Symbolischer Akt: Bei der Grundsteinlegung am Habichtweg legen Christel Friedrichs und Architekt Stefan Brand eine Kupferkapsel mit guten Wünschen und Erinnerungsstücken ins Mauerwerk. Hinten ihnen wird schon am Gebäudeteil gebaut, in dem zwei Gruppen mit je acht Bewohnern ein neues Zuhause finden sollen. - © Birgit Guhlke
Symbolischer Akt: Bei der Grundsteinlegung am Habichtweg legen Christel Friedrichs und Architekt Stefan Brand eine Kupferkapsel mit guten Wünschen und Erinnerungsstücken ins Mauerwerk. Hinten ihnen wird schon am Gebäudeteil gebaut, in dem zwei Gruppen mit je acht Bewohnern ein neues Zuhause finden sollen. | © Birgit Guhlke

Schloß Holte-Stukenbrock Erstes Wohnprojekt für junge Behinderte in SHS

Die Diakonische Stiftung Ummeln baut am Habichtweg eine Einrichtung für junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen. Es geht um selbstständiges Wohnen.

Birgit Guhlke

Schloß Holte-Stukenbrock. Gemessen an den guten Wünschen, die nun in einer Kapsel im Gemäuer für das neue Wohnprojekt am Habichtweg aufbewahrt sind, muss dieses Bauprojekt unter einem guten Stern stehen. Am Freitag feierten Bauherren, Betreiber, Architekten, Unterstützer, Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie künftige Bewohner die symbolische Grundsteinlegung. Stefanie Reker wird, wenn alles gut geht, im Frühjahr kommenden Jahres hier einziehen. Am Freitag packt sie mit an und schippt eine Kelle Speis auf die Öffnung im Mauerwerk, in dem die Kupferkapsel mit den guten Wünschen, einer NW und weiteren Dingen versenkt worden ist. Christel Friedrichs ist Leiterin des Geschäftsbereichs Stationäre Behindertenhilfe und erinnert daran, dass es vielen zu verdanken sei, „dass wir hier heute stehen". Ursula Pankoke zum Beispiel, die beharrlich an dem Vorhaben festgehalten hat, so eine Einrichtung nach SHS zu holen. Damit, wie es Bürgermeister Hubert Erichlandwehr später sagt, betroffene Jugendliche wegen solch einem Angebot „nicht mehr unsere Stadt verlassen müssen". Sechser im Lotto Für Ursula Pankoke, die städtische Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigungen, ist der Freitag „ein ganz besonderer Tag". Sie skizzierte noch einmal den Weg von der ersten Idee im Jahr 2010 bis zur Grundsteinlegung. Dass die Stiftung Bauherrin und zugleich Trägerin der Einrichtung werde, sei für sie „wie ein Sechser im Lotto". Am Habichtweg entstehen acht Appartements für ambulant betreutes Wohnen und 16 Plätze für Bewohner mit stationärem Betreuungsbedarf. Diese sind komplett belegt, erklärt der künftige Leiter der Einrichtung, Johann Hans. Bei den ambulanten Plätzen sei noch einer frei. Bild mit guten Wünschen Die Bewohner haben sich bereits bei verschiedenen Treffen kennengelernt, bei einem dieser Treffen seien auch die guten Wünsche für das Haus auf einem Bild gesammelt worden. Das wird einen Platz in der Einrichtung finden, eine kleinere Kopie steckt in der Kupferkapsel. Das Gelände ist etwa 2.900 Quadratmeter groß, das Gebäude wird im rückwärtigen Teil zweigeschossig, im vorderen dreigeschossig gebaut, wie der Lemgoer Architekt Stefan Brand erklärt. Im hinteren Teil sollen zwei Gruppen à acht Bewohner einziehen, geplant sind zwei WG-ähnliche Gemeinschaften. Im vom Habichtweg aus gesehen vorderen Gebäudeteil sollen acht Appartements eingerichtet werden. Hier ist ein gemeinschaftlicher Wohn-Essbereich geplant, im Erdgeschoss zudem ein Krisenplatz. Bei den guten Wünschen geht es im übrigen um „viel Glück", „Freude", „Spaß" und „selber die Welt entdecken". Ein Wunsch ist nicht lesbar, aber in vielen Farben gekritzelt. Das klingt nach bunter Zukunft.

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