Arne Niemeyer (gegen die Rhein-Neckar-Löwen Oliver Roggisch und Karol Bielecki). - © FOTO: STEFAN POLLEX
Arne Niemeyer (gegen die Rhein-Neckar-Löwen Oliver Roggisch und Karol Bielecki). | © FOTO: STEFAN POLLEX

Wohlfühlfaktor Familie

HANDBALL: Arne Niemeyer bestreitet sein erstes Heimspiel für den TuS N-Lübbecke

VON RAINER PLACKE

Lübbecke. Fast 13 Jahre lang war er für GWD Minden im Einsatz. Nach einem einjährigen Abstecher zum HSV Hamburg kehrte Arne Niemeyer in diesem Sommer in den Kreis Minden-Lübbecke zurück. Allerdings zog es ihn zum Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnete. "Ich muss mich privat wohlfühlen, um gute Leistungen bringen zu können. Und beim TuS N-Lübbecke fühle ich mich sehr wohl, obwohl ich erst so kurze Zeit da bin", sagt der 27-Jährige vor dem ersten Heimspiel seines neuen Arbeitgebers gegen Bayer Dormagen.

Arne Niemeyer sieht sich mit seinen fast 28 Jahren "an einem Scheideweg". "Viele, die die Rivalität zwischen GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke kennen, haben diesen Schritt als mutig bezeichnet. Gerade vergangenen Samstag habe ich mit meinem ehemaligen GWD-Mitspieler Snorri Gudjonsson darüber gesprochen, der nun bei den Rhein Neckar Löwen unter Vertrag steht. Nach dem nicht so wie erhofft verlaufenen Jahr in Hamburg wollte ich etwas ganz Neues machen", so Niemeyer, der seine sportliche Zukunft eindeutig beim TuS N-Lübbecke sieht. "Ich habe ganz bewusst einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Ich hoffe, es werden noch mehr Jahre in Lübbecke. Das könnte durchaus die letzte Station meiner Laufbahn sein", fährt Niemeyer fort.

Man merkt ihm deutlich seine gute Laune an. "Durch die Rückkehr in die Heimat bin ich viel ausgeglichener und zufriedener. Es macht unheimlich viel aus, mit großem Spaß und großer Lust auf den Handball zum Training zu fahren", ist eine der wichtigsten Erkenntnisse Niemeyers nach zweieinhalb Monaten beim TuS N-Lübbecke. "Die Familie ist extrem wichtig für mich. Jetzt sind wir wieder alle nah beieinander, und das tut allen Seiten nur gut", freut sich Niemeyer.

In seinem Privatleben gibt es drei Personen, denen Arne Niemeyer "extrem vertraut". Gattin Claudia, Vater Rainer ("Er kennt mich am allerbesten und kann mir mit wenigen Gesten zeigen, was ich falsch mache") sowie Cousin Dennis Eichhorn. "Er ist mein allerbester Freund, wir haben täglich Kontakt", erzählt Niemeyer.

Nicht sehr gefreut hat er sich logischerweise über die Vorkommnisse während des zweiten Tags des Spielothek-Cups, als die Mindener Fan-Gruppierung "Commando 1924" ihn arg beleidigte und sich dabei im Ton vergriff. "Ich bin zu meiner Mindener Zeit immer gut mit dem Commando ausgekommen. Ich kann durchaus verstehen, dass sie ihrer Enttäuschung Luft machen wollten. Aber es gibt Grenzen einzuhalten. Ich hoffe, dass sie diese Grenzen nun kennen", so ein ernster Arne Niemeyer, der die Diffamierungen "einerseits als Belastung, andererseits als Ansporn es allen zu zeigen" bezeichnet.

Dass er in den vergangenen Wochen gleich in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückte, hat er eher wohlwollend registriert. "Ich freue mich schlicht und einfach in Lübbecke zu sein. Wir Handballer stehen nun mal in der Öffentlichkeit, das gehört zum Geschäft", empfindet Arne Niemeyer dieses Interesse keineswegs als belastend.

Nach einer sportlich eher unbefriedigenden Saison beim HSV Hamburg sieht Arne Niemeyer bei sich selbst "noch viel Luft nach oben". "Ich muss wieder in einen gewohnten Rhythmus kommen, deshalb sind viele Spiele ganz wichtig für mich", weiß er. Das erste Saisonspiel bei den Rhein Neckar Löwen verlor zwar der TuS N-Lübbecke, "doch wir haben die Löwen ganz schön lange ärgern können".

Und die über weite Strecken gute Leistung macht Niemeyer auch Mut für die erste Heimaufgabe am Samstagabend gegen Bayer Dormagen. "Man sollte unsere Stärke nicht unterschätzen. Wir haben logischerweise den Anspruch Bayer Dormagen zu besiegen", so Niemeyer, der "eine gewisse Anspannung vor den Spielen benötigt, um dann auch gute Leistungen abrufen zu können".

Bislang fühlt sich Arne Niemeyer also pudelwohl bei seinem neuen Verein, der "mit Michal Jurecki immerhin einen der besten Halblinken der Welt" hat. "Das passt sehr gut zusammen", sieht er sein Zusammenspiel mit dem polnischen Nationalspieler, das auch gegen Bayer Dormagen funktionieren sollte.

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