Zu eng: Die Post kann an der Kaiserstraße nicht erweitern. - © Patrick Menzel
Zu eng: Die Post kann an der Kaiserstraße nicht erweitern. | © Patrick Menzel

Gütersloh DHL-Paketdienst auf der Suche nach einem neuen Standort

Der DHL-Paketdienst will und muss in absehbarer Zeit das Gelände an der Kaiserstraße verlassen. Nur der Vermieter könnte derselbe blieben

Gütersloh. Die Posttochter DHL hat Interesse an einer Verlagerung ihres Paketdienstes auf das ehemalige Gelände der Firma Brüggershemke & Reinkemeier an der B 61 (Berliner Straße). Das bestätigten jetzt sowohl ein Sprecher der Post als auch ein Vertreter des Grundstückseigentümers. Ob die Gespräche zum Erfolg führen, sei indes noch offen. Die Fläche von B + R sei eine von mehreren Optionen, sagte Postsprecher Rainer Ernzer. „Uns liegen weitere Grundstücksangebote vor." Dass die DHL Bedarf habe, der Platz an der Kaiserstraße bei weitem nicht mehr ausreiche, sei völlig unstrittig. „Wir haben zwar noch etwas Zeit", so Ernzer, „aber je früher wir zu einer Lösung kommen, desto besser." Der Engpass betreffe ausschließlich den Paketdienst, nicht die Briefzustellung in der zweiten Etage der Post. Wie viel Platz die Post benötigt ist noch unklar Das B + R-Gelände, 48.000 Quadratmeter groß, gehört ebenso wie das Postareal an der Kaiserstraße der Unternehmensgruppe Hagedorn. „Der Eigentumsübergang ist gerade vergangene Woche erfolgt", sagte Projektleiter Rick Mädel. Inhaber des sich in vier Bereiche aufteilenden Grundstückes, das sich in einem Winkel bis hinter die Saar- und Elsässer Straße und zum Bahndamm zieht, ist die Hagedorn Revital GmbH. Mädel sagte, aus seiner Sicht sei die Fläche als Paketzentrum gut geeignet, die Gespräche mit DHL verliefen vielversprechend. Mädel kündigte an, dass Hagedorn nächstes Jahr mit dem Abriss der B + R-Gebäude beginne. Wie viel Platz die Post benötige, sei für ihn noch unklar. Das hänge im wesentlichen davon ab, ob die DHL beabsichtige, dort ein größeres Paketzentrum oder eine mechanisierte Zustellbasis zu betreiben. Der Unterschied sei erheblich. Freilich seien das Fragen, die die Post zu beantworten habe. Bundesweit betreibt die Post/DHL 34 große Paketzentren, darunter eines in Bielefeld, ferner circa 80 mechanisierte Zustellbasen. Kurios: Die Gütersloher bekommen ihre Pakete aus Brackwede Aktuell treibt der Platzmangel für den Paketdienst seltsame Blüten. So fahren die 14 Zusteller von der Kaiserstraße aus täglich nach Rheda-Wiedenbrück, während die Gütersloher Kunden von 26 Zustellern aus Brackwede beliefert werden. Auf diese Weise gelangen laut Ernzer 2.500 Pakete nach Rheda-Wiedenbrück und 5.000 nach Gütersloh. „Der aktuelle Zustand ist gewiss suboptimal", sagte Ernzer. Es sei wünschenswert, das schleunigst zu ändern, allerdings sei eine sorgfältige Standortwahl ebenso wichtig. Bislang nicht entschieden habe die Post auch, ob sie sowohl in Rheda-Wiedenbrück als auch in Gütersloh einen Stützpunkt unterhalten wolle oder alles in Gütersloh vereine. Bei diesen Überlegungen dürfte eine Rolle spielen, dass der Onlinehandel immer mehr Pakete produziert und Amazon gerade ein riesiges Logistikzentrum im Gewerbegebiet Aurea an der A 2 bei Rheda-Wiedenbrück und Oelde baut. Mietvertrag an der Kaiserstraße läuft aus So oder so ist klar, dass der Platz an der Kaiserstraße ausgereizt ist. Auch die Stadt hätte nichts gegen einen Umzug der Post, im Gegenteil: Bekanntlich will sie ihren Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) dorthin verlegen. Diese Pläne spielten womöglich auch bei der Mitteilung der städtischen Dezernentin Christine Lang eine Rolle, als sie verkündete, doch keinen Verkehrsblitzer im Tunnel der Friedrich-Ebert-Straße installieren zu wollen. Sie hatte verkündet, dass in absehbarer Zeit veränderte Zu- und Abfahrten ohnehin den Verkehr dort entschleunigten. Hinzu kommt, dass der Mietvertrag der Post an der Kaiserstraße ausläuft. Er endet erst 2022, was laut Sprecher Ernzer bedeute, das spätestens in zwei Jahren über den neuen Standort entschieden sein müsse. Bislang nur wenig die Rede ist von dem publikumsintensiven Erdgeschoss der Post mit der Postbank, das der Deutschen Bank gehört. Bei einer Verlagerung des ZOB dürften auch da neue Räume vonnöten sein.

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