Machen neugierig auf Mathe: Isolde Wrazidlo (Mitte), Nicole Wellensiek (doppelt links über ihr) sowie Julia Gundel, Maresa Bartscher, Almut Matthewes. - © Wolfgang Rudolf
Machen neugierig auf Mathe: Isolde Wrazidlo (Mitte), Nicole Wellensiek (doppelt links über ihr) sowie Julia Gundel, Maresa Bartscher, Almut Matthewes. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Ausstellung im Namu: So macht Mathe richtig Spaß

Kinder im Kita- und Grundschulalter sollen von Sonntag an bis zum 12. März im Naturkundemuseum mit ganz viel Spaß an mathematische Fragen herangeführt werden

Kurt Ehmke

Bielefeld. Zu wohl kaum einem anderen Fach gibt es eine so klare Haltung wie zu Mathe. Geliebt, gehasst. In Mathe doof zu sein ist vermutlich fast die einzige Blödheit, die gesellschaftsfähig ist – und auf Partys durchaus gerne und sogar stolz vorgetragen wird. Mathe ist stigmatisiert. Dabei kann Mathe Spaß machen, cool sein und das Denken erweitern, kurz: Im Leben kann Mathe-Wissen hilfreich sein. Ein Sonderausstellung im Naturkundemuseum (Namu) will jetzt Kita-Kindern und Grundschülern die Mathematik spielerisch näherbringen – und die Eltern mit all ihren Urteilen und Vorurteilen dürfen gerne mitmachen, betonen Museumschefin Isolde Wrazidlo und Nicole Wellensiek von der Uni Bielefeld, Fakultät Mathematik. Sie betreut auch das Mathe-Teutolab, jenes Schülerlabor, das sonst eher Jugendliche aus der Sekundarstufe 1 anspricht. An 15 Stationen können sich die Kinder von wissenschaftlichen Effekten faszinieren lassen und nach Lösungen forschen. Seifenhäute? Igelräder? Gespensterpuzzle? Zahlenkreis? Dabei helfen ihnen an mehreren Tagen auch gerne Studentinnen von der Uni – sie studieren alle Lehramt auf Grundschule mit dem Fokus auf Mathe. Sie bieten dann auch eigene Mathe-Spiele und Experimente an. Julia Charlotte Gundel ist eine der Studentinnen, sie mag Mathe, sagt: „Ich habe früher schon immer die Knobel-AG in der Schule gemocht und habe echt Freude an Mathe." Deshalb glaubt sie auch, „dass ich das dann vielleicht besser vermitteln kann". Wie tief verankert die Anti-Mathe-Haltung – besonders bei und gegenüber Mädchen – verankert ist, erlebt sie bei der Nachhilfe, die sie gibt. „Es kommen nur Mädchen; und ihre Eltern sagen häufig, dass ihre Tochter das können muss, obwohl sie es später ja sowieso nicht mehr brauche." Studentin Maresa Bartscher ergänzt: „Ich hatte mal einen Lehrer, der mir bei einer Nachfrage nur sagte ’Das ist Mathe, das musst Du nicht verstehen.’" Genau das wollen sie alle nicht vermitteln. Sie wollen aufräumen. Bartscher: „Wir lernen im Studium neue Systeme kennen, mit denen Mathe erlernt werden kann, so die Arbeit in Kleinstgruppen mit anschließender Debatte in der Klasse über Lösungen." Die Ausstellung ist bis zum 12. März zu sehen, eröffnet wird sie Sonntag ab 12.30 Uhr. Alle Sondertermine – auch die der Studentinnen vor Ort – sind auf www.namu-ev-de zu finden.

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