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Vor dem Miele-Standort in Gütersloh sollen ab 5 Uhr Flugblätter verteilt werden. - © Andreas Fruecht
Vor dem Miele-Standort in Gütersloh sollen ab 5 Uhr Flugblätter verteilt werden. | © Andreas Fruecht

Gütersloh Gewerkschaft macht mobil gegen Stellenabbau bei Miele in Gütersloh

Vor den Miele-Werkstoren der deutschen Standorte wurde am heutigen Donnerstag ein Flugblatt verteilt. Der Schwerpunkt des Aktionstages ist Gütersloh. Der Konzern plant Hunderte Stellen abzubauen.

Irja Most
26.09.2019 | Stand 26.09.2019, 09:51 Uhr
Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die IG Metall hat für den heutigen Donnerstagvormittag zu einem weiteren Aktionstag bei Miele aufgerufen. Die Gewerkschafter und Betriebsräte haben vor, den Beschäftigten vor den Werkstoren die aktuelle Ausgabe der „miele-tarifnews" auszuhändigen. Die Aktion laufe an allen deutschen Standorten (rund 11.300 Mitarbeiter), so Gewerkschaftssekretär Stefan Moldenhauer. Schwerpunkt sei aber der Stammsitz in Gütersloh. Die Gewerkschaft listet in dem Flugblatt die Pläne des Unternehmens auf. Der Abbau Hunderter Stellen habe auch Auswirkungen auf die Familien der Beschäftigten und die Region. Bei den Tarifverhandlungen habe die Arbeitgeberseite verkündet, dass sie einen Entgeltverzicht bei den kommenden Tariferhöhungen fordere, hochflexible Schichtmodelle und das Prämienlohnmodell auf Zeitlohn umstellen wolle. Darüber hinaus wolle der Arbeitgeber über Versetzungen auch standortübergreifend befinden. Die Finanzierung der Altersteilzeit solle durch die Beschäftigten erfolgen. "Miele darf keine Zwiebel werden, bei der Schicht für Schicht abgezogen wird, durch Beschäftigungsabau, Verlagerung ins Ausland und Outsourcing einzelner Geschäftsteile", heißt es in dem Flugblatt. Arbeitgeber soll Altersteilzeit zahlen Die Gewerkschaftsseite wolle deshalb mit den Mitarbeitern den Standort Gütersloh sichern, eine Mindestbeschäftigtenzahl vereinbaren und eine belastbare Planung der Personalentwicklung erzielen. Weder betriebsbedingte Kündigungen noch Lohnverzicht solle es geben und der Arbeitgeber die Altersteilzeit finanzieren. Ebenso fordert die Gewerkschaft mehr Mitarbeiterbeteiligung und Arbeitsplatzsicherheit. Folgen für weitere Beschäftige in der Region befürchtet Außerdem findet sich darin eine längere Stellungnahme von Patrick Loos, NRW-Tarifsekretär der IG Metall. Er kritisiert, die Wäschepflege zukunftstauglich zu machen durch Entlassungen und schlechtere Arbeitsbedingungen, könne nicht die Lösung sein. Loos befürchtet weitere Folgen für die Beschäftigten in Oelde, Bielefeld, Euskirchen, Warendorf, Lehrte, Arnsberg und Bünde. Denn "Was im GTG geht, sollte auch dort möglich sein, wird sich die Unternehmensspitze denken", erklärt er in dem Flugblatt. Dass Gütersloh zum Schwerpunkt der Aktion erklärt wurde, liege an der Dimension des geplanten Stellenabbaus im Gerätewerk (GTG). Wie unlängst berichtet, könnten dort bis zum Jahr 2025 rund 770 Stellen wegfallen, etwa ein Drittel der Gesamtbelegschaft. „Es ist klar, dass wir solche Überlegungen nicht kommentarlos hinnehmen können", sagte Moldenhauer. Die Mieleaner seien zudem weiter verunsichert, zu welchen Ergebnissen die McKinsey-Analyse führen werde. Bereits im Februar hatte die IG Metall eine vergleichbare Aktion gestartet.

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