Mehrere Zehntausend Menschen sind zum Open-Air-Konzert nach Chemnitz gekommen.

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Mehrere Zehntausend Menschen sind zum Open-Air-Konzert nach Chemnitz gekommen.

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Chemnitz #wirsindmehr: Hier könnt Ihr das Konzert in Chemnitz live verfolgen

Für alle, die es heute nicht nach Chemnitz schaffen, gibt es einen Livestream

Lena Henning

Chemnitz. Mehrere Bands und Musiker wollen nach den Ausschreitungen in Chemnitz mit einem Gratis-Konzert ein Zeichen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt setzen. Mit dabei sind Rapper Marteria, Casper, K.I.Z., die Chemnitzer Band Kraftklub und die Toten Hosen. Ursprünglich sollte das Konzert am Karl-Marx-Kopf in der Chemnitzer Innenstadt stattfinden. Da die Veranstalter nach eigenen Angaben aber mehr als 20.000 Besucher erwarten, wurde das Konzert inzwischen auf den Platz an der Johanniskirche verlegt. Zur Absicherung sei ausreichend Security im Einsatz. Die Stadt Chemnitz bestätigte am Abend, dass rund 50.000 Menschen zum Konzert kamen. Wer es nicht schafft, nach Chemnitz zu reisen, der kann die Auftritte online verfolgen. Seit 17 Uhr gibt es eine Live-Übertragung im Netz: Arte Concert überträgt die Veranstaltung ebenfalls im Livestream. Mehr als vier Stunden lang Musik Ein Zeitplan für das Gratis-Konzert unter dem Motto "#wirsindmehr" steht inzwischen auch. Zu Beginn gibt es eine Schweigeminute für den 35-Jährigen, dessen Tod die Proteste ausgelöst hatte. Den musikalischen Auftakt machten ab 17.20 Uhr der Sänger Trettmann. Zum Abschluss gegen 20.40 Uhr spielten die Toten Hosen. In Chemnitz gibt es seit Tagen Demonstrationen von Neonazis und Gegnern der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sowie Gegenproteste. Auslöser war der Tod eines 35 Jahre alten Deutschen, der in der Stadt Opfer einer Messerattacke geworden war. Als Antwort auf die Ausschreitungen in Chemnitz hatten die Rapper Casper und Marteria, die zuletzt auch in Bielefeld vor der Schücoarena ein spontanes Konzert gegeben hatten, sich entschlossen, in Chemnitz aufzutreten. Innerhalb kurzer Zeit schlossen sich weitere Bands an, so dass sich die spontane Aktion inzwischen zu einem mehrstündigen Auftritt entwickelt hat.

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