Paderborn ESC wird zum Aufstieg verdonnert

EISHOCKEY: Paderborn spielt künftig in der Regionalliga und präsentiert die ersten Neuzugänge

Frank Beineke

Paderborn. Erst in der vergangenen Saison hatte sich der ESC Paderborn von der Bezirksliga in die NRW-Liga hochstufen lassen. Der Neuling spielte eine prima Rolle, denn die Eishockey-Cracks von der Pader beendeten die Meisterrunde auf einem beachtlichen vierten Platz. Doch wenn Ende September der Startschuss in die Eishockey-Saison 2015/2016 erfolgt, wartet auf den ESC nun noch eine größere Herausforderung. Denn die Paderborner sind erneut am Grünen Tisch aufgestiegen und jagen künftig in der Regionalliga dem Puck hinterher. Während die Versetzung in die NRW-Liga auf Antrag des ESC erfolgt war, wurden die Paderborner nun allerdings zum "Zwangsaufstieg" in die fünfthöchste deutsche Spielklasse verdonnert. "Der Verband hat uns schon etwas überrumpelt", erklärt der ESC-Vorsitzende Vladimir Bezuglov, zugleich Kapitän der ESC-Herren. Doch letztlich entschieden sich die Paderborner dafür, das Abenteuer Regionalliga in Angriff zu nehmen. Denn im Vergleich zur NRW-Liga bleiben die Lizenzbedingungen und Kautionszahlungen unverändert. Zudem handelt es sich bei der neuen Spielklasse um eine "verkappte" NRW-Liga. Mit dem EHC Troisdorf, Neusser EV II, Herner EV II und dem Meister Herforder EV trifft der ESC Paderborn gleich auf vier Kontrahenten der vergangenen Saison. Komplettiert wird die Regionalliga von der Soester EG und von Oberliga-Absteiger Lippe-Hockey Hamm. Der vermehrte Aufstieg ist Resultat eines Kompetenzgerangels, das sich der NRW-Landesverband mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) geleistet hatte. Im Zuge einer Ligenreform installierte der DEB die Oberligen Nord und Süd. Der NRW-Landesverband aber wollte unbedingt an seiner Oberliga West festhalten. Ergebnis: Die Oberligen Nord und Süd sind jetzt die dritthöchsten Spielklassen in Deutschland, die Oberliga West ist die vierthöchste. Und da sich die West-Oberligisten Duisburg, Essen, Herne und Neuwied für einen Start in Liga drei entschieden, muss der NRW-Landesverband seine Spielklassen dementsprechend von unten auffüllen. Somit kommen die Paderborner Fans nun in den Genuss von Regionalliga-Eishockey. "Wir sind auch für diese Liga gerüstet. Und wir freuen uns vor allem auf die Derbys gegen Herford und Soest", betont Vladimir Bezuglov, der bereits erste Erfolge auf dem Transfermarkt vermelden kann. So werden die Verteidiger Dennis Klinge, Niels Hilgenberg und Billy Themm sowie Stürmer Hannes Kalb den ESC verstärken. Der 32-jährige Klinge spielte von 2010 bis 2012 für die Kassel Huskies und trug in der vergangenen Saison das Trikot des Regionalligisten Luchse Lauterbach. Sein jüngerer Bruder Manuel ist Ex-Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer von 2010. Der 23-jährige Niels Hilgenberg wechselt ebenfalls aus Lauterbach an die Pader und spielte einst auch für die Huskies. Letzteres gilt zudem für den 28-jährigen Hannes Kalb. Der 24-jährige Billy Themm wiederum stammt aus Kassel, spielte aber zuletzt für den Oberligisten Rostock Piranhas. Weitere Neuzugänge schließt der ESC-Vorsitzende nicht aus. "Zudem werden wir fast keine Abgänge haben", berichtet Vladimir Bezuglov. Allerdings droht der Verlust von Raimonds Upenieks. Der Leistungsträger aus Lettland liebäugelt mit einem Wechsel. Positiv ist dagegen die Tatsache, dass der ESC sich diesmal besser auf die Saison vorbereiten kann. Denn die Eishalle Mönkeloh wird diesmal schon im September für den Trainingsbetrieb öffnen. Bereits am 18. September bestreiten die Paderborner dabei ein Testspiel gegen den Ligakonkurrenten Herford. Das erste Regionalliga-Heimspiel folgt am Freitag, 16. Oktober. Dann gastiert der Herner EV II in der Eishalle Mönkeloh.

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