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Setzen auf Nachhaltigkeit: Jan Krügermeier (links) und Ralf Maschmann mit einem Prototyp des e-lifters.  - © Patrick Pollmeier / FH Bielefeld
Setzen auf Nachhaltigkeit: Jan Krügermeier (links) und Ralf Maschmann mit einem Prototyp des e-lifters.  | © Patrick Pollmeier / FH Bielefeld
Innovation

Elektrischer Bollerwagen

Der „e-lifter“ des Lemgoer Start-ups owltec soll eine Revolution in der Mikro-Logistik auslösen. Die Vision: Stadtbewohner können schwere Einkäufe mühelos nach Hause transportieren – und das Auto bleibt stehen. Nun suchen die Gründer Investoren.

29.09.2021 | Stand 28.09.2021, 14:10 Uhr

Wer schon einmal mit vollgepackten Fahrradtaschen oder zu Fuß schwere Einkäufe nach Hause transportieren wollte, weiß: Größere Einkäufe lassen sich nur beschwerlich CO2-neutral ohne Auto nach Hause befördern. Für genau solche Fälle haben Jan Krügermeier und Ralf Maschmann den „e-lifter" entwickelt. Bei der Gründung ihres Start-ups „owltec" wurden sie ein Jahr lang durch die Fachhochschule (FH) Bielefeld unterstützt. Die Coaches des Center for Entrepreneurship (CFE) berieten die Jungunternehmer im Gründerstipendium.NRW.

Bis zu 100 Kilogramm soll der „e-lifter" des Lemgoer Start-ups transportieren können. Ausgestattet mit einem elektrischen Antrieb können Getränkekisten oder andere schwere Gegenstände ganz ohne Muskelkraft von A nach B gebracht werden. Ein Handgriff an die Stange des e-lifters genügt und schon setzt sich das Gefährt in Bewegung. Nur das Lenken muss noch übernommen werden.

Einen Prototyp gibt es schon: Optisch erinnert der Lastentransporter an eine Mischung aus Bollerwagen und Kinder-Fahrradanhänger. Seine Funktion ist die eines „Hacken-Porsches", allerdings mit deutlich mehr Zuladung. Der Akku kann genau wie bei vielen E-Bikes entnommen und an einer Steckdose geladen werden.

„Die Idee kam mir, als ich meinen Nachbarn dabei beobachtete, wie er mit einem handelsüblichen Handwagen seine Getränkekisten zog", erzählt Krügermeier. Aus der Idee wurde dann schnell ein Gründungsvorhaben. „Über das Gründungsnetzwerk und eine Internetrecherche waren Ralf und ich auf das Innovationslabor OWL und den Nachfolger, das Center for Entrepreneurship, aufmerksam geworden", so Krügermeier.

Die Coaches des CFE übernehmen die Gründungsberatung für Start-ups, die das Gründerstipendium.NRW erhalten. In Ostwestfalen-Lippe berät neben der FH Bielefeld unter anderem die Industrie- und Handelskammer Gründungsinteressierte. Wer durch wen in seiner Gründung unterstützt wird, entscheidet eine Jury bei der Vergabe des Gründerstipendiums. „Bei owltec handelt es sich um eine Bündelung unterschiedlichster Zukunftsthemen wie etwa E-Mobilität, 5G, Nachhaltigkeit und demografischer Wandel", erläutert Lukas Gawor, Mitarbeiter am CFE. „Daher liegt es bei diesen technologie-orientierten Start-ups nahe, dass die Gründungsberatung durch uns als Hochschule wahrgenommen wurde. Genau diese Themen sind bei uns in Lehre und Forschung verankert."

Die Gründer haben für ihr Gefährt bereits weitere Einsatzgebiete identifiziert: „Wir können uns den e-lifter sehr gut für den gesamten Bereich der Mikro-Logistik vorstellen. Zum Beispiel für Postzusteller oder auch innerhalb von industrieller Produktion oder im Handel für die interne Logistik", so Maschmann.

Eine weitere Vision der Gründer: der e-lifter als Teil eines Verleihsystems, das zum Beispiel lokale Verkehrsbetriebe oder Supermarktketten betreiben. Kunden könnten am Supermarkt den e-lifter mitnehmen und damit ihren Einkauf nach Hause bringen.

Nicht nur aus diesem Grund arbeiten Maschmann und Krügermeier auch daran, dass der e-lifter perspektivisch autonom fahren kann. So könnte er selbstständig wieder zum Supermarkt zurückfahren. „Das Ziel ist der (voll-)autonome e-lifter, der wie eine Logistik-Drohne eingesetzt werden kann", sagt Krügermeier.

Dass der e-lifter heute schon vielmehr ist als nur ein elektrischer Bollerwagen, zeigen die weiteren Features: Mittels Smartphone-App und GPS kann der Lastentransporter geortet oder zum Beispiel der Akku-Ladestand überprüft werden. Vor Diebstahl ist er je nach Ausstattungsvariante mit einem elektronischen Schlüssel oder mechanischem Schloss und elektronischer Wegfahrsperre mit „Vibrationsalarm" gesichert. Auch Statistiken über die zurückgelegten Kilometer und die Nutzungszeiten wertet die App aus. Und mit integrierter USB-Ladefunktion dient der e-lifter auch als Powerbank, wenn der Smartphone-Akku schwächelt.

„Trotz der Unterstützung durch das CFE ist die Suche nach Investoren im vergangenen Corona-Jahr sehr schwer gewesen", berichtet Krügermeier. Neben der Zulassung des e-lifters für den Straßenverkehr ist die Investorensuche daher nun der nächste Meilenstein. 

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