Mögliche Gefahr: Besonders bei großer Hitze sollten sich Schwimmer vor dem Baden gut abkühlen. - © Oliver Krato
Mögliche Gefahr: Besonders bei großer Hitze sollten sich Schwimmer vor dem Baden gut abkühlen. | © Oliver Krato

Super Sommer Was man im Schwimmbad tun sollte - und was nicht

Dank hoher Temperaturen und vielen Sonnenstunden sind die Bäder in OWL voll. Beim Sprung ins Becken oder Sonnen auf der Wiese müssen Besucher jedoch einiges beachten

Carina Schmihing

Unbedeckte Brüste, unbedachte Sprünge ins kalte Wasser und unbeaufsichtigte Kinder sorgen in den Freibädern in Ostwestfalen-Lippe immer wieder für Ärger und Irritationen. Doch was ist beim Abkühlen und Sonnen in der Batze überhaupt erlaubt? Kleiderregeln Für Aufruhr haben unbedeckte Brüste im Bielefelder Wiesenbad gesorgt. Eine Gruppe von Frauen hatte dort mit unbekleidetem Oberkörper protestiert. Laut der Haus- und Badeordnung der Bielefelder Bäder ist das Schwimmen in „üblicher Badekleidung" Pflicht. Eine ausdrückliche Pflicht, Brüste zu bedecken, bestehe jedoch nicht. Der Ordnungsdienst hatte die Damen dennoch ermahnt, die Brüste zu bedecken. Für die Bielefelder Stadtwerke sei das viel Aufregung um nichts, denn in den Bielefelder Bädern sei es auch Frauen erlaubt, oberkörperfrei zu baden und sich zu sonnen. Grundsätzlich müssen sich Badegäste an die jeweilige Haus- und Badeordnung der Bäder halten. Kälte birgt Gefahren Nach einem harten Arbeitstag ins kalte Wasser springen – eine verlockende Vorstellung. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Nach Angaben der DLRG gibt es in heißen Sommern besonders viele Badetote. Oft hängt das nach Angaben eines Sprechers damit zusammen, dass Schwimmer sich vor dem Baden nicht richtig abkühlen. Doch vor allem bei hohen Temperaturen ist das wichtig für das Herz-Kreislaufsystem, erklärt der DLRG-Sprecher. Wenn der Körper durch die Hitze erwärmt wird, werden auch die Gefäße weit. Eine rasche Abkühlung, wie etwa durch einen Sprung ins kalte Wasser, führt dazu, dass sich die Adern schnell zusammenziehen. Dabei kann es zu einem Temperaturschock kommen, denn der Blutdruck steigt rasant. Insbesondere für Ältere oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen kann das lebensgefährlich sein. Mögliche Folgen: Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Vor allem Senioren, die früher sportlich waren, laufen Gefahr sich zu überschätzen. Wichtig ist nach Angaben der DLRG auch, nicht zu lange im kalten Wasser zu bleiben. Wer zu frieren beginnt, muss aus dem Becken und sollte nicht warten, bis sich die Lippen blau verfärbt haben. Der Körper ist in diesem Zustand mit dem Aufwärmen beschäftigt, so dass Energie für Bewegung fehlt und er schnell schlapp macht. Auf Kinder Acht geben Auf einen Todesfall kommen vermutlich noch einmal fünf bis zehn „Beinahe-Ertrinkungsunfälle", erklärt ein DLRG-Sprecher. Kindern, denen diese Unfälle passieren, kann zwar durch intensivmedizinische Maßnahmen oft das Leben gerettet werden, jedoch seien die Langzeitfolgen fatal: Schwere neurologische Schäden sind oft die Folge. Der DLRG-Präsident Achim Haag rät Eltern daher, ihre Kinder am Wasser nicht aus den Augen zu lassen. Kinder sollten schon früh an Wasser gewöhnt und ab vier Jahren an das Schwimmen herangeführt werden. Aber selbst wenn Kinder schwimmen können, sollten sie niemals unbeaufsichtigt im Wasser baden. Die Verantwortung kann nicht einfach an Bademeister übergeben werden. Fotografieren ist Tabu Den Freunden mal eben zeigen, wie schön es im Schwimmbad ist. Das wollen viele Besucher und zücken deshalb ihr Smartphone, um Fotos zu schießen. Doch in vielen Fällen werden im Hintergrund Menschen mit abgelichtet, die möglicherweise nicht damit einverstanden sind. Viele Betreiber haben das Fotografieren in Schwimmbädern deshalb in ihren Hausordnungen untersagt. In den Freibädern in Enger und Spenge sind Handys beispielsweise nur eingeschränkt erlaubt. Meistens gilt: Handys ja, Filmen und Fotografieren nein. In Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen darf grundsätzlich nicht fotografiert werden, egal ob im Freibad oder in der Schwimmhalle. Verankert ist das Verbot in der Badeordnung: Das Fotografieren und Filmen von Personen ist nicht gestattet, heißt es dort. In der Hausordnung der Bielefelder Bäder ist die Einschränkung nicht so strikt. Hier ist eine Einwilligung der abgelichteten Personen erforderlich.

realisiert durch evolver group