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Training im Olympia-Pulli: Alexandra Reck (17) trainiert mit Bradley Kerr verschiedene Schlagvarianten in der Sporthalle der Mamre-Patmos-Schule. Auch den großen Reisekoffer mit Deutschlandadler (Hintergrund) hat sie vom Komitee schon bekommen. - © Sarah Jonek
Training im Olympia-Pulli: Alexandra Reck (17) trainiert mit Bradley Kerr verschiedene Schlagvarianten in der Sporthalle der Mamre-Patmos-Schule. Auch den großen Reisekoffer mit Deutschlandadler (Hintergrund) hat sie vom Komitee schon bekommen. | © Sarah Jonek

Bielefeld Bielefelderin startet bei den Special-Olympics

Weltspiele: Alexandra Reck (17), Schülerin der Mamre-Patmos-Schule, startet in der Sportart Golf für das Deutsche Team bei den "Special Olympics" in Abu Dhabi. Und das sei erst der Anfang, sagt ihr Trainer, der Profi Bradley Kerr

Ivonne Michel
10.02.2019 | Stand 08.02.2019, 20:18 Uhr

Bielefeld. Fleiß, Disziplin, Geduld, Kondition, Begabung und Spaß am Sport: Alexandra Reck (17) hat alles, was man braucht, um erfolgreich Golf zu spielen, so ihr Trainer, der Profi Bradley Kerr. Und doch ist es etwas Besonderes, dass die 17-jährige Schülerin der Mamre-Patmos-Schule jetzt bald für das Deutsche Team bei den "Special Olympics" in Abu Dhabi starten darf. "Und das ist sicher erst der Anfang", ergänzt Kerr. Er prophezeit seiner Schülerin eine große Sportkarriere. Am 8. März geht die große, 14-tägige Reise los - ohne Eltern Alexandra selbst ist ganz gelassen, gibt aber zu: "Ich bin begabt" - und grinst. Golf sei ihre absolute Lieblingsbeschäftigung. Immer freitags steht die besondere AG auf dem Stundenplan der Mamre-Patmos-Schule. Bereits seit 2001 gibt es dank Unterstützung der Firma Hörmann das Projekt an der Förderschule für Kinder mit Behinderungen. Alexandra spielt erst seit vier Jahren, "ist aber schon verdammt gut", sagt Kerr, der aus Schottland stammt und als "Head Coach" das vierköpfige Deutsche Golfteam - die anderen Sportler kommen aus Bremen, Minden und Lippstadt - begleitet. Am 8. März geht die große Reise los. Von Hannover geht?s über Frankfurt nach Abu Dhabi, ein Siebenstundenflug. "Da ist es dann schön warm", sagt Alexandra und strahlt. Um die 24 Grad. In den großen grauen Koffer mit Deutschlandadler und Schriftzug "Germany" will sie auf jeden Fall auch ihren Badeanzug mit einpacken. Und als Glücksbringer ihre drei Kuscheltiertiger und Timo, den Golfschlägerüberzug im Tigerlook. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, sagt Alexandra. Aber sie freue sich auch schon riesig auf die 14-tägige Reise. Mutter Friederik Reck ist besorgt und gleichzeitig sehr stolz  Mama Friederike Reck ist "hin- und hergerissen zwischen Stolz und Besorgnis". Es ist das erste Mal, dass Alexandra so weit ohne ihre Eltern reist. Aber es sei eine gute Übung fürs Loslassen. "Das ist ganz wichtig", sagt Reck. Sie fliegt nach zwei Tagen hinterher , um die Weltspiele der Special Olympics, die Olympischen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung, in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit zu erleben. Auf Facebook, Instagram und Youtube könne man dann alles tagesaktuell mitverfolgen. Chip, pat, pitch: Unter Kerrs Anleitung trainiert Alexandra immer freitags und sonntags die verschiedenen Schlagvarianten und Feinheiten in der Sporthalle der Mamre-Patmos-Schule und im Bielefelder Golfclub. "Da trainieren wir im Sommer auch draußen", berichtet Kerr. Alexandra startet in Abu Dhabi im Level I, dem Geschicklichkeits-Wettbewerb, bei dem die Sportler mit Holz- und Eisenschlägern das ganze Repertoire der Schläge unter Beweis stellen müssen. Die internationale Konkurrenz sei schon sehr gut, so Kerr. Vor allem die Spieler aus Großbritannien und Kanada. Da sei Golf viel mehr verbreitet als bei uns. Das Programm bei den Special Olympics habe schon einen straffen Zeitplan, so der Trainer. Nach der Eröffnungszeremonie in Dubai geht?s für die Sportler ins Hauptquartier. Der Turnierplatz "Yas Links" sei weltbekannt. Neben der sportlichen Erfahrung seien auch die internationalen Begegnungen sicher ein ganz besondere Erfahrung. Alexandra trainiert neben Abschlägen dafür auch schon weiter die wichtigsten englischen Sätze. Auch Klaus-Hermann Bunte, Konrektor der Mamre-Patmos-Schule, ist stolz, dass sich Alexandra für die Weltspiele qualifiziert hat. "Und wenn man bedenkt, dass vor 75 Jahren Menschen wie Alexandra hier bei uns in Deutschland kaum eine Chance hatten, bekommt man schon Gänsehaut", ergänzt er.

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