Erstliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld in der Saison 1970/71 mit (hinten v. l.) Trainer Egon Piechaczek, Karl-Heinz Brücken, Norbert Leopoldseder, Herbert Bittner, Waldemar Slomiany, Dieter Brei, Gerd Roggensack, Klaus Oberschelp, Volker Klein, Ernst Kuster und Co-Trainer Willi Nolting sowie (Mitte v. l.) Horst Wenzel, Horst Stockhausen, Dieter Schulz, Detlef Kemena, Jürgen Neumann, Gerd Knoth und Willi Lenz sowie (vorne v. l.) Ulrich Braun, Klaus Köller, Andreas Triebel, Gerd Siese, Gerd Kohl und Georg Stürz. - © FOTO: DPA
Erstliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld in der Saison 1970/71 mit (hinten v. l.) Trainer Egon Piechaczek, Karl-Heinz Brücken, Norbert Leopoldseder, Herbert Bittner, Waldemar Slomiany, Dieter Brei, Gerd Roggensack, Klaus Oberschelp, Volker Klein, Ernst Kuster und Co-Trainer Willi Nolting sowie (Mitte v. l.) Horst Wenzel, Horst Stockhausen, Dieter Schulz, Detlef Kemena, Jürgen Neumann, Gerd Knoth und Willi Lenz sowie (vorne v. l.) Ulrich Braun, Klaus Köller, Andreas Triebel, Gerd Siese, Gerd Kohl und Georg Stürz. | © FOTO: DPA

Ein hartes Lehrjahr bei Arminia

FUSSBALL: Der Körbecker Willi Lenz spielte in den 1970er Jahren für Bielefeld und Paderborn

VON FRANK BEINEKE

Paderborn/Körbecke. Thomas von Heesen tat es. Patrick Owomoyela und Marcel Ndjeng auch. Nicht zu vergessen Markus Bollmann. Sie alle spielten oder spielen für die ranghöchsten Fußballklubs aus Paderborn und Bielefeld. Dass auch der Körbecker Willi Lenz zu diesen Kickern gehört, wissen derweil wohl nur einige ältere Fußball-Fans. Doch der heutige Geschäftsführer des Paderborner Ahorn-Sportparks, der in den 70er-Jahren für den TuS Sennelager, TuS Schloß Neuhaus und 1. FC Paderborn spielte, stand in der Saison 1970/71 tatsächlich im Kader des damaligen Erstliga-Aufsteigers Arminia Bielefeld. Und es wurde für Willi Lenz eine enorm prägende Spielzeit.

"Das Jahr in Bielefeld war entscheidend für meine ganze spätere Karriere", blickt der 59-Jährige auf sein Engagement bei den Arminen zurück. Denn Bielefelds damaliger Trainer Egon Piechaczek, eine Verletzung und nicht zuletzt der Bundesliga-Skandal sollten Lenz in seinem Entschluss bestärken, auf eine Profi-Karriere zu verzichten.

Vielleicht wäre alles ganz anders gelaufen, wenn der gebürtige Körbecker 1970 zum KSV Hessen Kassel gewechselt wäre. Denn auch der Traditionsklub aus Nordhessen wollte den damals für den Bezirksligisten SF Warburg 08 spielenden Lenz verpflichten, nachdem dieser am 5. März 1969 bei einem Testspiel zwischen Warburg und Kassel (2:4) ins Visier der Talentspäher geraten war. Zudem hatte der 1. FC Paderborn seine Fühler nach dem zweikampfstarken Vorstopper ausgestreckt.

Doch Bielefelds Sturm-Legende Ernst "Johnny" Kuster, der mit dem damaligen Warburger Trainer Dieter Vollmer in Kassel gespielt hatte, lotste ihn zur Arminia, die soeben von der Regionalliga in die Bundesliga aufgestiegen war. Als Amateurspieler trainierte Willi Lenz fortan bei den Profis. Zugleich begann er bei Nixdorf eine Ausbildung zum Systemprogrammierer. Das härteste Lehrjahr seines Lebens musste der damals 19-Jährige jedoch bei der Arminia absolvieren.

So führte sich der ehemalige Armee-Offizier Egon Piechaczek auch in seiner Rolle als Cheftrainer wie ein General auf. "Disziplin war sein erstes Wort - und es war auch sein letztes. Piechaczek verstand es meisterhaft, Spieler zur Schnecke zu machen", erinnert sich Willi Lenz, der in der Hierarchie ganz unten stand und im Training verbal und körperlich eine Menge einstecken musste. Zudem warf ihn ein Muskelriss im Oberschenkel zurück. Und da Piechaczek im Abstiegskampf lieber auf erfahrene Spieler setzte, musste sich Lenz mit Einsätzen in der Nachwuchsrunde und in der Arminen-Reserve begnügen.

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