Fetzig: Die vier Musiker von "Caught Indie Act" sind Könner ihres Fachs und heizten den allerdings relativ wenigen Besuchern auf dem Alter Markt mit ihren eigenwilligen Coverversionen mächtig ein. - © Joe Cubick
Fetzig: Die vier Musiker von "Caught Indie Act" sind Könner ihres Fachs und heizten den allerdings relativ wenigen Besuchern auf dem Alter Markt mit ihren eigenwilligen Coverversionen mächtig ein. | © Joe Cubick

Harsewinkel Zur sechsten Auflage der Harsewinkeler Popnacht kamen weniger Besucher

Dennoch war die Stimmung auf und vor der Bühne gut und die Bands und Künstler überzeugten mit Vielfalt

Joe Cubick
18.06.2018 | Stand 17.06.2018, 20:55 Uhr

Harsewinkel. Die vier dynamischen, sportlichen Jungs von "Caught Indie Act" verstehen ihr Handwerk. Die Osnabrücker sind Handwerker im besten Sinne, gute Musiker eben. Mit drei akustischen Gitarren und einem kleinen Schlagzeug spielten sie am Samstagabend bei der 6. Popnacht "unplugged" Coverversionen aus drei Jahrzehnten der Popmusikgeschichte auf eine ganz besondere Art. Praktisch mit dem ersten Ton wurde es fetzig. Allerdings setzte mit dem ersten Akkord auch der Regen ein, was sich nicht unbedingt nur positiv auf die Open-Air-Veranstaltung auf dem Alter Markt auswirkte. Aber den meisten der nur rund 250 Besucher machten auch leicht nasse T-Shirts kaum etwas aus. Dafür kam die Musik einfach zu gut rüber. Schon beim Erklingen der ersten Akkorde stand den vier Indierockern eine gehörige Portion Spielfreude förmlich ins Gesicht geschrieben. Abgerundet mit einer mitreißenden Bühnenshow, gepaart mit spontaner Animation - "und schnipp" und alle vor der Bühne schnippten mit - kamen auch Authentizität und Professionalität nicht zu kurz. Wenn Andreas Bach (Gitarre, Melodica, Backings), Jonathan Fehst (Kofferschlagzeug, Percussion), Christian Plinke (Bass, Trompete, Backings) und Fabian Wege (Gitarre, Gesang) bekannte Indiehits von Bands wie Mando Diao, Kings of Leon, The Strokes, The Killers, Franz Ferdinand, The Hives, MGMT, Johnossi, Arctic Monkeys und vielen anderen spielten, ging es vor und auf der Bühne richtig ab. Die Musik lud zum Abtanzen ein, was dann auch viele taten. "Die Stimmung war sehr gut", beschrieb Andreas Hanhart das Geschehen. Allerdings war der Veranstalter auch wegen des allenfalls mäßigen Besuchs verständlicherweise etwas enttäuscht. Bei den Vorgängerpopnächten kamen immer zwischen 600 und 1.000 Besucher in die Innenstadt. Immerhin hätten die Gäste nach dem Regen auch wieder getanzt. Musikalisch eröffnet wurde der Abend durch den Singer- Songwriter Marcel Kriwitzky. Der gebürtige Hamelner hat sich den Künstlernamen "Behind My Eyes" gegeben. Seine Texte seien sehr persönlich und ließen gewissermaßen hinter seine Augen schauen, erklärt er. Seine Musik bewegt sich zwischen melancholischem "Folk" und von "Blues" geprägtem "Indie-Rock". Eintritt wurde auch bei dieser Popnacht nicht erhoben. Vielmehr wurden die Besucher um einen freiwilligen Obolus gebeten. "Die meisten Leute geben was", wusste Andreas Hanhart aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre zu berichten. Das bestätigten auch Luisa Waltermann und Katja Löppenburg. Die beiden waren zwei von insgesamt acht Helfern von der heimischen DLRG, die an den Kassen standen. Ein Teil der Einnahmen kommt den Lebensrettern zugute. "Wir finanzieren damit unsere Reise zu den nächsten Weltmeisterschaften in Australien", erklärten sie. Reichen werde das aber sicher nicht.

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