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Der Tod eines Lokalpolitiker ist im neuen OWL-Krimi der Auftakt einer ganzen Mordserie. - © Symbolbild: Pixabay
Der Tod eines Lokalpolitiker ist im neuen OWL-Krimi der Auftakt einer ganzen Mordserie. | © Symbolbild: Pixabay

Bielefeld/Herford "Sennegrab": Herforder Krimi-Autor mordet sich quer durch Bielefeld

In Jobst Schlennstedts OWL-Krimi mit Kommissar Jan Oldinghaus zieht ein Unbekannter eine blutige Spur quer durch Bielefeld. Im Oktober kommt der Autor selbst ins Oberzentrum.

Silke Kröger
20.08.2019 | Stand 20.08.2019, 14:57 Uhr

Schön und unscheinbar, lebendig und behäbig, faszinierend und langweilig - so charakterisiert der bekannte und beliebte Bielefelder Lokalpolitiker Hennig Gronemeyer in Jobst Schlennstedts Ostwestfalen-Krimi "Sennegrab" seine Heimatstadt. Kurz darauf stirbt er am Johannisberg, und dann folgt Mord auf Mord. Der Autor, gebürtiger Herforder, der seit 2004 in Lübeck wohnt, schickt seinen fiktiven Bielefelder Kriminalkommissar Jan Oldinhaus in seinem dritten OWL-Roman auf der Jagd nach dem "Senne-Mörder" quer durchs Oberzentrum, von Schildesche über Brackwede bis nach Sennestadt. Am 10. Oktober können die Bielefelder den Schriftsteller persönlich treffen und sich selbst überzeugen, wie gut dieser ihre Stadt wirklich kennt: bei dessen erster Lesung überhaupt in der Leineweberstadt.Vom Siggi bis nach Sennestadt Eine kleine Stärkung in einem Restaurant am Siggi, ein Absacker im Nichtschwimmer, mit dem Auto am Bielefelder Berg, auf Ermittlung in der Lessingstraße am Fuß der Schönen Aussicht oder in der Gaststätte am Johannisberg: Wer Oldinghaus vom Kriminalkommissariat 11 der Bielefelder Polizei auf seinen Touren begleitet und selbst im Oberzentrum wohnt, trifft immer wieder auf bekannte Orte. Die hat sein Erfinder selbst jahrelang erkundet. "Ich habe bis zu meinem 21. Lebensjahr in Herford gelebt", erzählt Schlennstedt. Ob zum Shoppen, zu Konzerten oder abends unterwegs, Bielefeld gehörte von Jugend an zu seinem persönlichen Einzugsbereich. "Dort war alles ein bisschen größer und aufregender als zu Hause." Ein patriarchalischer Vater und ein stockendes Liebesleben Vor rund zehn Jahren, 2009, schickte Schennstedt, inzwischen Verfasser mehrerer Romane, seinen ostwestfälischen Helden erstmals auf Spurensuche, zunächst in der Kurzgeschichte "Schatten unter den Linden". Damals habe er Lust gehabt, einen Krimi in OWL spielen lassen, erzählt der Schriftsteller, der 2006 seinen ersten Kriminalroman "Linien" im Selbstverlag veröffentlicht hat, gegenüber nw.de. "Ich habe ich mir dann viel exaktere Gedanken gemacht als vorher und alle Figuren detailgenau aufbereitet." Wie seinen Kriminalkommissar: Ende 30, dynamisch, schick gekleidet, mit trocknem Humor und rot-blonden Haaren, der einen Mini fährt und in einer Altbauwohnung am Neuen Markt in Herford wohnt. Der Probleme mit seinem Bruder, mit seinem patriarchalischen Vater und ein "stockendes Liebesleben" hat. Der in seiner Freizeit als Schlagzeuger in einer Band spielt, mit der er in seinem Sabbatjahr durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tourt. Und, kaum wieder zurück und eigentlich noch gar nicht im Dienst, den Fall mit dem Senne-Mörder aufs Auge gedrückt bekommt. Überhaupt geht Schlennstedt mit seinem fiktiven Fahnder nicht gerade zimperlich um. 2010 musste sich Oldinghaus im ersten OWL-Krimi "Westfalenbräu" mit einem vergifteten Bierfass auf dem Herforder Hoekerfest befassen, im "Dorfschweigen" dann geht gleich auf den ersten Seiten in der Lipperlandhalle in Lemgo eine Nagelbombe hoch. 111 Orte, die man in Bielefeld gesehen haben muss Zwischenzeitlich macht Jobst Schlennstedt, der im Hauptberuf als Unternehmensberater eher trockene gutachterliche Studien zur Hafen- und Logistikwirtschaft verfasst, immer wieder einen Abstecher in die Reiseliteratur, zusammen mit Ehefrau Alexandra. 2013 brachte das Ehepaar den ungewöhnlichen Regionalführer "111 Orte, die man in Ostwestfalen-Lippe gesehen haben muss" heraus, das mit Abstand bestverkaufte seiner Bücher, berichtet Schlennstedt. 2017 folgte "111 Orte, die man in Bielefeld gesehen haben muss". Und nun, ganz aktuell, das "Sennegrab". Wie alle seine Bücher ist das abends, nach dem Job, entstanden. "Es lief auch rund und flüssig in den Laptop hinein", meint er lachend. Den nächsten Oldinghaus-Krimi hat er schon in Arbeit, diesmal werden Tote auf dem Velmerstot, dem höchsten Berg des Eggegebirges, gefunden. Schlennstedt: "Ich muss im Januar abgeben." Mai 2020 ist als Erscheinungstermin geplant. Doch nun kommt erst einmal die Lesung in Bielefeld. Bei Thalia am 10. Oktober, Oberntorwall 23, um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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