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Es kann derzeit nur geschätzt werden, wie viele Prostituierte es in Bielefeld gibt. - © Symbolfoto dpa
Es kann derzeit nur geschätzt werden, wie viele Prostituierte es in Bielefeld gibt. | © Symbolfoto dpa

Bielefeld So viele Prostituierte gibt es in Bielefeld

Ab 1. Juli gilt ein behördlicher Beratungszwang für Prostituierte. In Bielefeld werden alle in der Region tätigen Frauen sozial und gesundheitlich betreut

Ansgar Mönter
16.05.2017 | Stand 17.05.2017, 00:05 Uhr

Bielefeld. Prostituierte, die in Ostwestfalen tätig sind, müssen sich ab 1. Juli in Bielefeld offiziell anmelden. Das besagt das neue Prostituiertenschutzgesetz. In der Region wurde in Vorgesprächen mit den Kreisen und der Stadt entschieden, die Anmeldestelle für die Beratung in Bielefeld anzusiedeln. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss der Stadt hat dieses Konzept jetzt beschlossen. Sozial- und Gesundheitsberatung Demnach gilt ab Juli eine obligatorische Sozialberatung und Gesundheitsberatung für Frauen in diesem Gewerbe. „Die Mitarbeiter klären über Arbeits- und Sozialrecht auf, geben Hilfestellungen bei Bedarf und zeigen eventuell Möglichkeiten eines Ausstiegs auf", erklärt Sozialdezernentin Anja Ritschel. In der Gesundheitsberatung geht es vor allem um den Selbstschutz der Frauen. Die Kommunen in der Region haben sich dazu entschieden, diese Aufgabe in Bielefeld zu bündeln. Die Stadt wird deshalb Personal einstellen. Geplant sind 3,7 Stellen. Berechnet wurde sie aufgrund von Schätzungen, wie viele Prostituierte es in Ostwestfalen gibt. Bordellbetreiber brauchen ab Juli Erlaubnis Nach Informationen der Polizei geht die Behörde von etwa 130 Prostituierten in Bielefeld sowie gut 1.000 in den umliegenden Kreisen aus, wobei „von einer breiten Grauzone ausgegangen werden muss", gibt Dezernentin Ritschel zu bedenken. Angemeldete Prostituierte erhalten eine Bestätigung. Nur damit dürfen sie ihrer Dienstleistung nachgehen. Sind sie bereits im Geschäft, haben sie für die Anmeldung noch Zeit bis Ende des Jahres. Betreiber von Bordellen, Laufhäusern, mobilen Puffs oder Escort-Vermittlungen brauchen ebenso ab Juli eine Erlaubnis. Wer schon im Geschäft ist, muss diese Pflicht bis Oktober erledigen. Die Konzessionen werden aber nicht in Bielefeld, sondern von den einzelnen Städten und Kreisen ausgegeben. Dem Beschluss sind viele Gespräche in der Region vorausgegangen. Das Prostituiertenschutzgesetz selbst wurde vom Bund beschlossen und über das Land weitergeleitet.

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