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Der gemeinsame Ausflug mit Blaulicht war nicht so weit. Gut 200 Meter mussten die Feuerwehrleute ihre Einsatzfahrzeuge übe die Friedrich-Ebert-Straße chauffieren und in der neuen Wache einparken. - © Andreas Frücht
Der gemeinsame Ausflug mit Blaulicht war nicht so weit. Gut 200 Meter mussten die Feuerwehrleute ihre Einsatzfahrzeuge übe die Friedrich-Ebert-Straße chauffieren und in der neuen Wache einparken. | © Andreas Frücht

Feuerwehr-Konvoi zieht durch Gütersloh

Ein langer Tross an Feuerwehrfahrzeugen ist am Mittwoch über die Friedrich-Ebert-Straße in Gütersloh gezogen. Und das hatte einen guten Grund.

Ingo Müntz
04.12.2019 | Stand 05.12.2019, 09:46 Uhr |

Gütersloh. Eigentlich hätten die Gütersloher den Umzug der Berufsfeuerwehr gar nicht bemerkt, sagt Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch. Damit meint Koch den Umzug der Verwaltung, das Abschalten der alten und Aufschalten der neuen Kreisleitstelle und andere Arbeiten an der alten und neuen Feuer- und Rettungswache. Wenn dann allerdings jemand mit über 20 Fahrzeugen umzieht und dann auch noch das blaue Licht auf dem Dach anmacht, dann gibt es doch einige Interessierte. Kurz nach 14 Uhr hieß es aufsitzen. Und bevor der Tross sich vom alten Hof in Bewegung setzen konnte, flitzte noch ein Rettungswagen zum Einsatz. „Zum Glück haben wir während des Umzugs keinen Feueralarm erhalten. Wir haben den Umzug aber so gestaltet, dass wir jederzeit komplett einsatzfähig sind", sagt Koch. Damit meint er also, warum der Umzug den Güterslohern nicht aufgefallen ist. Wie die  Brücke eines Raumschiffes Umzug der Verwaltung, der Kreisleitstelle und des Fuhrparks jeweils an einem Tag. Offensichtlich ist die Gütersloher Feuerwehr gut organisiert. 25 Fahrzeuge, gut zehn Anhänger und Spezialgeräte, 100 Berufsfeuerwehrleute und 35 Mitarbeiter der Kreisleitstelle. Die hatten am Dienstag zwischen 8 und 14 Uhr beide Leitstellen besetzt. „In dieser Zeit haben wir die alte Leitstelle abgesetzt und die neue gestartet", sagt Hans-Joachim Koch. „In der Zeit wurden Telefonleitungen umgestellt, darunter auch der Notruf. Schließlich gibt es nur einen Notruf und damit nur einen Zugang. In dem Zeitraum waren beide Leitstellen voll besetzt." Im Detail gebe es hier und da noch ein paar kleine Probleme zu lösen, „aber das ist dann nach all der Planung im Alltag so", sagt Olaf Knop. Der Leiter der Kreisleitstelle zeigt sich trotzdem entspannt. „Wir mussten eben ein Serversystem neu starten", sagt Knop und fährt in dem typischen Feuerwehr-Sprech fort: „Ist aber keiner auf der Straße liegen geblieben. Konnten wir alle retten." Die neue Leitstelle hat was von der Brücke eines Raumschiffes. Die Koordination läuft über einen riesigen Wandmonitor, Arbeitsplätze sind mit bis zu fünf Monitoren ausgestattet, deren Sinn sich dem Laien verschließt. Um die Leitstelle herum fügen sich auf über 7.500 Quadratmetern Nutzfläche Werkstätten, Desinfektionshallen, ein Übungsturm, ein offenes Treppenhaus als Übungsraum für die Höhenrettung und unter dem Dach Nistöffnungen für Mauersegler. Eigens beschrifteter Teppich weist den Weg In dem alten Feuerwehrgebäude bleibt der Löschzug Gütersloh der Freiwilligen Feuerwehr. „Wir haben mit der Feuerwehr zusammengesessen und ein Raumprogramm zusammengestellt", sagt Christine Lang. Die Erste Beigeordnete ist für den Fachbereich Feuerwehr zuständig und sagt, „die Aufenthaltsräume in der alten Wache müssen aufgearbeitet werden. Zudem müssen sich die Feuerwehrleute noch in der Halle umziehen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen zum Beispiel getrennte Umkleideräume für Frauen und Männer." Jetzt wird die Routine mit einziehen. Der eigens beschriftete Teppich im Eingangsbereich des Verwaltungsbereichs „Feuerwehr Gütersloh, Obergeschoss, Verwaltung, Kreisleitstelle" müsste schon mal gesaugt werden. Die letzten Kartons verschwinden noch von den Fluren. „Falls du noch zwei Meter Kabel brauchst...", sagt ein Monteur zum Kollegen. Im Hof rattern die letzten Schlagbohrer an der Fassade.

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