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Nach dem Abpfiff brannten fünf oder sechs Fackeln im Block, als sich die Profis am Zaun bei den Fans für ihre Unterstützung bedankten. - © Foto: Andreas Zobe
Nach dem Abpfiff brannten fünf oder sechs Fackeln im Block, als sich die Profis am Zaun bei den Fans für ihre Unterstützung bedankten. | © Foto: Andreas Zobe

Bielefeld Arminia-Fans sorgen mit 30 Bengalos fast für Spielunterbrechung

Erneut können es die Anhänger des DSC nicht lassen, Rauchschwaden und rote Feuer in der Gästekurve des VfL Osnabrück zu zünden. Polizei zählt 30 Fackeln

Jens Reichenbach
08.10.2019 | Stand 09.10.2019, 05:26 Uhr |

Bielefeld/Osnabrück. Sie können es nicht lassen. Wieder haben Anhänger von Arminia Bielefeld in der Ferne Bengalos gezündet, um beim Lokalrivalen - diesmal während des 1:0-Sieges beim VfL Osnabrück - ein brennendes Pyro-Zeichen zu setzen.

Kurz nach Beginn des Spiels zündeten DSC-Fans in der Gästekurve die ersten Fackeln, anschließend rauchte und leuchtete es immer wieder in der Gästekurve. Die Polizei Osnabrück zählte nach Auswertung der Videoaufnahmen und der gefundenen Beweisstücke 14 Taten, bei denen insgesamt 30 bengalische Fackeln gezündet wurden.

Schiedsrichter droht mit Spielunterbrechung

Immer wieder brannten während des Spiels zwei bis drei Feuer. Nach dem goldenen Tor in der 2. Halbzeit waren es fünf oder sechs. Die DSC-Anhänger hatten mit der Zündelei auch nicht aufgehört, als der Stadionsprecher mit einer Spielunterbrechung drohte. Er hatte die Fans zuvor mehrfach erfolglos ermahnt und öffentlich daran gezweifelt, ob die Bielefelder Pyro-Täter ihn überhaupt verstehen könnten. Schließlich hatte der Schiedsrichter vom Platz den Stadionverantworlichen signalisiert, dass er sich bei weiteren Vorfällen gezwungen sieht, das Spiel zu unterbrechen.

Als das Spiel beendet war, brannten wieder Fackeln im Block, als die Spieler sich bei den Fans bedankten. Einen letzten Begalo-Auftritt meldete die Bundespolizei dann am Bahnhof in Melle. Dorthin waren viele Fans per Auto gefahren, um von dort mit der Bahn zum Stadion zu kommen. Bei Eintreffen des Zuges wurde ein letztes Mal ein Fan-Feuer entzündet.

Dieses Video entstand nach dem später zurückgenommenen 2:0 von Andreas Voglsammer:

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Bielefelder Fan wurde von Osnabrück-Anhängern angegriffen

Darüber hinaus meldete Polizeisprecher Frank Oevermann ein sehr ruhiges Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fans. "Die Bielefelder Fanszene habe sich sonst sehr ruhig verhalten", betont er. Dennoch wurde ein Fan wegen Beleidigung eines Polizeibeamten angezeigt.

Einzige körperliche Auseinandersetzung: Nach dem Spiel fuhr ein Arminia-Fan - deutlich erkennbar mit seinem DSC-Schal - mit seinem Fahrrad nach Hause. "Er wurde von Osnabrück-Anhängern angegriffen und leicht verletzt." Die Polizei ermittelt in dem Fall, so Oevermann.

Es brannte bereits in Bochum, in Duisburg, aber auch in Stendal

Doch warum lassen sich die Pyro-Ultras nicht stoppen? Dass sie illegal agieren, wissen sie. Hinweise, dass Konsequenzen drohen, stoppen sie schon lange nicht mehr. Ein Teil der Ultra-Bewegung ist davon überzeugt, dass das Abbrennen von bengalischen Feuern und Rauchtöpfen zu ihrer Fankultur gehört. Verbote und Vereinsstrafen schrecken sie dabei nicht genauso wenig ab.

Bereits Anfang 2018 hatten DSC-Anhänger in Bochum "kiloweise Pyrotechnik" gezündet, zwei Polizisten erlitten damals durch Böller sogenannte Knalltraumata. Im April 2019 musste eine Arminia-Anhängerin sogar ins Krankenhaus transportiert werden, weil ihre eigenen Fans im Block während des 2:2 beim MSV Duisburg 55 bengalische Feuer und Rauchtöpfe gezündet hatten. Aber die Arminia-Zündler tauchen nicht nur bei regionalen Derbys mit ihren Fackeln auf. Beim DFB-Pokalspiel im August 2018 ließen sie im Amateurstadion vom 1. FC Lok Stendal sieben Fackeln brennen.

Arminia drohen 18.000 Euro Strafe

Die Arminia-Fans zündeten beim VfL Osnabrück in der Gästekurve mehrfach bengalische Feuer. - © Foto: Andreas Zobe
Die Arminia-Fans zündeten beim VfL Osnabrück in der Gästekurve mehrfach bengalische Feuer. | © Foto: Andreas Zobe

Dass diese Vorfälle auch für den Profiklub von Bedeutung sind, ist klar. Jede gezündete Fackel im Arminia-Block kostet den Verein in der zweiten Liga 600 Euro Strafe wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger. Demnach droht Arminia nach dem Derby-Sieg in Osnabrück am Montag nachträglich noch eine Strafe in Höhe von 18.000 Euro (30-mal 600 Euro).

Dass der DSC für die 55 Pyro-Gegenstände beim MSV Duisburg doch nur 16.800 Euro zahlen musste, lag an den Ermittlungen der Duisburger Polizei. Diese hatte einige der Verursacher identifizieren können. In diesem Fall werden die Verursacher zur Kasse gebeten und DFB verhängt an den Verein nur eine Strafe von lediglich 50 Prozent.

Die Fanszene ist beim Thema Pyro zweigespalten. Auf Lokalportal diskutieren Sie gerade über die Sinne und Zweck der Fan-Feuer.

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