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Toter Randalierer in Mastholte: Blumen wurden zum Gedenken niedergelegt. - © Andreas Frücht
Toter Randalierer in Mastholte: Blumen wurden zum Gedenken niedergelegt. | © Andreas Frücht

Gütersloh/Paderborn Tod in Mastholte: Mehr Fragen als Antworten

Polizeieinsatz: Zeugen berichten von Videoaufzeichnungen. Staatsanwalt weiter wortkarg

Benedikt Schülter
21.07.2018 | Stand 24.07.2018, 13:16 Uhr

Gütersloh/Paderborn. Die Behörden geben sich im Fall um den Tod von Pawel Iljenko weiterhin bedeckt. Der ermittelnde Staatsanwalt Veit Walter (39) antwortet auf Anfragen der NW einsilbig. Kein Kommentar zu möglichen Videoaufnahmen, heißt es aus der Bielefelder Rohrteichstraße. So will sich Walter auch nicht zu möglichen Aufzeichnungen sogenannter Dashcams äußern. Diese mobilen Kameras sind mittlerweile in jedem Streifenwagen bei der Polizei obligatorisch, sagt die Gütersloher Polizeisprecherin Corinna Koptik auf Anfrage. Handyfotos, die der NW zugespielt wurden, zeigen, dass zumindest ein eingesetzter Streifenwagen so stand, dass er das Geschehene mit der Dashcam aufgezeichnet haben müsste. Alle Beweise werden ausgewertet "Wir werten natürlich jede Art von Beweisen aus, die uns vorliegen", sagt Walter. Zu weiteren offenen Fragen will er sich nicht äußern. Dabei sind einige sehr wichtig, um das, was passierte, aufzuklären. So kann man sich fragen, wieso zwei wichtige Zeugen, die der NW und Anwalt Kin namentlich bekannt sind, bis gestern immer noch nicht von Ermittlern befragt wurden. Außerdem muss es noch weitere Aufzeichnungen geben, berichten Zeugen, die gesehen haben wollen, dass Passanten oder direkt Beteiligte filmten. Warum war der Paderborner Pawel Iljenko überhaupt in Mastholte? Hatte sein Wagen eine Panne? Wie verhältnismäßig war der Einsatz der Polizei? Iljenko war bis zu seinem plötzlichen Tod beim Bauhof in Salzkotten beschäftigt. Dort pflegte er die Grünanlagen, sagt sein Bruder Alexander. Pawels Kollegen seien auch auf dessen Beerdigung gewesen, berichtet er. Nachfragen der Brüder ergaben, dass sich Pawel am verhängnisvollen Tag nicht wohlfühlte. Laut Alexander Iljenko musste er seine Tätigkeit abbrechen. Er habe sich außerdem merkwürdig verhalten. Daraufhin habe ihn ein Kollege zu seinem Wagen gebracht. Zu dem Mercedes 124 Kombi, mit dem er dann nach Mastholte fuhr - mit dem bekannten verhängnisvollen Ausgang.

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