Laura Karasek, Moderatorin und Schriftstellerin, präsentiert ihre neue Talkshow "Laura Karasek - Zart am Limit" auf ZDFneo. - © picture alliance/dpa
Laura Karasek, Moderatorin und Schriftstellerin, präsentiert ihre neue Talkshow "Laura Karasek - Zart am Limit" auf ZDFneo. | © picture alliance/dpa

Interview Laura Karasek: „Das Rampensau-Gen habe ich vom Vater“

Laura Karasek (37) - Anwältin, Autorin und Tochter von Kultur-Journalist Helmuth Karasek - vertritt ab heute Jan Böhmermann

Cornelia Wystrichowski
04.07.2019 | Stand 03.07.2019, 22:51 Uhr

Frau Karasek, Sie haben jahrelang als Juristin praktiziert, jetzt starten Sie im Fernsehen durch. Wie wird man von der Anwältin zur Talkmasterin? Laura Karasek:Wenn Sie das so sagen, klingt es ja fast, als hätte ich die Trüffelpasta gegen einen McDonalds-Burger eingetauscht (lacht). Aber es gibt doch schlechteres, als eine eigene Fernsehsendung zu haben. Außerdem gibt es auch Parallelen zwischen den beiden Jobs: Als Anwalt muss man das Gericht überzeugen und als Moderatorin das Publikum und im Idealfall auch noch seine Gäste. Sie vertreten Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale". Wie viel Böhmermann steckt in Ihrer Show „Zart am Limit"? Karasek:Ich finde Jan Böhmermann ganz toll, seine Sendung ist unglaublich innovativ, mutig, crazy und abgefahren. Aber ich mache was Eigenes. Er macht Late Night und Satire, ich mache eine Talkshow. Ich will weder der neue noch der bessere Jan sein – ich bin Laura. Es ist Ihr Debüt als TV-Moderatorin. Sie sollen sich beim ZDF ja mit einer Mail beworben haben. Karasek:Dazu gibt es eine Vorgeschichte. Ich war durch mein erstes Buch in Shows zu Gast, danach sind Produktionsfirmen und Sender an mich herangetreten. Die haben schon 2012 gesagt, ich müsse was Eigenes machen, weil sie mich lustig und unterhaltsam fanden. Aber wie das mit Träumen so ist: Man schiebt sie immer auf. Bis ich eines Tages in der Kanzlei saß und dachte: ,Ich bin Mitte 30, wenn ich es jetzt nicht mache, dann nie.‘ Und dann habe ich diese Mail an ZDFneo geschrieben mit dem Satz: „Bitte lernen Sie mich kennen, Sie werden es nicht bereuen." Das war natürlich lustig gemeint. Ihr Vater war der bekannte Literaturkritiker Hellmuth Karasek. Glauben Sie, dass der Name Karasek ein Türöffner war? Karasek: Ja, natürlich. Wobei der Name zwar oft hilft, aber manchmal auch schadet. Viele Leute denken, ach, das ist wieder so ein Promikind, und andere fürchten, dass ich immer nur über Bücher reden will, weil der Name Karasek für Intellektualität steht – dabei wollen sie doch Unterhaltung machen und keine Reclamhefte besprechen. Hat Ihnen Ihr 2015 gestorbener Vater, der zum „Literarischen Quartett" gehörte, Tipps für gelungene Fernsehauftritte gegeben? Karasek: Er hat mir auf jeden Fall das Rampensau-Gen mitgegeben, er stand gerne auf der Bühne. Bei uns zu Hause herrschte ein unglaublicher Druck, wer die Geschichte mit der besten Pointe erzählt, den neuesten Witz. Wir haben jedes Wochenende zusammen gegessen, mein Vater hat gekocht, und es gab immer ein Battle zwischen mir und meinem Bruder, der sehr schlagfertig ist. Da waren viele laute Menschen zusammen, die gerne Geschichten erzählten, und jeder wollte immer den größten Lacher und den meisten Applaus. Sind bei Ihnen daheim die Promis ein- und ausgegangen? Karasek:Ja, ich habe als Kind viele tolle Leute kennengelernt. Mein Vater war zum Beispiel sehr eng mit Günther Jauch befreundet, Benjamin von Stuckrad-Barre saß bei uns daheim, und ich hatte sogar mal Marlene Dietrich am Telefon. Einmal hat Thomas Gottschalk meinen Vater besucht und sich einen Gag daraus gemacht, mit dem Taxi bei meiner Tanzschule vorzufahren, um mich von der Flirtdisco am Samstagabend abzuholen – das war damals in den 90ern zur Hochzeit von „Wetten, dass..?" und für mich als 14-Jährige natürlich eine echte Sensation. Ansonsten war das Abgeholtwerden von der Disco ja eher uncool. Talkshow „Laura Karasek – Zart am Limit", Donnerstag, 4. Juli, 22.15 Uhr, ZDFneo

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