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Pickert als Tiramisu: Statt Löffelbiscuits findet sich Pickert in dieser Kreation von Koch Jörg Haskenhoff - © Jan Henrik Gerdener
Pickert als Tiramisu: Statt Löffelbiscuits findet sich Pickert in dieser Kreation von Koch Jörg Haskenhoff | © Jan Henrik Gerdener

Borgholzhausen Westfälisch genießen: Pickert als Tiramisu - und mehr

Für Gourmets: Die Initiative „Westfälisch Genießen“ zeigt, wie vielseitig die lokale Spezialität sein kann

Jan-Henrik Gerdener
08.10.2019 | Stand 09.10.2019, 15:47 Uhr

Borgholzhausen. Ursprünglich war der Pickert ein „Arme-Leute-Essen". Verwendet wurden einfache Zutaten: geriebene Kartoffeln, Mehl, Eier, Milch und Salz, eventuell auch Rosinen. Aus der Not wurde die Tradition und so ist der Pickert mittlerweile nicht mehr aus Westfalen wegzudenken. Doch Pickert geht auch anders. Das zeigen vier Köche der Initiative „Westfälisch Genießen". Besondere Rezepte „Das besondere an Pickert ist, dass er süß und herb genossen werden kann", sagt Bernhard Kampmann. In der Kreation des Kochs vom Schlichte Hof trifft sich beides. Seinen Pickert serviert er klassisch, aber angereichert mit einer Kartoffel-Espuma. Dazu gibt es karamelisierte Kürbiskerne und geröstete Weißbrot-Croutons. Der Kontrast aus süßen Kernen und der leicht scharfen Kartoffelcreme ergänzt sich gut mit dem klassischen Pickertgeschmack. Süß wird es bei seinen Kollegen Jörg Haskenhoff vom Landgasthof Pappelkrug und Rudolf Viviers vom Hotel Westfalen Hof. Haskenhoff präsentiert ein Pickert-Tiramisu. Statt auf Löffelbiscuits wird hier die Creme auf eine Pickertschicht gehäuft. Viviers greift statt auf herkömmliche Kartoffeln auf Süßkartoffeln zurück und serviert sie mit einem Apfel-Birnen Mousse. Stefan Breidenbach vom Landgasthof Potthoff reichert den Pickert im Glas mit fein geriebenem Kürbis an. Bei seinem Gericht wird der Pickert direkt im Glas gebacken, muss aber vor dem Servieren noch in Scheiben geschnitten und in Fett goldbraun gebraten werden. Die Initiative "Westfälisch Genießen" Mit ihren Kreationen wollen die Köche zeigen, wie aus dem westfälischen Klassiker etwas Neues entstehen kann. Denn: „Wenn die Nächte wieder dunkler und länger werden wie jetzt, ist Pickertzeit", sagt Friedrich Wilhelm Krüger. Er ist Geschäftsführer der Initiative „Westfälisch Genießen", die sich seit 30 Jahren für die Pflege der hiesigen Küche einsetzt. Köche und Gastronomen aus 25 Restaurants führen das Qualitätssiegel der Initiative.

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