördervereins begann, legte er den Grundstein für eine Gedenkstätte, die mittlerweile nationale Bedeutung hat. Dort wird die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 aufgearbeitet. Der Weg dorthin war schwierig. Sich als Sozialdemokrat Gehör zu verschaffen, bedeutete, beharrlich zu bleiben, Rückschläge hinzunehmen und sich davon nicht entmutigen zu lassen. „In seiner bescheidenen, stets an der Sache orientierten, aber nie locker lassenden Art hat Werner Busch sein Ziel kontinuierlich verfolgt“, sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins im Juni. »Wir sind Werner Busch unermesslich dankbar« Das erste große Ziel Werner Buschs war am 22. Juni 1997 erreicht. An diesem Tag wurde die Dokumentationsstätte auf dem Gelände der Polizeischule in Stukenbrock-Senne eröffnet. Doch das Erinnern an die Gräuel der Nazis war nicht das alleinige Ziel der Dokumentationsstätte und seines Leiters. Er kümmerte sich auch um den Ehrenfriedhof russischer Soldaten in unmittelbarer Nähe. Durch die Arbeit von Werner Busch war es russischen Familien möglich, über den Verbleib von Vätern und Brüdern Gewissheit zu erlangen. So auch Alexander Basanow, der nach langjährigen Recherchen im Jahre 2006 zusammen mit seiner Frau Valentina den Ehrenfriedhof besuchte und am Grab seines Vaters endlich Abschied nehmen konnte. Angereist war er mit dem Zug aus Kalmykien am Kaspischen Meer, mehr als 3.000 Kilometer entfernt. Über seine erste Begegnung mit Werner Busch schreibt er dessen Witwe Erika anlässlich des ersten Todestages: „Schon nach den ersten Minuten unserer Bekanntschaft haben wir das tiefe gegenseitige Verständnis empfunden. An allen Tagen unseres Aufenthaltes in Stukenbrock hat er uns größte Aufmerksamkeit gewidmet. . . . Unsere Freundschaft mit Werner und Erika Busch schätzen wir sehr. Unsere Treffen waren mit Gesprächen über unsere Heimatländer, über die Sorgen und Schicksale der Menschen gefüllt. Er war ein guter Erzähler und hörte mit Interesse anderen zu. Seine Informiertheit, die vielen Interessen, sein Verantwortungsbewusstsein und seine Uneigennützigkeit riefen immer unsere große Achtung herbei. Wir sind ihm für seine Arbeit unermesslich dankbar.“ Zusammen mit dem Brief spendeten Alexander und Valentina Basanov 100 Euro für die Arbeit des Fördervereins. Manfred Büngener, Vorsitzender des Fördervereins, sprach bei der Präsentation der Gedenktafel, die von Horst-Jürgen Hobruck aus Verl angefertigt worden war, über Werner Busch von einem „geschätzten Menschen, der sich sehr verdient gemacht hat“. „Wir vom Förderverein versuchen, die Arbeit hier in seinem Sinne fortzusetzen.“ Das hätte Werner Busch auch gefallen Die Gedenktafel war dank der Beteiligung der Volksbank Rietberg und der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock möglich geworden. Sie beteiligten sich jeweils zur Hälfte an den Kosten in Höhe von 4.000 Euro. Büngener betonte, dass sich die Gedenkstätte vor einem großen Umbruch befände. „Die Politik hat die Wichtigkeit und Einmaligkeit erkannt. Die Gedenkstätte soll ausgebaut werden“ – Und wenn es nach dem Förderverein geht, soll ein Bildungszentrum entstehen. Das hätte Werner Busch auch gefallen.

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