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Die Feuerwehr konnte das Corona-Mobil der Stiftung Solidarität nicht mehr retten. - © Charlotte Mahncke
Die Feuerwehr konnte das Corona-Mobil der Stiftung Solidarität nicht mehr retten. | © Charlotte Mahncke

Brandstiftung: Corona-Testzentrum in Bielefeld vorsätzlich in Brand gesteckt

Die Ermittler schließen einen technischen Defekt beim Brand Ende Januar aus. Ob es eine politische Tat war, wird geprüft.

Jens Reichenbach
24.03.2022 | Stand 24.03.2022, 09:17 Uhr

Bielefeld-Sieker. Die Fronten zwischen den Gegnern von Test- und Impfstrategien und ihren Befürwortern sind schon lange verhärtet. Insbesondere jetzt, wo die allgemeine Impfpflicht in der Politik heiß diskutiert wird. Am 28. Januar schockierte zudem die Nachricht, dass an der Meisenstraße das mobile Corona-Testzentrum der Stiftung Solidarität in Flammen aufgegangen ist.

Nun hat sich die Befürchtung bestätigt: Der ehemalige Rettungswagen, der eingesetzt wurde, um Hausbesuche mit PCR-Tests zu ermöglichen, wurde vorsätzlich angesteckt. Davon jedenfalls gehen laut Polizeisprecher Fabian Rickel die Brandermittler aus, nachdem jetzt das Sachverständigengutachtens zu dem Fall vorliegt. „Es gab keine Hinweise auf einen technischen Defekt“, so Rickel.

Der Staatsschutz ermittelt nicht

Der alte Rettungswagen war auf dem Gelände an der Meisenstraße zwar an die Stromversorgung angeschlossen, aber diese gilt nun nicht mehr als mögliche Brandursache. Die Kripo-Beamten sehen bisher auch keinen politischen Grund in der Brandstiftung: „Ein Hintergrund aus einer Corona-kritischen Szene ist nicht erkennbar“, sagt Rickel. Deshalb seien die Ermittlungen in dem Fall auch nicht an den Staatsschutz abgegeben worden. Geprüft werde ein solcher Hintergrund im Rahmen der Ermittlungen aber dennoch.

Das Ersatzmobil dient nun als Sanitätsstation für die neue Flüchtlingsunterkunft im KuKs. - © Stiftung Solidarität
Das Ersatzmobil dient nun als Sanitätsstation für die neue Flüchtlingsunterkunft im KuKs. | © Stiftung Solidarität

Vielmehr gehen die Ermittler davon aus, dass die Brandstiftung ein weiterer Teil einer langen Tatserie in Sieker ist. Allein auf dem Gewerbegelände brannte es dreimal in den vergangenen Wochen. Darüber hinaus brannten in Sieker und Mitte zahlreiche Papiertonnen, Container und schließlich an der Schweriner Straße sogar ein kompletter Reisebus.

Brandstifterserie: Opfer will sich Schlaf nicht nehmen lassen

Der Geschädigte, Franz Schaible von der Stiftung Solidarität, die das PCR-Mobil betreibt, will sich von dem Vorfall nicht beeindrucken lassen. „Seit einer Woche haben wir einen neuen Rettungswagen.“ Dieser werde jetzt als Sanitätsstation für die jüngst eingerichtete Flüchtlingsunterkunft eingesetzt. „Seit heute ist er sogar ganz neu beschriftet. Der Wagen sieht sehr gut aus“, sagt Schaible.

Und da deshalb ohnehin ein Sicherheitsdienst auf dem Gelände Wache schiebe, könne er auch aktuell gut schlafen: „Das lasse ich mir nicht nehmen.“ Dennoch habe man Glück gehabt, dass das Mobil weit genug vom Kultur- und Kommunikationszentrum entfernt stand. Sonst hätte es einen großen Schaden geben können.

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