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Zu Gast: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (Mitte), hier flankiert von Bürgermeister Theo Mettenborg (l.) und Unternehmenschef Clemens Tönnies, war von dem Ortstermin ausgesprochen beeindruckt. - © Meinolf Praest
Zu Gast: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (Mitte), hier flankiert von Bürgermeister Theo Mettenborg (l.) und Unternehmenschef Clemens Tönnies, war von dem Ortstermin ausgesprochen beeindruckt. | © Meinolf Praest

Rheda-Wiedenbrück Landwirtschaftsminister Christian Schmidt besichtigt den Schlacht- und Zerlegebetrieb Tönnies

Bei Tönnies spielt die Musik

Meinolf Praest
22.07.2016 , 09:26 Uhr

Rheda-Wiedenbrück. "Wie ruhig es hier im Betrieb zugeht" - das hat Christian Schmidt (58), den Bundeslandwirtschaftsminister, gestern bei seinem Rundgang durch die Produktion des Schlacht- und Zerlegebetriebs Tönnies mit am meisten beeindruckt. Der CSU-Politiker, seit Februar 2014 im Amt, nutzte die parlamentarische Sommerpause, um einen mit Konzernchef Clemens Tönnies (60) an sich schon lange vereinbarten Besuch in die Tat umzusetzen. Und nicht nur die Ruhe hinterließ bei Schmidt eine bleibende Erinnerung - auch "die Geschwindigkeit des Inhabers" beeindruckte den Gast: "Wir haben uns wohl in Rekordzeit alle wichtigen Unternehmensbereiche anschauen können."

Schmidt lobte insbesondere auch die "Arbeitsphilosophie" bei Tönnies. "Schlachter sind ja an sich zupackende Menschen, die durchaus ihr Wort zu machen verstehen", so Schmidt. Angesichts der Ruhe im Betrieb - "Kühlgeräte und Gabelstapler sind hier die lautesten Geräuschquellen" - sprach der Minister von einem "Schlachten der leisen Töne".

Voll des Lobes äußerte sich der Politiker über das Unternehmen. "In Rheda-Wiedenbrück sind wir an einem Ort, wo die ökonomische Musik spielt", würdigte Schmidt den Tönnies-Konzern als "einen der größten und modernsten Schlachtbetriebe überhaupt". Gerade auch, was den Export der Produkte angehe, sei "Tönnies ein Trendsetter", was die Qualität der Produkte, die Lebensmittelsicherheit, den Verbraucherschutz und auch den Tierschutz angehe. Schmidt: "Der Ruf und der Name, den das Unternehmen Tönnies sich international erarbeitet hat, tragen entscheidend zum Exporterfolg bei. Das ist hier ein unternehmerischer Ansatz, der voll und ganz in unser Konzept passt."

Was die Ausfuhren nach Russland angehe, bezeichnete Schmidt seinen Gastgeber als "erfahrenen Kenner". Sein Ministerium werde schon in nächster Zeit "den Blick darauf lenken, zu einer gewissen Form des Austausches zurückzukehren". Gleiches gelte für die Märkte in Mexiko und vor allem auch China. "Wer in China deutsches Schweinefleisch kaufen will, der hat auch einen Audi vor seiner Tür stehen", spielte Schmidt auf die Kaufkraft insbesondere des chinesischen Mittelstandes an. Schmidt: "Wir wollen und werden die deutschen Exporte nach wie vor unterstützen, aber unsere Ausfuhren leben in erster Linie von der Qualität der Produkte." Exportsubventionen erteilte der Minister eine Absage.

Neben der Unternehmensvorstellung ging es in den Gesprächen auch um die Zusammenarbeit zwischen dem Lebensmittelproduzenten und der Bauernschaft. Clemens Tönnies betonte dabei die Kooperation seines Unternehmens mit den Landwirten. "Wir arbeiten mit rund 20.000 bäuerlichen Familienbetrieben zusammen", sagte er. "Es ist wichtig, dass wir die vielen familiären Betriebe gerade bei Themen wie Tierwohl und Tiergesundheit in ihrer Zukunftsausrichtung unterstützen und sie bei anstehenden Änderungen begleiten."

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Tönnies: „Gemeinsame Leistung zum Wohle der Stadt"

Am Rande des Ministerbesuchs äußerte sich Clemens Tönnies gegenüber der NW zur geplanten neuen Bürgerhalle. „Ich kann mit dem Namen zwar wenig anfangen und hätte auch die Nutzung des A 2-Forums favorisiert – aber wir werden das Projekt jetzt auch aus Verantwortung für unsere Stadt und ihre Bürger unterstützen", so Tönnies. Es sei aber wichtig, dass auch die finanzielle Unterstützung auf eine möglichst breite Basis gestellt werde. Tönnies: „Es geht hier nicht um einzelne, sondern um eine gemeinsame Leistung zum Wohle Rheda-Wiedenbrücks." Wie und in welcher Höhe er sein Unternehmen in einen Förderverein, dessen Gründung derzeit vorbereitet wird, einbringen werde, stehe noch nicht fest.

Bürgermeister Theo Mettenborg sprach von einer „Vorbildfunktion" Tönnies’ und würdigte erneut sein Engagement. „Ich bin dankbar für das große Engagement, das Herr Tönnies für das Projekt aufbringt, und hoffe, dass es sich auf unsere Bürger überträgt."