Zügig unterwegs: Felix Scherpel (9), der für die Städtische Realschule Lichtenau an den Start geht, zeigt, was er beim Geschicklichkeitsrennen drauf hat. Auch das Drehkreuz schafft er souverän. - © BARBARA FRANKE
Zügig unterwegs: Felix Scherpel (9), der für die Städtische Realschule Lichtenau an den Start geht, zeigt, was er beim Geschicklichkeitsrennen drauf hat. Auch das Drehkreuz schafft er souverän. | © BARBARA FRANKE

Bielefeld Flotte Flitzer düsen in Bielefeld über den Asphalt

20 Teams aus Ostwestfalen-Lippe sind beim „Bobby Car Solar Cup“ auf dem Stadtwerke-Gelände gestartet

Ariane Mönikes

Bielefeld. Henry Meyer-Rahe ist bereit. Drei Fahrer sind noch vor ihm dran, dann darf er in den Parcours. Jetzt zählt nur noch sein fahrerisches Geschick. Mit Startnummer 18 geht der Sechsjährige ins Rennen, er fährt für das Max-Planck-Gymnasium (MPG). Die Nachwuchs-Konstrukteure Clemens Prenneis, Nikolaus Arens, Niklas Rotter, Jan Max Lachmann, Tilman Mestwerdt und Leon Drichel (alle 15 Jahre jung) haben aus einem Bausatz – elektrischer Antriebsmotor und Regler sowie Photovoltaik-Bausatz – einen kleinen Flitzer gebastelt. Physiklehrer Danny Riepenhusen hat die Jungs betreut. „Ein halbes Jahr wurde an dem Bobby-Car gearbeitet, jetzt kommt die Kür", sagt er. Es ist sein sechster „Bobby Car Solar Cup". Er ist erfahren, von Nervosität keine Spur. Aber er muss ja auch nicht auf die Rennstrecke. Nachbar hatte sein Talent entdeckt Henry ist eigentlich Kettcar-Fahrer, erzählt der stolze Vater Christoph Meyer-Rahe. Für den Solar-Cup ist er aufs Bobby-Car umgestiegen. Nachwuchs-Konstrukteur Clemens Prenneis hatte das Talent von Nachbarsjunge Henry entdeckt und ihn direkt verpflichtet. Für die drei vorderen Plätze sollte es am Ende aber leider nicht reichen. Drei Schulen aus Bielefeld sind beim Solar-Cup dabei: das Max-Planck-Gymnasium, die Realschule Heepen und das Hans-Ehrenberg-Gymnasium. In zwei Disziplinen treten die Teams gegeneinander an, einzeln nacheinander im Geschicklichkeits-Parcours und später im Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Nachwuchs-Konstrukteure kommen aus den Jahrgangsstufen 8 bis 13. Ein halbes Jahr Vorlauf hatten die Schüler, haben in Kooperation mit Unternehmen an ihren Flitzern getüftelt. Auch Emma Schweppe (7) ist dabei. Sie fährt für das Team der Realschule Heepen. Mit Emma sind es insgesamt nur vier Mädchen, die an den Start gehen. „Sie hat Biss", sagt Tim Heinemann. Er ist Ausbildungsleiter bei der Starrag Technology, Produktbereich Droop + Rein. Das Unternehmen kooperiert mit der Realschule. Heinemann weiß, worauf es ankommt. „Die Technik ist simpel gehalten", sagt er. „Je mehr dran ist, desto mehr kann auch kaputtgehen." Fahrer dürfen nicht älter als 9 sein Stephan Stuckenschneider, Lehrer an der Realschule Heepen, hält eine ganze Menge von dem „Bobby Car Solar Cup". „Wir haben schon einige Schüler bei unserem Partner-Unternehmen in die Ausbildung bekommen", erzählt er. Sie hätten sich bewiesen, seien interessiert und hochmotiviert. Die Fahrer dürfen nicht älter als 9 sein. Praktisch, wenn die kleine Schwester genau in dem Alter ist. Das dachte sich auch Ferris Leander Fechner (16), der die Q2 des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Bad Oeynhausen besucht. Der Nachwuchs-Konstrukteur sorgte mit seinem Team dafür, dass der Schlitten möglichst schnell beschleunigt, Mama Ines Fechner frisierte der Tochter noch eine Blume ins Haar. „Sieht super aus" – gibt ihr Moderator Tim Linnenbrügger noch mit auf den Weg. Und weg ist sie.

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