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Trauer um Irmgard Klingbeil: Ehemalige Gütersloher Politikerin ist verstorben

Die frühere CDU-Landtagsabgeordnete starb am Neujahrstag im Alter von 83 Jahren

Oliver Herold
08.01.2019 | Stand 08.01.2019, 19:34 Uhr

Gütersloh. Im Alter von 83 Jahren ist am 1. Januar die CDU-Politikerin Irmgard Klingbeil gestorben. Jahrzehntelang hatte die promovierte Zahnärztin auf Kreisebene sowie im NRW-Landtag politisch gearbeitet. Im Mai 2000 zog sie sich aus der Politik zurück, erhielt aber 2004 für ihr gesellschaftliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande. Irmgard Klingbeil hinterlässt vier Kinder und sieben Enkel. Geboren wurde sie am 23. Mai 1935 in Seehausen in der Altmark. Nach ihrem Abitur 1955 studierte sie bis 1960 Zahnmedizin an den Universitäten Marburg/Lahn, München und Göttingen. Das Studium schloss sie mit der Approbation ab, 1964 promovierte sie zum Dr. med. dent. 1977 trat Irmgard Klingbeil in die CDU ein, zwischen 1983 und 2000 war sie Mitglied des Vorstandes des Kreisverbandes Gütersloh. Von 1986 bis 1994 war sie stellvertretende Vorsitzende. Zwei Jahre lang war sie bis 1994 Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Gütersloh, zwischen 1993 und 1995 gehörte sie dem Landesvorstand an. Von 1988 bis 2000 war sie als Beisitzerin des Bezirksvorstandes der CDU Ostwestfalen-Lippe aktiv, war dort für die Gesundheits- und Familienpolitik zuständig. 19 Jahre lang Mitglied des Kreistages Bis 1999 war sie 19 Jahre lang Mitglied des Kreistages, wirkte in verschiedenen Ausschüssen und Beiräten mit, vertrat zwischen 1988 und 1994 als 2. stellvertretende Landrätin den Kreis Gütersloh. Klingbeil war seit 1979 als ordentliches oder stellvertretendes Mitglied in Ausschüssen des Rates der Stadt Gütersloh tätig, zwischen 1995 und 2000 war sie Abgeordnete im Landtag und dort im Kulturausschuss sowie im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung aktiv, wirkte darüber hinaus als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Frauenpolitik mit. Einsatz für Menschen mit Behinderung Besonders verdient machte sie sich für die Werkstatt für Behinderte Menschen (heute Wertkreis): Bis 1999 war sie dort neun Jahre lang Aufsichtsratsvorsitzende. Durch ihre Entscheidungen und ihr Engagement war sie maßgeblich an der Entwicklung von einer Werkstatt mit 260 Plätzen zu einem mittelständischen Unternehmen mit knapp 1.000 betreuten Menschen beteiligt. Zudem hat sich die Gütersloherin für die Förderung der behinderten Menschen eingesetzt und durch persönliche Anteilnahme und Zuwendung zu ihrer Integration beigetragen. Bundesverdienstkreuz am Bande Ferner war Irmgard Klingbeil Mitglied in verschiedenen Vereinen, unter anderem im Deutschen Kinderschutzbund, in der Initiative Aktion Lebensrecht für alle sowie in der „Deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft". Darüber hinaus setzte sich Irmgard Klingbeil auch für humanitäre Aufgaben in Polbitz und Ostdeutschland ein. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Ehemann, dem HNO-Arzt Dr. med. Wolfgang Klingbeil, der 2014 im Alter von 81 Jahren starb. Im Juli 2004 überreichte ihr Landrat Sven-Georg Adenauer das Bundesverdienstkreuz am Bande. Zahlreiche Gratulanten und Redner bekundeten ihr damals Dank und Anerkennung für ihr Lebenswerk. Adenauer hob ihren unermüdlichen Einsatz für die Allgemeinheit hervor und lobte ihre „offene, unaufdringliche, bescheidene aber geradlinige und in der Zielsetzung bestimmte Warmherzigkeit und Mütterlichkeit". Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 11. Januar, um 13 Uhr in der Friedhofskapelle, Friedhofstraße 11, in Gütersloh statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung.

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