Hoffnungsträger: Mit Vereinsurgestein Stefan Höppner als neuer Nummer eins hofft die SV Brackwede in der kommenden Saison auf gute Ergebnisse in der Oberliga. Auf einen Start in der Regionalliga hat sich der Verein nicht eingelassen. - © Andreas Zobe
Hoffnungsträger: Mit Vereinsurgestein Stefan Höppner als neuer Nummer eins hofft die SV Brackwede in der kommenden Saison auf gute Ergebnisse in der Oberliga. Auf einen Start in der Regionalliga hat sich der Verein nicht eingelassen. | © Andreas Zobe

Bielefeld Tischtennis: SV Brackwede vollzieht radikalen Schnitt

Nach sechs Jahren in der 2. und 3. Bundesliga verzichtet die SVB auf ihr Startrecht in der Regionalliga und meldet die erste Mannschaft für die Oberliga an

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Es ist ein radikaler Schnitt: Die SV Brackwede nimmt nach dem Abstieg aus der 3. Bundesliga den ihr zustehenden Regionalligaplatz nicht in Anspruch, sondern zieht sich in die Oberliga zurück. Die glorreichen Zeiten, in denen Asse wie "König Erik" Bottroff, Frantisek Placek oder Yang Lei in Brackwede die Fans begeisterten, sind damit auf absehbare Zeit vorbei. Die Führungsriege um Abteilungsleiter Thorsten List folgt mit der neuen Ausrichtung dem Tenor einer Meinungsumfrage, bei der sich die Mehrheit der Mitglieder für diesen Weg entschieden hatte. Der zweite Grund für die freiwillige Rückstufung waren fehlende personelle Alternativen. "Wir hatten einfach keine Leute in Aussicht, mit denen ein erfolgreiches Abschneiden in der Regionalliga möglich gewesen wäre", erläutert List, der indes voll hinter dem neuen Konzept steht: "Wir wollen in Zukunft mehr auf eigene Kräfte und Spieler aus der Region setzen." Talentierte Spieler der SVB hätten in den vergangenen Jahren "immer ein bisschen hintendran gehangen", da die Plätze in der ersten Mannschaft durch starke auswärtige Akteure blockiert gewesen seien. "Das wird sich ab sofort ändern", so List. »Wir wollen in Zukunft mehr auf eigene Kräfte und Spieler aus der Region setzen« Ein Blick auf die Aufstellung der neuen SV Brackwede macht deutlich, was damit gemeint ist. Angeführt wird die Mannschaft von Vereinsurgestein Stefan Höppner, als neue Nummer zwei wurde Marcin Kubiak, der vor den Bundesligazeiten ein Sympathieträger bei der SVB war, vom Landesligisten Post SV Bad Pyrmont zurückgeholt. Die Positionen drei und vier besetzen mit Kazimierz Wiszowaty (SC Wever) und Dan Drescher (TTSV Schloß Holte-Sende) zwei weitere Neuzugänge aus der näheren Umgebung. Und im unteren Paarkreuz schlagen Frank Wesch und das Eigengewächs Torben Pierskalla auf. "Das ist eine schlagkräftige Besetzung, von der wir in der Oberliga ganz sicher einen guten Mittelfeldplatz erwarten können", legt List die Latte gleich mal einigermaßen hoch. In der Rückrunde könnte auch noch Chris Klinksiek, der im vergangenen Jahr in der "Zweiten" einen großen Sprung gemacht hat, im Oktober aber erst einmal nach Australien entschwindet, zum Kader stoßen. Mit der ersten Mannschaft sowie einem Verbands- und einem Landesliga-Team habe die SV Brackwede in der kommenden Saison "eine schöne Reihenfolge" geschaffen, sagt Thorsten List - auch mit dem Blick auf potenzielle Neuzugänge: "Wir erhoffen uns eine weitreichende Breitenwirkung vor allem auf die vielen Talente in der Region, die bei uns jetzt die ihrem jeweiligen Können gemäße Spielklasse finden können." Mittelfristig will sich die SVB aber nicht mit der Oberliga begnügen. "Wir setzen schon auf Angriff", sagt List, der, wenn das Konzept greift, damit rechnet, in zwei bis vier Jahren wieder nach oben schauen zu können: "Manchmal ist es gut, einen Schritt zurück zu gehen und wichtige Dinge an der Basis zu erledigen, um dann leichter wieder zwei Schritte nach vorne machen zu können." »Wir besinnen uns auf das, was uns stark gemacht hat« Stefan Höppner, der neue Frontmann der SVB, sieht das ähnlich. "Es ist viel sinnvoller, in der Oberliga eine intakte Mannschaft aufzubauen, als unter allen Umständen in der Regionalliga aufzuschlagen", sagt der Routinier, der sich freut, "dass wir uns wieder auf das besinnen, was uns stark gemacht hat". Wichtig sei zudem, dass das Konzept vom gesamten Verein getragen werde: "Das ist eine gute Grundlage, um erfolgreich Tischtennis spielen zu können."

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