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Peter Salchow, Ingrid Deutmeyer, Stephan Noltze, Anja Ritschel, Andreas Risse, Birgit Reher und Angelika Niemeyer (von links). Sie freuen sich über die Auszeichnung. - © Mike-Dennis Müller / www.mdm.photo
Peter Salchow, Ingrid Deutmeyer, Stephan Noltze, Anja Ritschel, Andreas Risse, Birgit Reher und Angelika Niemeyer (von links). Sie freuen sich über die Auszeichnung. | © Mike-Dennis Müller / www.mdm.photo

Bielefeld Bielefeld bleibt für weitere zwei Jahre Fairtrade-Stadt

Damit macht sie sich weiter offiziell für fairen Handel stark. Das ganze Jahr über gibt's Veranstaltungen zum Thema, Höhepunkt ist das "FAIRstival" im Ravensberger Park

Ariane Mönikes
01.05.2019 | Stand 30.04.2019, 12:55 Uhr

Bielefeld. Seit April 2013 trägt Bielefeld nun schon den Titel "Fairtrade-Stadt", jetzt ist er für zwei weitere Jahre vergeben worden. Damit gehört Bielefeld neben Städten wie London, Brüssel oder auch San Francisco weiterhin offiziell zum Kreis derjenigen, die sich für fairen Handel stark machen. "Wir können uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen", sagt Umwelt-Dezernentin Anja Ritschel. "Es wird regelmäßig geschaut, ob sich die Stadt auch weiter um das Thema kümmert." Ritschel sieht es als Ansporn. "Da ist auch nicht nur die Stadtverwaltung beteiligt, sondern die ganze Stadt darf sich freuen." Auch dieses Jahr wird es wieder viele Aktionen und Veranstaltung rund um den fairen Handel geben. Im Mittelpunkt steht das "FAIRstival" am Samstag, 20. Juli, im Ravensberger Park, bei dem es viele Infos, Aktionen und Spaß rund um den fairen Handel mit viel Musik aus der Region geben wird, erklärt Birgit Reher, Agenda-Koordinatorin der Stadt Bielefeld. Die Veranstaltung läuft von 14 bis 2 Uhr nachts. Während der Aktionswoche – genau genommen sind es 14 Tage – vom 13. bis 27. September gibt es die unterschiedlichsten Veranstaltungen: Auf dem Jahnplatz ist am Samstag, 14. September, von 11 bis 17 Uhr ein Aktionstag unter dem Motto "Fair handeln für ein gutes Leben" geplant, am selben Tag läuft von 10 bis 13 Uhr im Weltladen eine Probieraktion. Die Verbraucherzentrale Bielefeld lädt am Montag, 16. September, zur Veranstaltung "Geldanlage mit gutem Gewissen" in die VHS ein. Beginn ist um 18.30 Uhr. Alle Infos gibt's auch hier. Kaffee aus Bielefelds Partnerstadt Den Akteuren ist grundsätzlich der Dreiklang "Fair – regional – bio" wichtig, um viele Aspekte zu nachhaltigem Konsum zu berücksichtigen. Gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltfreundliche Strukturen von Herstellung und Handel stünden dabei im Fokus. "Immer mehr Kunden wünschen sich Produkte, die sie guten Gewissens kaufen können, weil sie fair und nachhaltig hergestellt wurden", erklärt Birgit Reher. So importiert die Bielefelder Kaffeewelt Eisbrenner aus Altenhagen seit 2013 fair gehandelten Kaffee aus Bielefelds nicaraguanischer Partnerstadt Estelí. An mehr als 20 Verkaufsstellen wird der laut Inhaber Andreas Risse mittlerweile verkauft. Der faire Gedanke hört laut Reher in Bielefeld aber nicht bei Nahrungs- und Genussmitteln auf, Kleidung gehöre ebenfalls dazu. So etwa die Arbeitskleidung der Mitarbeiter des Umweltbetriebs. Das Engagement in Bielefeld ist groß: So betreiben sechs Kirchengemeinden gemeinsam das "Fairtrade Mobil", einen kleinen Verkaufsanhänger. Jeden ersten Donnerstag im Monat stehen sie damit auf dem Abendmarkt am Klosterplatz. Inzwischen sind auch fünf Bielefelder Schulen als "FairtradeSchools" ausgezeichnet worden. Sie setzen dort regelmäßig Projekte zum fairen Handel um. Dabei sind das Carl-Severing-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung, das Rudolf-Rempel-Berufskolleg, die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schulen (Gymnasium und Sekundaschule) und die Gertrud-Bäumer-Realschule. 2.200 Städte tragen den Titel Mittlerweile tragen weltweit mehr als 2.200 Städte und Gemeinden in mehr als 36 Ländern den Titel "Fairtrade-Town". Vorreiter ist Großbritannien. Dort wurde die Kampagne im Jahr 2000 gestartet. Seitdem hat sie sich weit über den Globus verbreitet. Die Auszeichnung wird in Deutschland vom gemeinnützigen Verein "TransFair"vergeben. Um Fairtrade-Stadt zu werden, müssen mehrere Bedingungen erfüllt werden: Unter anderem müssen bei öffentlichen Sitzungen im Rathaus faire Produkte ausgeschenkt werden. Auch ist eine lokale Steuerungsgruppe nötig, die als Netzwerk vor Ort Aktivitäten zum fairen Handel anstößt und koordiniert. Mindestens 22 Cafés und Restaurants sowie 44 Geschäfte müssten je zwei fair gehandelte Produkte anbieten. In Bielefeld wird die Zahl laut Reher aber mit 200 Akteuren deutlich überschritten.

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