Internet-Rentner "Harold" ist das Gesicht der neuen Otto-Kampagne. - © Otto/YouTube
Internet-Rentner "Harold" ist das Gesicht der neuen Otto-Kampagne. | © Otto/YouTube

Netzwelt Grinsendes Werbegesicht und Internet-Meme: Wer ist eigentlich "Harold"?

Im neuen Otto-Werbespot grinst neuerdings Rentner "Harold". Der Mann ist kein Unbekannter: Schon seit Jahren geistern seine Bilder durchs Netz. Aber: Wer ist Harold? Und was steckt dahinter?

Matthias Schwarzer

Hamburg. Wer sich oft in den sozialen Netzwerken aufhält, der wurde bestimmt schon einmal von "Harold" angelächelt. Der Rentner mit dem ungewöhnlichen Grinsen hat sich seit Jahren zu einem echten Internet-Hype entwickelt. Im Netz wurde der Mann auf den Stockfotos "Hide the Pain Harold" getauft, weil sein Lachen stark nach unterdrücktem Schmerz aussieht. Ganze Bildergalerien, Facebook-Seiten, Websites und Instagram-Profile erzählen inzwischen die fiktiven Geschichte von "Harold". Dabei schlüpft er immer wieder in andere Rollen: Mal ist er Handwerker, mal Arzt - und mal bei Yoga. Seit ein paar Tagen ist der Rentner auch das Gesicht einer deutschen Werbekampagne. In dem Video des Hamburger Versandhändlers Otto öffnet Harold, wie gewohnt merkwürdig grinsend, den Paketboten die Tür, um sein neues Gaming-Notebook in Empfang zu nehmen. "Tut Ihnen was weh?", fragen die Versandhändler. Dann stoßen sie auf die gesamte, grinsende "Harold"-Familie. Doch woher kommt der Netz-Hype um "Hide the Pain"-Harold? Und: Wer steckt eigentlich dahinter? Wer ist Harold? Wie so oft bei Internet-Memes, ist ihr Ursprung nicht leicht herauszufinden. In diesem Fall dürfte "Hide the Pain Harold" aber erstmals in dem Forum "Facepunch" aufgetaucht sein - und zwar schon 2011. Nutzer bastelten aus einem ganz gewöhnlichen Stockfoto witzige Geschichten. Ein Internet-Hype war geboren. "Harold" heißt eigentlich András Arató, und ist pensionierter Elektriker aus Ungarn. Er hatte vor vielen Jahren ein Foto aus seinem Türkei-Urlaub im Netz gepostet und war daraufhin von einem Stockfoto-Fotografen entdeckt worden. Auf der Website Dreamstime erschienen im September 2011 seine ersten Bilder. Stockfotos werden vor allem von Unternehmen und Werbeagenturen verwendet. Sie zeigen ganz normale Menschen in den unterschiedlichsten Situationen. Die Bilder lassen sich perfekt für Werbeanzeigen verwenden. "Schmerzen" hatte "Harold" bei dem Shooting übrigens nicht. Er habe minutenlang lächeln müssen und sei dann müde gewesen, sagte Arató dem Stern. "Das ist nicht mein natürlicher Gesichtsausdruck", betonte er. Werbevideo ist ein Klick-Hit Für das Versandunternehmen hat sich das Engagement des grinsenden Rentners gelohnt: Mehr als 1 Millionen Menschen haben sich das Otto-Werbevideo bereits auf Facebook angesehen - auf YouTube hat der Clip schon 2,6 Millionen Klicks. Die Werbekampagne stammt aus der Feder der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Die war auch schon in der Vergangenheit immer wieder für bekannte Werbespots verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die EDEKA-Kampagne "Supergeil" sowie diverse kultige Neunziger-Spots - von "Ricola - Wer hat's erfunden?" bis "Geiz ist geil" von Saturn.

realisiert durch evolver group