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Schöffe Günter Pähler zeigt auf einige der Flyer, die im Eingangsbereich des Landgerichts liegen. Sie sind auch auf sowie unter der Treppe zu finden. - © Ingo Kalischek
Schöffe Günter Pähler zeigt auf einige der Flyer, die im Eingangsbereich des Landgerichts liegen. Sie sind auch auf sowie unter der Treppe zu finden. | © Ingo Kalischek

Bielefeld Hunderte Flyer der Partei "Die Rechte" sorgen in Bielefelder City für Ärger

Unter anderem auf dem Siggi und vor dem Landgericht haben Bürger die Flyer der Neonazis entdeckt

Ingo Kalischek
02.11.2019 | Stand 03.11.2019, 16:09 Uhr

Bielefeld. In einer Woche wollen Neonazis in Bielefeld demonstrieren - und schon jetzt gibt es Ärger. An verschiedenen Stellen in der Stadt wurden am Wochenende unzählige Flyer der Partei "Die Rechte" entdeckt. Darauf wird auch auf die anstehende Demonstration am 9. November hingewiesen. Die Flyer sind etwa so groß wie eine Visitenkarte - und wurden auf dem Siegfriedplatz, in Wellensiek, entlang der Promenade, vor der Schüco Arena und vor dem Landgericht entdeckt. Unklar ist aktuell, ob sie noch an weiteren Stellen verteilt wurden. Günter Pähler wollte am Samstagnachmittag am Landgericht einen Brief einschmeißen, als der Schöffe die unzähligen Flyer auf dem Boden bemerkte. "Das sind mehrere hundert", ärgert er sich und zeigt auf den Eingangsbereich vor den Treppenstufen, wo die kleinen Blätter wahllos verteilt liegen. Auf der einen Seite steht darauf "Werdet Aktiv Im Nationalen Widerstand" geschrieben; die Rückseite ist mit "Freiheit Für Ursula Haverbeck" betitelt. Pähler hofft, dass sich jetzt die Polizei einschaltet. Und er fügt an: "Am besten wäre es, wenn die Nazis diesen Mist selber wieder aufsammeln müssten."  "Erschreckender Zustand" Bereits am Freitagabend hat Leserin Alexandra Neumann die Flyer im Bereich des Siggis entdeckt und sich am Samstag dann bei der Redaktion gemeldet. "Sie lagen auf den Gehwegen, Straßen und auf dem Siggiplatz. Weil sie so geballt dort lagen, nehme ich an, dass sie möglicherweise irgendwo rausgeworfen wurden", schreibt die Bielefelderin und beschreibt diesen Zustand als "erschreckend". Der Polizei war der Fall bis zum Samstagnachmittag nach Angaben der Leitstelle noch nicht bekannt. Sie will die Flyer nun genauer bewerten und natürlich entfernen. Der Staatsschutz nimmt die Ermittlungen auf, ob es sich dabei um eine Straftat handelt, und ob noch weiteren Bereiche in der Stadt betroffen sind. Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang Bürger, diese und ähnliche Vorfälle unmittelbar zu melden, notfalls auch unter der Notrufnummer 110. Am 9. November wollen rund 200 bis 300 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet in Bielefeld demonstrieren. Ein breites Bündnis - bestehend aus Bielefelder Parteien, Verbänden, Kirchengemeinden, Vereinen und Arminia Bielefeld will den Neonazis mit zahlreichen Aktionen entgegenstehen.

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