Gesucht: Der aus Gütersloh stammende Felix Vossen soll Investoren um rund 60 Millionen Euro geprellt haben. - © dpa
Gesucht: Der aus Gütersloh stammende Felix Vossen soll Investoren um rund 60 Millionen Euro geprellt haben. | © dpa

Gütersloh/Jennersdorf Textil-Konzern distanziert sich von verschwundenem Felix Vossen

Kriminalität: Das gleichnamige Unternehmen aus Österreich reagiert jetzt mit einer Stellungnahme auf zahlreiche Medienanfragen

Jens Ostrowski

Gütersloh/Jennersdorf. Felix Vossen bleibt verschwunden - und die Vossen GmbH & Co. KG mit Sitz im österreichischen Jennersdorf distanziert sich vom Sohn der ehemaligen Gütersloher Unternehmerfamilie. Der 41-jährige Felix Vossen dominierte in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen. Weltweit wurde über den Mann berichtet, der Investoren um 60 Millionen Euro geprellt haben soll - und deshalb unter anderem von FBI und Scotland Yard gesucht wird. 30 Opfer stürzte der geflohene Filmproduzent offenbar in den Ruin. Manche teilweise, manche gänzlich. Aufgrund diverser Medienberichte und Presseanfragen am Standort der Vossen GmbH & Co. KG veröffentlichte die Firmenleitung jetzt eine Pressemitteilung. "Die Firma Vossen wurde 1996 verkauft und ist seit 2004 einhundertprozentige Tochter der Linz Textil AG, einem österreichischen Textilkonzern.Die Firma Vossen GmbH & Co. KG steht seither weder in geschäftlicher noch anderweitiger Beziehung zur Familie Vossen", teilte Geschäftsführer Paul Mohr Werner Blohmann mit. Aus diesem Grund könne das Unternehmen keine Angaben oder Auskunft zum Fall oder über die Familie Vossen geben. Felix Vossen ist eines von vier Kindern des letzen Inhabers der Frottierweberei Vossen in Gütersloh. Das Unternehmen war 1925 gegründet worden. Die Firma im Stadtteil Kattenstroth produzierte überaus erfolgreich Bademäntel, Handtücher, Bettwäsche und Freizeitmode. Der Stern des Unternehmens sank in den 90er Jahren - auch aufgrund unternehmerischer Versäumnisse. 1997 schloss das Unternehmen, nur der Markenname überlebte. Jetzt ist der Name Vossen wieder in den Schlagzeilen. Recherchern zufolge soll Felix Vossen, der zuletzt zwischen London und Zürich pendelte, Freunde zu Investitionen überredet und Renditen von bis zu dreißig Prozent. versprochen haben. Demnach soll er die Gelder in Aktien von Technologie-Unternehmen, aber auch in seine Londoner Filmfirma Embargo Films gesteckt haben. Drei Millionen Schweizer Franken fordert Schauspieler Ray Stevens von Vossen zurück. Der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph sagte er: "Während all der Jahre unserer Freundschaft habe ich nie an seiner Ehrlichkeit gezweifelt." Felix Vossen aber bleibt weiter verschwunden. Sein letztes Lebenszeichen stammt von März.

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