Bielefeld bereitet sich auf die Nazi-Demo vor. - © Archivfoto Jens Reddeker
Bielefeld bereitet sich auf die Nazi-Demo vor. | © Archivfoto Jens Reddeker

Bielefeld Bielefeld bereitet sich auf Nazi-Aufmarsch am Wochenende vor

In der Altstadt werden am Donnerstag große Banner aufgehängt

Alexandra Buck

Bielefeld. Am Wochenende rechnet die Polizei mit dem größten Einsatz des Jahres in Bielefeld. Wie berichtet werden am Samstag, 10. November, rechtsradikale Gratulanten der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck erwartet, die derzeit in der Justizvollzugsanstalt Brackwede einsitzt. Gerechnet wird mit mehreren Hundert Neonazis, die Haverbecks Geburtstag zum Anlass nahmen, einen Marsch durch die Bielefelder Innenstadt zu organisieren. Hier werden sie auf vermutlich hunderte Antifa-Aktivisten treffen die eben jenen Marsch verhindern wollen. Größter Einsatz des Jahres Eine große Herausforderung für die Polizei, die in einem Pressegespräch am Dienstag über ihr Vorgehen informieren wird. Die Kaufleute der Bielefelder Altstadt positionieren sich klar gegen den für Samstag geplanten Nazi-Aufmarsch in Bielefeld. Sie wollen am Donnerstag an markanten Orten in der Altstadt große Banner mit der Aufschrift "Kein Platz für Faschismus, Rassismus, Extremismus!" aufhängen. Auch der Bielefelder Integrationsrat schwört die Bielefelder ein: Er ruft alle Migrantinnen und Migranten, Vereine und Gruppen auf, gegen den Aufmarsch der Neonazis ein Zeichen zu setzen und sich den Demonstrationen für ein tolerantes und weltoffenes Bielefeld anzuschließen.Warnung vor der "Normalisierung rechter Aussagen" "Der Integrationsrat positioniert sich entschieden gegen antimuslimischen Rassismus, gegen Antisemitismus und Antiziganismus und gegen jegliche Art von Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht, Hautfarbe oder Weltanschauung", heißt es in einer Mitteilung des Integrationsrates. Zudem warnt das Gremium eindringlich vor der "Normalisierung rechter Aussagen". Erklärungsmuster wie „ethnische Andersartigkeit" und Szenarien von „Kulturkampf", „Belastungsgrenzen" und von Bedrohungen im Kontext von Zuwanderung, wie etwa „Migration ist die Mutter aller Probleme", seien heute beinahe selbstverständlich in der öffentlichen Auseinandersetzung. Rechte Straftäter könnten sich, dadurch ermutigt, leicht als Vollstrecker des „Volkswillens" legitimiert fühlen. Deshalb appelliert der Integrationsrat: „Am 10. November muss deutlich gezeigt werden, dass wir alle aus der Geschichte gelernt haben und die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Mehrheit der Gesellschaft lehnt Rassismus ab, sie will ein friedliches und tolerantes Zusammenleben im Alltag. Es darf nicht länger hingenommen werden, dass rechte Meinungen und Parolen in Politik und Öffentlichkeit den Ton angeben."

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