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Der von Picasso handsignierte Teller in den Händen von Detlef Jentsch ist ein echter Zufallsfund. Im Hintergrund sieht man ein Gemälde von Agathe Roestel, das am 1. Dezember ebenfalls versteigert wird. - © Nicole Hille-Priebe
Der von Picasso handsignierte Teller in den Händen von Detlef Jentsch ist ein echter Zufallsfund. Im Hintergrund sieht man ein Gemälde von Agathe Roestel, das am 1. Dezember ebenfalls versteigert wird. | © Nicole Hille-Priebe

Gütersloh Echten Picasso-Teller im Keller gefunden - jetzt kommt das Fernsehen

Bei der großen Weihnachtsauktion von Detlef Jentsch kommt ein seltenes Stück unter den Hammer, das seine Besitzer zunächst für ein Imitat hielten. Auch das Fernsehen wird wieder dabei sein

Nicole Hille-Priebe
22.11.2018 | Stand 22.11.2018, 16:53 Uhr

Gütersloh. Es gibt nicht viele Berufe, die so spannend sind wie der des Auktionators. Privatdetektiv vielleicht, oder Archäologe. Beide sind aber schon ganz schön nah dran an dem, was Detlef Jentsch macht: Echt von unecht unterscheiden, den Wert von Dingen erkennen, ihre Geschichte entdecken. Und dann kommen sie in seinem Auktionshaus unter den Hammer. Seine Versteigerungen sind nicht nur bei vielen Güterslohern beliebt, sondern auch bei Funk und Fernsehen. Für den nächsten Termin am Samstag, 1. Dezember, hat sich wieder das ZDF-Drehteam für die Sendungen „Drehscheibe" und „Hallo Deutschland" angesagt. „Wenn der Beitrag im Fernsehen läuft, bemerken wir das sofort. Nach der letzten Ausstrahlung hatten wir 670.000 Zugriffe auf unsere Website – an nur einem Tag", sagt das Gütersloher Urgestein, dessen Antiquitäten-Sendung „Kaputt und zugenäht" gerade auf ZDF Neo wiederholt wird. Zurück nach Gütersloh: Eines der Highlights der traditionellen Weihnachtsauktion ist ein von Picasso handsignierter Teller „Picador zu Pferd" 1952 aus der Madoura Manufaktur. „Der ist durch Zufall in einem Keller gefunden worden, beim Aufräumen", berichtet Jentsch, der bei der Versteigerung des seltenen Stücks nun auf mehrere tausend Euro hofft. „Die Besitzer dachten zunächst, es handele sich bei dem Stück um ein Imitat, aber es ist ein perfekt erhaltener, originaler Teller dieser auf 500 Stück limitierten Serie. Jeder ist anders, keiner ist wie der andere." In die Auktionen von Detlef Jentsch kommen aber auch regelmäßig viele Leute, bei denen das Geld nicht so locker sitzt. „Wie immer ist auch bei unserer Weihnachtsauktion für jeden Geldbeutel etwas dabei, auch für den kleinen", betont der Auktionator. So werden beispielsweise verschiedene neuere Jahrgänge Hutschenreuther Weihnachtsglocken mit Originalschatullen zum Preis von fünf Euro pro Stück aufgerufen. „Zu uns kann jeder kommen, die besondere Atmosphäre einer echten Versteigerung erleben und vielleicht noch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk mit nach Hause nehmen." Für Kunstliebhaber könnte die umfangreiche Gemäldesammlung bekannter und international gehandelter Maler des 18. bis 20. Jahrhunderts von Interesse sein. „Die zu versteigernden Objekte stammen aus Nachlässen sehr wohlhabender und adeliger Familien", sagt Jentsch, der neuerdings auch fiskalischer Sachverständiger für die Finanzbehörden bei der Ermittlung der Erbschaftssteuer für große Kunstsammlungen ist. Ganz besonders freut er sich auf die Versteigerung eines realistischen, großformatigen Gemäldes der Malerin Agathe Roestel, die um die Jahrhundertwende gewirkt hat. „Dieses Bild gefällt mir persönlich besonders gut." Neben Porzellan verschiedener berühmter Manufakturen hat Jentsch für Schmuck-und Uhrenliebhaber mehrere Kilo Gold in Form umfangreicher Goldschmiedearbeiten, besetzt mit Brillanten und Rubinen, im Angebot. Alter Schmuck und neue Technik: Seit kurzem stehen links und rechts vom Pult des Auktionators zwei große Bildschirme, auf denen die aufgerufenen Exponate von verschiedenen Seiten gezeigt werden. „Besonders bei Schmuck ist das für das Publikum angenehm, denn sie können die Details nun bequem von ihren Plätzen aus sehen", sagt Jentsch. Am 1. Dezember stehen im Auktionshaus an der Verler Straße 452 Exponate auf der Versteigerungsliste. Beginn ist um 14 Uhr, Besichtigung von 12 bis 14 Uhr.

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