Der Hauptkassierer der Sparkasse Rietberg soll immer wieder Bargeld für sich abgezweigt haben. - © Wolfgang Rudolf
Der Hauptkassierer der Sparkasse Rietberg soll immer wieder Bargeld für sich abgezweigt haben. | © Wolfgang Rudolf

Rietberg/Bielefeld Sparkassen-Kassierer will Geld nicht für sich veruntreut haben

Justiz: Der ehemalige Sparkassen-Kassierer sagt beim Prozess am Bielefelder Landgericht aus, dass er von einem Kosovo-Albaner erpresst worden sei. Das Falschgeld-Verfahren gegen den 46-Jährigen wurde eingestellt

Bielefeld. "Ich habe bis zuletzt gehofft, dass ich das Geld von Muamed wiederbekomme", sagte Julian F. (Namen aller Betroffenen geändert) in der Verhandlung. Vor dem Bielefelder Landgericht ist am Freitag, 31. März, der Prozess gegen den 46-jährigen ehemaligen Kassierer der Sparkasse Rietberg fortgesetzt worden, der seinen Arbeitgeber um mehr als eine Million Euro geprellt hat. Bereits am ersten Verhandlungstag hatte F. eingeräumt, in der Zeit von 2012 bis 2015 rund 1,7 Millionen Euro veruntreut zu haben. 265.000 Euro zahlte er zurück, es blieb ein tatsächlicher Schaden von 1.439.720 Euro. Das veruntreute Geld will er jedoch nicht etwa für eigene Zwecke verwendet haben. Vielmehr sei er von einem Kosovo-Albaner namens Muamed unter Druck gesetzt und schließlich erpresst worden. Um Muamed das von diesem geforderte Geld zu leihen, verschuldete sich F. nach eigenen Angaben bei Freunden und Verwandten und griff schließlich mehrfach in den Tresor der Sparkasse. Damit die in den Tresoren befindlichen Geldbündel danach nicht auffällig dünn erschienen, füllte F. diese mit gefälschten 500-Euro-Scheinen auf. Das Gericht stellte das Verfahren hinsichtlich des Vorwurfs der Geldfälschung jetzt im Hinblick auf die wegen des Untreuevorwurfs zu erwartende Strafe ein, da das Falschgeld nicht in Umlauf gekommen und auch nicht dafür vorgesehen war. Der Prozess wird am Montag, 24. April, mit den Plädoyers von der Staatsanwaltschaft und von den Verteidigern des Angeklagten fortgesetzt.

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