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Hitzefrei setzt auch heute noch Kinder in Ekstase - Eltern wohl eher weniger.   - © Pixabay / Stux
Hitzefrei setzt auch heute noch Kinder in Ekstase - Eltern wohl eher weniger.   | © Pixabay / Stux

Bielefeld Hitzefrei in den ersten Bielefelder Schulen

Wenn die Temperatur im Klassenzimmer die 27-Grad-Marke übersteigt, haben Schüler gute Chancen, dass der Unterricht ausfällt.

Stefan Becker
19.06.2019 | Stand 19.06.2019, 16:55 Uhr

Bielefeld. Nach der vierten Stunde war Schluss. Die heiße Witterung am Mittwoch sorgte in einigen Bielefelder Schulen für das erste Hitzefrei dieses Sommers. Zumindest für die Schüler der fünften und sechsten Klasse im Gymnasium Waldhof. Doch Hitzefrei bedeutet nicht automatisch - ab ins Freibad. Zuerst mussten die Kinder mit ihren Eltern klären, wie es mit dem Tage-Programm weiter gehen sollte, dann durften sie sich für den Rest des Unterrichts aus der Schule verabschieden, erklärte das Sekretariat. Musical- und Chorprobe blieb Pflicht Wer von den älteren Schülern noch in der Chorprobe saß oder fürs Musical probte, sang oder tanzte sich tapfer durch die Wärme und packte danach seine sieben Sachen in die Schultasche und verschwand im nächsten Schwimmbad. An der Sekundarschule und dem Gymnasium in Bethel entfiel ebenfalls für die Kinder der Klassen 5 bis 9 der Unterricht, jedoch erst ab dem Nachmittag. „Temperaturen über 30 Grad, in den Klassenräumen war es nicht mehr auszuhalten", erzählte ein der Reedaktion sehr gut bekannter Siebtklässler, bevor er sich leichten Herzens vom Hof machte. Kühle Gemäuer der Marienschule Am Ratsgymnasium durften die Schüler der Unterstufe ebenfalls nach der Mittagspause den vorzeitigen Heimweg antreten. Natürlich immer nach vorheriger Absprache mit den Eltern, wie die Schulen versicherten. Doch längst nicht alle Schüler in den Bielefelder Unterstufen kamen in den Genuss vom begehrten Hitzefrei. So sei es zum Beispiel in den dicken alten Mauern der Marienschule der Ursulinen trotz der Hitze draußen vor der Tür im Inneren der Klassenzimmer so kühl geblieben, dass die Kinder weiter unterrichtet werden konnten, wie die Schule mitteilte. Freigetränke versus Freibad Demnach blieben die Temperaturen in den Räumen in Schildesche unter der magischen 27 Grad-Marke, ab der sich Lehrer und Schulleitung langsam Gedanken machen über die weitere Gestaltung des Tages: Lehrplan leger oder verordnete Freizeit.Klettert dann die Quecksilbersäule über die 30-Grad-Marke, sind die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Das Schulministerium von NRW sieht in solchen Situationen laut eines Berichts des WDR die "Lockerung von Bekleidungsregeln" vor sowie das "Bereitstellen von Trinkwasser" - oder eben die Entscheidung für Hitzefrei. Die endgültige Entscheidung trifft jede Schulleitung individuell. Und das könnte in den nächsten drei Wochen bis zum Beginn der Sommerferien noch das ein oder andere Mal in Bielefeld passieren.

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