Die Kaselowskystraße heißt ab Freitag wieder Hochstraße. - © Andreas Frücht (Archiv)
Die Kaselowskystraße heißt ab Freitag wieder Hochstraße. | © Andreas Frücht (Archiv)

Bielefeld Die Kaselowskystraße in Bielefeld heißt ab Freitag wieder "Hochstraße"

Jahrzehntelang war die gesellschaftliche Rolle des früheren Oetker-Chefs wegen seiner Vergangenheit umstritten

Alexandra Buck

Bielefeld. Die Kaselowskystraße in Bielefeld heißt ab Freitag wieder Hochstraße. Das hat die Stadtverwaltung am Morgen bekannt gegeben. Die Gedenktafel an der Kunsthalle, die Richard Kaselowskys umstrittene Vergangenheit verschwieg, soll ebenfalls ausgetauscht werden. Am 30. Januar hatte der Bielefelder Stadtentwicklungsausschuss grünes Licht für die Umbenennung der Straße gegeben, die bereits 2001 Hochstraße hieß. Richard Kaselowsky, gestorben 1944, war Oetker-Chef und -Teilhaber sowie Stiefvater von Rudolf August Oetker. Weil er im Dritten Reich wirtschaftliche und militärische Führungspositionen innehatte, ist seine gesellschaftliche Rolle in Bielefeld umstritten. Im Frühsommer hatten einige Bürger angeregt, der bisherigen Gedenktafel in der Kunsthalle, die Kaselowskys Rolle als Nationalsozialist verschweigt, um eine weitere, detailliertere, zu ergänzen. Der Vorschlag ging der Familie aber zu weit. Sie lehnte die zweite Gedenktafel ab. Stattdessen soll die alte Tafel durch eine komplett neue ersetzt werden. 1965 stiftete Oetker der Stadt Bielefeld die Kunsthalle, die er nach seinem Stiefvater Richard Kaselowsky benannte. 1968 bei der Einweihungsfeier kam es zu Protesten wegen des belasteten Namens. Es dauerte schließlich 48 Jahre bis die Namensänderung der Straße beschlossen wurde. Auch die Umbenennung der Kaselowskystraße war ein Vorschlag der Familie Oetker gewesen.

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