Schwarze Rauchwolken: Schon im Kölner Stadion hatten einige Chaoten mit reichlich Pyrotechnik für Entsetzen gesorgt. Dafür droht dem Verein eine Geldstrafe vom DFB. - © Imago/Herbert Bucco
Schwarze Rauchwolken: Schon im Kölner Stadion hatten einige Chaoten mit reichlich Pyrotechnik für Entsetzen gesorgt. Dafür droht dem Verein eine Geldstrafe vom DFB. | © Imago/Herbert Bucco

Paderborn Randale im Regionalzug: So reagiert der SCP auf die Ausschreitungen

Nach dem Auswärtsspiel in Köln: Regionalexpress so heftig demoliert, dass der Regionalexpress ausgetauscht werden musste. Polizist von Flasche getroffen. Auch der Verein wird reagieren

Peter Hasenbein

Paderborn. 7.000 SC Paderborn-Fans feiern absolut friedlich stundenlang auf dem Rathausplatz und auch die Fußballer des SCP zeigen sich in Köln mit dem Auswärtssieg von ihrer besten Seite, doch 152 Randalierer sorgen für ganz andere Schlagzeilen: Sie nutzen die Heimfahrt, um den Regionalexpress so heftig zu zerstören, dass der Zug in Hamm ausgetauscht werden musste. Zersplitterte Scheiben, aufgeschlitzte Sitze, herausgerissene Deckenverkleidungen. "Die Ermittlungen dazu sind gerade erst angelaufen. Ein genaues Schadensbild haben wir noch nicht", erläutert Rainer Kerstiens, Pressesprecher der Bundespolizei in Münster. Und auch für den SC Paderborn wird die Randale ein erhebliches Nachspiel haben: Wie Geschäftsführer Martin Hornberger am Sonntag im Gespräch mit der NW versicherte, werde der Verein rigoros gegen alle Randalierer vorgehen. Wem eine Straftat nachgewiesen werden kann, dem werde nicht nur in der Benteler-Arena die rote Karte gezeigt. Bei all den Personen will der Verein auch ein bundesweites Stadionverbot erreichen. Strafe des DFB "Das sind Chaoten, eine andere Bezeichnungen kann ich dafür nicht finden. Es sind definitiv nicht unsere Fans. Diese Idioten wollen wir nicht in unserem Stadion haben", nimmt Hornberger kein Blatt vor den Mund. Sie würden dem Verein einen erheblichen Image- und wirtschaftlichen Schaden zufügen: Sowohl in Köln wurde zweimal Pyrotechnik abgebrannt als auch mehrfach beim letzten Heimspiel gegen Unterhaching. "In beiden Fällen warten wir auf die Strafe des DFB. Dieses Geld würde ich viel lieber in unsere Jugendarbeit und den Dialog mit den echten Fans investieren", betont Martin Hornberger. Nach Angaben der Polizei waren 30 bis 40 Personen schon am Hauptbahnhof in Köln aufgefallen. 152 waren es dann auf der Stecke zwischen Köln und Hamm. Sie zogen die Notbremse und zerfetzten die Abteile so gründlich, dass der Zug in Bönen angehalten werden musste. Während die Fans schon auf der Hinfahrt und ab Köln von einigen Polizisten in Zivil begleitet wurden, entschloss sich die Bundespolizei dann, ihre Kräfte in Bönen zu bündeln. Dabei wurden sie obendrein von der Landespolizei unterstützt. Um Punkt 19.43 Uhr wurde der ganze Zug dann in Bönen geräumt, von allen 152 Randalierern die Personalien festgestellt und Lichtbilder angefertigt. Ein Beamter wurde dabei sogar noch von einer Flasche getroffen. "Den Täter konnten wir allerdings sofort ermitteln", erläutert Rainer Kerstiens. Zug wurde gestoppt und ausgetauscht Insgesamt waren 250 Paderborner in dem Zug, rund 100 von ihnen beteiligten sich nicht an der Randale und konnten mit den anderen 500 Fahrgästen um 20.20 Uhr zunächst die Fahrt im Regionalexpress fortsetzen. Doch dann musste der Zug wegen der erheblichen Beschädigungen in Hamm endgültig gestoppt und ausgetauscht werden. "Um weitere Gefahren für alle anderen Zuggäste auszuschließen", begründet Rainer Kerstiens. Bei der Durchsuchung des Zuges fanden die Beamten Pyrotechnik, Beißschutz sowie 19 Sturmhauben. Alles wurde sichergestellt. Einige Kameras im Zug waren von den Chaoten zugeklebt worden. Während der Durchsuchung musste der Bahnhof gesperrt werden. Gegen 23 Uhr waren die Maßnahmen zur Identifizierung der Randalierer beendet. Dann konnten auch sie den Rest der Heimreise antreten - von weiteren Ausschreitungen ist der Polizei nichts bekannt. "Wir haben hervorragende Fans. Aber dazu zähle ich diese Chaoten natürlich nicht", stellt Martin Hornberger klar und setzt auch auf Zivilcourage bei den echten SCP-Anhängern: "Wer im Stadion beobachtet, welche Idioten Pyrotechnik einsetzen oder andere Straftaten begehen, der sollte den Mumm haben und die Namen preisgeben", fordert der SCP-Geschäftsführer auf und verweist auf den "Blau-Schwarzen Dialog", den der Verein seit Jahren mit der Fanszene pflegt.

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