Gruppe Hwa-Rang Dojo: Axel Meinke (hinten v.l.), Hannah Ehlers, Chris Hopmann, Uwe Kampeter, Sarah Pörtner, Simon Pieper, Marlena Scheuermann, Laura Mathews sowie Ralf Priwitzer (vorne v.l.), Sebastian Koch, Mark Wünderlich, Maik Martens, Melanie Henke, Mareike Alsmöller und Dennis Martens. - © privat
Gruppe Hwa-Rang Dojo: Axel Meinke (hinten v.l.), Hannah Ehlers, Chris Hopmann, Uwe Kampeter, Sarah Pörtner, Simon Pieper, Marlena Scheuermann, Laura Mathews sowie Ralf Priwitzer (vorne v.l.), Sebastian Koch, Mark Wünderlich, Maik Martens, Melanie Henke, Mareike Alsmöller und Dennis Martens. | © privat

Lübbecke Drei Goldmedaillen gewonnen

Kampfsport: Die Kampfsportgemeinschaft TV Stockhausen/SV BW Oberbauerschaft zeigt bei der Weltmeisterschaft beeindruckende Leistungen

Wieder einmal beeindruckend: Sarah Pörtner mit dem Doppel-Tonfa im Waffen-Kata Wettbewerb. - © privat
Wieder einmal beeindruckend: Sarah Pörtner mit dem Doppel-Tonfa im Waffen-Kata Wettbewerb. | © privat

Lübbecke. Am ersten Oktober-Wochenende fanden nach 15 Jahren die Weltmeisterschaft der IBF (International Budo Federation) wieder in Deutschland statt. Ausgetragen wurden Wettkämpfe in den Kategorien Kata (Darstellung eines Kampfes gegen imaginäre Gegner), Waffen-Kata, Synchron-Kata, Semi-Kontakt Kampf Einzel und Team (Nationalmannschaften) sowie Vollkontakt-Kämpfe.

Zu den Favoriten im Bereich Synchron-Kata zählte das Team 1 der Kampfsportgemeinschaft Hwa-Rang Dojo (TV Stockhausen/SV BW Oberbauerschaft) mit Sarah Pörtner, Chris Hopmann und Simon Pieper, das für Deutschland an den Start ging. Leider musste es gleich zu Beginn gegen eine starke belgische Mannschaft seine erste Niederlage seit zwei Jahren einstecken. Auch ein weiteres Team zog vorbei. Trotzdem war der Gewinn der Bronzemedaille ein erster großer Erfolg. Das zweite Team mit Laura Mathews, Maik Martens und Marlena Scheuermann konnte sich dagegen nicht platzieren.

Lieferten sich einen spannenden Kampf: Chris Hopmann (l., Oberbauerschaft) und der Ukrainer Arslan Salnikow. - © privat
Lieferten sich einen spannenden Kampf: Chris Hopmann (l., Oberbauerschaft) und der Ukrainer Arslan Salnikow. | © privat

Interessanterweise gelang es jedem Mitglied des ersten Teams dennoch, eine Goldmedaille zu gewinnen. Den Anfang machte Sarah Pörtner beim Waffen-Kata. Die amtierende Europameisterin setzte sich mit dem Doppel-Tonfa souverän durch. Nur eine polnische Kämpferin wurde ihr gefährlich, konnte aber von Pörtner mit knappem Vorsprung besiegt werden.

Der Pool Waffen-Kata männlich ging ebenfalls an das Hwa-Rang Dojo. Überraschend setzte sich Simon Pieper mit dem Tonfa knapp vor einen polnischen und einen us-amerikanischen Starter und gewann Gold.

Im Bereich Kata männlich starteten 42 Kämpfer. Die besten sieben zogen in die Finalrunde, darunter auch Simon Pieper auf dem Medaillenplatz 3. Diesen Platz konnte er bis zum letzten Lauf verteidigen. Dann zog leider noch ein belgischer Starter an ihm vorbei.

Bei den anschließenden Kämpfen der National-Teams startete Chris Hopmann für Deutschland in der Gewichtsklasse bis 65 kg. Bis zum Finale gewann er alle seine Kämpfe. Im Finale trat das Team gegen die Niederlande an. 15 Sekunden vor Schluss lag Hopmann zwei Punkte hinten, konnte aber durch zwei schnelle Vorstöße noch ein Unentschieden erkämpfen. Das Team selber gewann und somit hatte auch Hopmann seine Goldmedaille.

Am zweiten Tag wurden die Einzeltitel ausgekämpft. Neben Hopmann (-65 kg) starteten Maik Martens (-70 kg) und Mark Wünderlich (-80 kg). Trotz gutem Anfang konnten sich Martens und Wünderlich nicht durchsetzen. Der erste Gegner von Hopmann, ein starker Ukrainer mit schnellen Fußtechniken, war vom Trainer-Team des Hwa-Rang Dojo im Vorfeld analysiert worden. Man entschied sich für eine kontrolliert, aber möglichst frühzeitige und überraschende Offensive, um zunächst in Führung zu gehen. Wegen der Konterstärke des Ukrainers insbesondere mit dem Bein sollte der weitere Kampf dann defensiv erfolgen. Ziel war lediglich die Verteidigung eines kleinen Vorsprungs über die Zeit und gegebenenfalls weitere Kontertreffer. Die Strategie griff zunächst. Gleich zu Beginn überrannte Hopmann seinen Gegner und erzielte einen sauberen Punkt mit der Faust. Kurz darauf sah er eine zweite Möglichkeit und griff entgegen der Planung erneut an. Hierbei wurde er jedoch mit einem Fußtreffer zum Kopf ausgekontert und lag mit 1:2 hinten. Diesen Vorsprung verteidigte nunmehr der Ukrainer durch eine defensive Kampfführung. Kurz vor Schluss musste Hopmann aufmachen und mit schnellen Angriffen alles auf eine Karte setzen. Dies nutze der Gegner erneut und konterte Hopmann bis zum Ende der Kampfzeit zum Punktestand von 4:1 aus.

Der Oberbauerschafter konnte jetzt nur noch um Platz 3 weiter kämpfen. Die nächsten Auseinandersetzungen entschied er zu seinen Gunsten. Zum Erreichen des kleinen Finales stand noch ein Gegner im Weg, gegen den er aber bald 0:2 hinten lag. Aus diesem Rückstand holte er noch einen 7:2- Sieg heraus und stand im Finale um Platz 3.

In diesem Kampf lag er ebenfalls nach eingesteckten Fußtreffern zum Kopf zunächst zurück. Da sein Gegner sich aber den Angriffen des Oberbauerschafters immer wieder durch Verlassen der Kampffläche entzog, wurde er disqualifiziert und Hopmann gewann Bronze.

Nach dem bisher einzigen WM-Titelgewinn der Kampfsportgemeinschaft 2006 in Kiew (Sarah Pörtner mit der Frauen-Nationalmannschaft) holte das Hwa-Rang Dojo bei der Heim-Weltmeisterschaft in Steinfurt mit überragenden Leistungen drei Gold- und zwei Bronzemedaillen.

Ralf Priwitzer (Stockhausen) wurde von der IBF besonders geehrt, da er seit nunmehr 12 Jahren auf jeder Europa- und Weltmeisterschaft als Kampfleiter im Einsatz gewesen ist. Der Leiter der Kampfsportgemeinschaft, Uwe Kampeter, erhielt aus den Händen des IBF-Präsidenten von Ungarn, Andras Szabo, eine Ehrung für seine umfassende Arbeit im Budo-Sport.

Sebastian Koch (Aliento Sport und Gesundheit Bad Holzhausen) begleitete die Weltmeisterschaft als Physiotherapeut der National-Mannscgaften. Mit Mareike Alsmöller, Dennis Martens, Melanie Henke, Axel Meinke und Hannah Ehlers haben weitere Mitglieder der Kampfsportgemeinschaft die Weltmeisterschaft organisatorisch unterstützt.

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