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Der Mann hatte sich in die Bielefelder Spielhalle einschließen lassen und dann die Automaten geknackt. - © Symbolfoto Pixabay
Der Mann hatte sich in die Bielefelder Spielhalle einschließen lassen und dann die Automaten geknackt. | © Symbolfoto Pixabay

Bielefeld Bielefelder lässt sich in Spielhalle einschließen und bricht Automaten auf

Vorbestrafter Angeklagter entkam mit 30.000 Euro Beute

Nils Middelhauve
07.09.2019 | Stand 07.09.2019, 10:15 Uhr

Bielefeld. Prinzip und Funktionsweise des Glücksspielautomaten waren ihm wohl bekannt, dennoch beschloss ein 36 Jahre alter Mann, dem Glück auf unlautere Weise auf die Sprünge zu helfen: Im Oktober des vergangenen Jahrs ließ er sich nachts in einer Spielhalle einsperren, aus der er 30.000 Euro stahl. Das Amtsgericht verurteilte den polizeibekannten Mann nun zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren. Für die Justiz ist Fjodor S. (Name geändert) kein Unbekannter: Der 36 Jahre alte Mann, der seit seiner Jugend drogenabhängig ist, kam und kommt in regelmäßigen Abständen immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Zumeist handelt es sich dabei um szenetypische Beschaffungstaten und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zuletzt verurteilte ihn das Amtsgericht Herford zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis, Fjodor S. befindet sich derzeit in Haft. Dass es nun einen nicht ganz unerheblichen Nachschlag gab, liegt in dem Geschehen begründet, das sich in der Nacht auf den 12. Oktober 2018 ereignete hatte. Der Angeklagte brach neun Spielautomaten auf Den Abend hatte Fjodor S. in einer an der Herforder Straße gelegenen Spielhalle verbracht. Kurz vor Feierabend versteckte er sich in einer auch für die Kameras nicht einsehbaren Ecke und wartete, bis der letzte Gast sowie der Bedienstete das Gebäude verlassen hatten. Sodann kam der Angeklagte gegen 1.30 Uhr aus seinem Versteck hervor. Er klebte die Bewegungsmelder und Kameras ab und machte sich an die Arbeit: Neun Spielautomaten sowie den Wechselgeldautomaten brach Fjodor S. auf und entnahm den Geräten rund 30.000 Euro Bargeld. Darüber hinaus verursachte er einen erheblichen Sachschaden. Sodann verließ er das Gebäude. Vor Gericht hatte Fjodor S. zunächst keine Angaben zu dem Vorwurf gemacht. Später benannte er mehrere Zeugen, die angeblich gesehen hätten, dass er das Gebäude vor Feierabend verlassen habe. Dabei handelte es sich jedoch ganz offenbar um Nebelkerzen: Entweder bestätigten die vermeintlichen Zeugen seine Angaben nicht, oder aber die genannten Personen existierten überhaupt nicht. Vielmehr berichtete der an jenem Abend in der Spielhalle tätige Angestellte, dass ihm S. seit etwa einem halben Jahr als Stammkunde bekannt gewesen und dieser gegen 1.15 Uhr immer noch in der Halle gewesen sei. Er habe S. mehrfach aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. „Er schien sehr aufgeregt und telefonierte die ganze Zeit. Irgendwann habe ich ihn dann nicht mehr gesehen", sagte der Zeuge. Schließlich, führte der Angestellte weiter aus, habe er eine Tür gehört: „Da dachte ich, er sei gegangen." Dabei handelte es sich offenbar um eine Fehlannahme. Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Kirsten Reichmann verurteilte Fjodor S. nun wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall zu einer weiteren Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren.

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