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Wasser marsch - das verschafft an Tagen mit außergewöhnlichen Temperaturen Abkühlung. Aber ist das auch nachhaltig? - © Symbolbild: Pixabay
Wasser marsch - das verschafft an Tagen mit außergewöhnlichen Temperaturen Abkühlung. Aber ist das auch nachhaltig? | © Symbolbild: Pixabay

Wetter Tipps und Tricks zur außergewöhnlichen Hitzewelle in Bielefeld

Die Stadt brutzelt in der Sonne. Was tun gegen die Extremtemperaturen - kriegen wir jetzt alle hitzefrei? Alles zur Abkühlung im Hochsommer im Kurzüberblick.

Dennis Rother
17.06.2021 | Stand 18.06.2021, 08:51 Uhr

Bielefeld. Bielefeld brutzelt in der Sonne bei weit über 30 Grad - und das bleibt Mitte Juni auch so. Damit die heißen Tage erträglicher werden, reichen oft schon einfache Maßnahmen. Ratschläge gibt es viele - aber was hilft wirklich? Und was ist alles erlaubt? Ein Mini-Faktencheck zum frühzeitigen Hochsommer.

WANN SOLLTE GELÜFTET WERDEN? An sehr heißen Tagen am besten nur nachts und in den kühleren Morgenstunden bei weit geöffnetem Fenster. Tagsüber bleiben Fenster und Türen verschlossen. Besonders Schlafräume sollten am Tag dicht und dunkel sein.

WAS SCHÜTZT AM WIRKSAMSTEN GEGEN DIE WARMEN SONNENSTRAHLEN? Außen angebrachte Jalousien, Roll- und Klappläden schatten die Zimmer am besten ab. Innenrollos oder Vorhänge können die Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits in den Raum eingedrungen sind. Sie sollten zumindest helle oder metallbeschichtete Außenflächen haben, um die Strahlung möglichst gut zu reflektieren. Für dauerbestrahlte Südfenster empfiehlt sich spezielles Sonnenschutzglas. Hilfreich sind auch Sonnenschutzfolien, die meist getönt sind und von innen auf dem Glas angebracht werden. Statt auf 56 Grad Celsius heizte sich in einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest ein Dachraum "nur" auf 34 Grad auf. Allerdings dunkeln Folien Räume ab und erhöhen im Winter die Heizkosten, weil der Raum zusätzliche Energie braucht.

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HILFT DURCHZUG? Wer doch lieber die Fenster aufreißt, sollte auf jeden Fall Zugluft meiden. Sonst drohen ein steifer Nacken oder gereizte Schleimhäute.

WAS HILFT BEIM EINSCHLAFEN? Wer sich wegen der Wärme beim Einschlafen quält, dem empfiehlt sich vor dem Zubettgehen eine kühle, aber nicht zu kalte Dusche. Die Feuchtigkeit nicht ganz abtrocknen, sondern verdunsten lassen - das bringt dem Körper Abkühlung. Außerdem empfiehlt sich ein leichter, luftiger Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle. Sie können Schweiß gut aufnehmen - immerhin schwitzt der Körper nachts einen halben Liter Flüssigkeit aus.

Mehr zum Thema: Warum liefern Wetter-Apps eigentlich so unterschiedliche Vorhersagen?

WIE EFFEKTIV SIND KLIMAGERÄTE? Die Stiftung Warentest prüfte für die Juniausgabe der Zeitschrift "test" Klimageräte: Splitgeräte, die aus Kühlteil und separatem Außenteil bestehen, sind demnach effektiver als Monogeräte, die die Abluft durch einen Schlauch zum Fenster hinauspusten. Weil dabei zudem das Fenster angekippt werden muss und nicht komplett abgedichtet werden kann, strömt permanent warme Luft von draußen ins Zimmer. Im Test kühlte das schnellste Splitgerät einen Raum in sechs Minuten von 30 auf 24 Grad Celsius herunter - Monoblöcke brauchten dafür 30 bis 45 Minuten. Splitgeräte verbrauchen zudem weniger Strom.

WIE TEUER SIND DIE GERÄTE? Die Splitgeräte im Test waren zwar effektiver, mit Preisen zwischen 700 und 2540 Euro aber nicht gerade billig. Dazu kommen die Stromkosten. Der Strom für gute Splitgeräte kostet demnach zwischen 38 und 60 Euro in einem durchschnittlichen Jahr. Für Monoblöcke, die nur tageweise eingeschaltet werden, errechneten die Verbraucherexperten einen Stromverbrauch von bis zu 140 Euro pro Sommer.

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SIND VENTILATOREN ZU EMPFEHLEN? Ventilatoren senken zwar nicht die Raumtemperatur, wirken aber erfrischend auf der Haut und lassen den Schweiß verdunsten. Hilfreich ist auch ein vor dem Ventilator platzierter Wäscheständer mit nassen Tüchern. Aber Achtung: Auch bei Ventilatoren drohen Nackenverspannungen und Erkältungen, wenn der Körper zu sehr auskühlt. Unter 18 Tischventilatoren, Standventilatoren und Turmventilatoren, die die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr testete, gab es mehrere gute Angebote.

MUSS BEI HITZE DER KÜHLSCHRANK AUF HÖCHSTER STUFE LAUFEN? Nein - zum Frischhalten von Lebensmitteln reichen sechs bis acht Grad Celsius völlig aus. Grundsätzlich sollten elektrische Geräte, die nicht unbedingt gebraucht werden, abgeschaltet werden. Denn jeder Computer und jede Lampe strahlt Wärme ab.

IST ES MITTAGS WIRKLICH AM HEISSESTEN? Nein. Die Sonne steht um die Mittagszeit zwar am höchsten und gibt die stärkste Strahlung ab. Die Lufttemperatur erreicht ihr Maximum aber erst mit einigen Stunden Verzögerung. Hinzu kommt, dass der Höchststand der Sonne in Deutschland nicht um 12 Uhr mittags erreicht wird, sondern wegen der Sommerzeit nicht vor 13 Uhr. Je nach Umgebung wird die höchste Temperatur deshalb erst am späteren Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr gemessen.

GIBT ES AB 35 GRAD AUTOMATISCH HITZEFREI? Es gibt kein generelles „Hitzefrei-Gesetz", das eine Höchsttemperatur im Klassenzimmer oder am Arbeitsplatz vorschreiben würde. Bundesländer haben die Entscheidung darüber, wann der Unterricht im Klassenzimmer nicht mehr zumutbar ist, an die einzelnen Schulen delegiert. Nach den geltenden Vorschriften entscheiden ab 27 Grad Raumtemperatur Schulleiter über Hitzefrei. Oberstufenschüler sind davon eigentlich ausgenommen, aber NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat sich zum Thema am Mittwoch geäußert: Es gibt eine Erleichterungsregel in Corona-Zeiten. Die Einschränkung wird nun - wie auch schon 2020 - wegen besonderer Belastungen ausgesetzt. Die Ausnahmeregelung gelte so lange wie die Maskenpflicht. In den „Technischen Regeln für Arbeitsstätten" wird zum Thema Raumtemperatur aber keine absolute Höchstgrenze genannt. Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen „soll +26 °C nicht überschreiten", geben die Experten im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums vor. Wenn es draußen noch wärmer wird, müssten Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

IST WARMER TEE TATSÄCHLICH BESSER ALS KALTE LIMO? Ja. Wie bei kalten Duschen wird mit Kaltgetränken der Stoffwechsel angeregt, der Körper reagiert auf den Kälteimpuls mit Wärmeproduktion. Am Ende fließt sogar mehr Schweiß, der Körper verliert die dringend benötigte Flüssigkeit, man hat mehr Durst - ein gefährlicher Kreislauf. Der menschliche Körper ist darauf eingerichtet, alle Speisen und Getränke an die etwa 36,7 Grad Körpertemperatur anzugleichen. Hitzeprofis bevorzugen deshalb warme Getränke. Das zusätzliche Wärmesignal sorgt dafür, dass sie ständig - aber nur leicht - schwitzen, was zu Verdunstungskühle führt. (mit Material von alx und AFP)

Mehr zum Thema: Offizielle Hitzewarnung für Bielefeld

Information

Stadt Bielefeld sperrt Grillplätze

In einer kurzen Pressemitteilung teilt die Stadt mit, dass alle elf Grillplätze ab Freitag, 18. Juni, gesperrt werden. "Da der umliegende Wald sowie angrenzende Bäume und Sträucher sehr trocken sind, herrscht Waldbrandgefahr", heißt es in der Mitteilung. Das Grillen auf Spielplätzen, in Grünanlagen oder im Wald ist grundsätzlich verboten.

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