Mehr als 10.000 Teilnehmer schätzte die Polizei bei "Bielefeld ist bunt und weltoffen". - © FOTO: JULIA GESEMANN
Mehr als 10.000 Teilnehmer schätzte die Polizei bei "Bielefeld ist bunt und weltoffen". | © FOTO: JULIA GESEMANN

Bielefeld Mehr als 10.000 Teilnehmer bei "Bielefeld ist bunt und weltoffen"

Kundgebung auf dem Jahnplatz verlief friedlich

Julia Gesemann

Bielefeld. Der Bielefelder Jahnplatz hat sich am Montagabend in ein Lichtermeer verwandelt. Nach den Pegida-Auftritten der Vergangenheit und den religiösen Anschlägen in Paris hatte das Bielefelder Bündnis gegen Rechts zu der Kundgebung für ein buntes und weltoffenes Bielefeld aufgerufen. Mehr als 10.000 Menschen waren diesem Aufruf gefolgt. Damit war die Kundgebung die größte Demo in Bielefeld seit dem 12. Januar 1991, als rund 15.000 Menschen wenige Tage vor dem Einmarsch der USA in den ersten Krieg gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein in der Bielefelder Innenstadt protestierten. Mit Glockengeläut der vier Innenstadtkirchen, einer Schweigeminute und Lichtern setzten die Teilnehmer der friedlichen Kundgebung ein Zeichen gegen religiöse Gewalt und Rassismus. Bürgermeisterin Karin Schrader, in Vertretung für Oberbürgermeister Pit Clausen anwesend, war „dankbar, dass so viele gekommen waren, um Bielefeld eine Stimme zu geben“."Gigantischer Anblick" Mit farbig bemalten Transparenten sagten die Teilnehmer Nein zu Rassismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus und Ja zur Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit. Cemil Sahinöz, Vorsitzender des Bündnis Islamischer Gemeinden Bielefeld, sprach von einem „gigantischen Anblick“ angesichts der Menschenmenge, die den gesamten Jahnplatz einnahm. „Es gibt keinen theologischen Unterbau für Terror im Islam“, machte er deutlich. Presse- und Meinungsfreiheit seien Werte, auf die „wir nicht verzichten können und wollen“. Eindeutig Stellung bezog auch Thomas Seim, Chefredakteur der Neuen Westfälischen: „Wir wollen nicht zulassen, dass islamistische Terroristen mit brutaler und tödlicher Gewalt gegen Journalisten oder wen auch immer unser freies Demonstrationsrecht bedrohen und kassieren.“ Die Absage von Kundgebungen in Dresden aus Sicherheitsgründen, ganz gleich ob auf der Pegida- oder der Anti-Pegida-Seite, sei absolut inakzeptabel. Die Kundgebung verlief aus Sicht der Polizei überaus friedlich. Lediglich ein Zug von 100 bis 200 Autonomen hatte nach der Kundgebung auf ihrem unangemeldeten Marsch durch die Stadt zum AJZ für Unruhe gesorgt. Auf der August-Bebel-Straße soll eine Polizistin mit einem Transparent im Gesicht verletzt worden sein. Auch in Bad Salzuflen gingen am Abend 200 Menschen bei einer Kundgebung gegen die Pegida-Bewegung auf die Straße.

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