Und Action: Nach der offiziellen Eröffnung nahmen die Trauere den Parkour-Park in Beschlag. - © Jens Dünhölter
Und Action: Nach der offiziellen Eröffnung nahmen die Trauere den Parkour-Park in Beschlag. | © Jens Dünhölter

Gütersloh Gütersloher Parkour-Anlage ist fertig zum Absprung

Die größte Anlage Deutschlands an der Ahornallee steht seit Samstag der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ihre Feuertaufe wird sie in einem Monat bestehen müssen

Gütersloh. Der Stifter und Spender scheint zufrieden: "Die Anlage sieht ziemlich perfekt aus. Da waren ohne Zweifel Fachleute am Werk", sagte der Gütersloher Unternehmer Werner Gehring (83) bei der Einweihung des von ihm gestifteten 1.600 Quadratmeter großen Parkour-Parks an der Ahornallee der zukünftigen 3. Gesamtschule am Samstag. Er hatte auch auf Anhieb ein paar Feinheiten entdeckt: "Ich sehe hier auch Beton. Es gehört viel Mut dazu, die Elemente ohne Blessuren zu durchqueren." Wie das funktionieren kann, machten im Anschluss an das symbolische Durchschneiden zahlreiche Traceure vor, die bereits ungeduldig auf das Ausprobieren der Anlage gewartet hatten. Grund zur Freude hatten auch alle Unterstützter, Freunde, Begleiter sowie "Parkour-Papa" Claus-Peter "Pit" Mosner vom Fachbereich Jugend und Bildung sowie die Traceure genannten Sportlerinnen und Sportler, die das von Bürgermeister Henning Schulz so titulierte "Signal für die Jugendkultur" in einem gemeinsamen Prozess Hand-in-Hand aus der Taufe gehoben hatten. Analog zur Sportart mussten während der dreijährigen Planungsphase zwar etliche Hindernisse überwunden werden, dafür kann sich der in sechsmonatiger Bauzeit auf einer ehemaligen Freifläche entstandene Freiluftabenteuer-Spielplatz für Traceure mit den Gütesiegeln "einzigartig" schmücken. Stellvertretend für alle Anwesenden unterstrich Bürgermeister Henning Schulz: "Ab sofort geht von Gütersloh aus eine eindrucksvolle Botschaft durch die gesamte Parkour-Welt. Es ist das größte, individuellste Angebot in Deutschland." Ausdrücklich dankte der Verwaltungschef seiner anwesenden Vorgängerin Maria Unger im Amt, für die die Trendsportart immer "eine Herzensangelegenheit ist und war", wie sie betonte: "In den Anfängen 2009 war Parkour eine kleine Flamme. Maria Unger hat als Staffelläuferin tatkräftig mitgeholfen, sie weiter zu geben." Hennig Schulz vergaß auch den eigentlichen Motor und Hauptinitiator der Szene, Pit Mosner, nicht: "Parkour steht für Community, für das Miteinander, für Gemeinsamkeiten. Es ist Ausdruck einer gelebten, engagierten Jugendkultur, die sich einmischt." Der Bürgermeister weiter: "Pit Mosner sagt immer, Parkour zeige, wie Einbahnstraßen im Kopf überwinden werden können. Lasst uns alle die Hindernisse im Kopf überwinden." Von der allgemeinen Bewegungsfreude liessen sich auch einige Eröffnungsgäste anstecken. Bürgermeister Henning Schulz balancierte geschickt und schnell über Baumstämme; Martina Schwartz-Gehring tat es ihm auf einer schmalen Stange gleich. Ihre große Feuertaufe wird die bewusst Urbanität mit Natur verbindende Begegnungsstätte übrigens beim "10. Gütersloher Parkour-Camp" vom 20 bis 22. Juli zu bestehen haben.

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