An der Übernahme des Buslinienverkehrs in Gütersloh hat kein Privatunternehmen Interesse. - © Patrick Menzel
An der Übernahme des Buslinienverkehrs in Gütersloh hat kein Privatunternehmen Interesse. | © Patrick Menzel

Gütersloh Busverkehr in Gütersloh bleibt in kommunaler Hand

Frist abgelaufen: Die Stadtwerke können nun die Gründung ihrer neuen Tochtergesellschaft planen

Ludger Osterkamp

Gütersloh. An der Übernahme des Buslinienverkehrs in Gütersloh hat kein einziges Privatunternehmen Interesse. Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte, ist bis Fristablauf Ende vergangener Woche kein Konkurrenzantrag bei der Bezirksregierung in Detmold eingegangen. Der einzige Bewerber sind somit die Stadtwerke Gütersloh (SWG) selbst. Wie berichtet, wollen sie den Busverkehr in eine Tochtergesellschaft mit dem Namen "Stadtbus Gütersloh GmbH" ausgliedern. Die Stadt, die den Busverkehr aus rechtlichen Gründen hatte neu ausschreiben müssen, war ohnehin nicht davon ausgegangen, dass sich für den chronisch defizitären Busverkehr ein anderer Bieter findet. "Damit ist eine weitere Hürde genommen, den Stadtbusverkehr in Gütersloh in kommunaler Trägerschaft zu erhalten", hieß es gestern. Geplant ist nun, die neue SWG-Tochter rückwirkend zum 1. Januar zu gründen und am 1. Dezember 2018 an den Start gehen zu lassen. Die "Stadtbus Gütersloh GmbH" wird jährlich rund 3,5 Millionen Fahrgäste transportieren. Wäre ein anderer Anbieter zum Zug gekommen, hätten die Stadtwerke ihren Busbetrieb mit 70 Mitarbeitern (davon 51 Fahrer), 38 Bussen und Werkstatt womöglich schließen müssen. Außerdem wäre ihr ein Steuervorteil in Höhe von einer Million Euro verloren gegangen - ein Vorteil, der aus der Möglichkeit resultiert, die Gewinne aus dem Verkauf von Strom, Gas und Wasser mit den Verlusten aus dem Busverkehr (etwa drei Millionen Euro) und den Bädern verrechnen zu können. Stadtwerke Bielefeld zahlen Ablöse Mit dem Weg zur Gründung der Stadtbus GmbH kommt nun auch eine Regelung zum Tragen, die man mit den Stadtwerken Bielefeld getroffen hat. Demnach werden die Stadtwerke Bielefeld, zu 49,9 Prozent Mitgesellschafter der SWG, eine Ablöse von 2,82 Millionen Euro an die Stadt Gütersloh zahlen - damit sind sie von dem Mittragen der Verluste aus dem Busbetrieb befreit. Die Summe setzt sich zusammen aus dem erwarteten anteiligen Verlust von 1,91 Millionen von Januar 2017 bis einschließlich November 2018 sowie der ausgehandelten Abfindung von einer Million Euro ab Dezember 2018. Davon abgezogen sind 90.000 Euro, die den Bielefeldern aus den unerwartet hohen Beratungskosten im Zusammenhang mit der Ausgliederung und der Direktvergabe erstattet werden.

realisiert durch evolver group