Stephan Eggert, Temel Hop, Lennard Warweg und Alexander Schiller (von links) feiern ihre Tore beim FC Gütersloh ab sofort im Zeichen des Gütesiegels. - © FOTO/MONTAGE: RAIMUND VORNBÄUMEN
Stephan Eggert, Temel Hop, Lennard Warweg und Alexander Schiller (von links) feiern ihre Tore beim FC Gütersloh ab sofort im Zeichen des Gütesiegels. | © FOTO/MONTAGE: RAIMUND VORNBÄUMEN

GÜTERSLOH FC Gütersloh erster Verein mit Qualitätssiegel

Westfalenligist poliert sein Image auf

Gütersloh (cab). Ein Ziel hat der FC Gütersloh bereits jetzt erreicht. Der TÜV Nord hat dem Fußball-Westfalenligisten das angestrebte Prüfsiegel nach der Norm "DIN EN ISO 9001:2008" zugesprochen. Im Oktober 2010 hatte der Verein das Verfahren angestoßen, zwei TÜV-Mitarbeiter haben bei einem Ortsbesuch den FCG nun durchleuchtet und keine Mängel festgestellt. Mit dem schriftlichen Bescheid in rund 14 Tagen darf der Klub offiziell den ISO-Zusatz im Briefkopf tragen. Bemerkenswert: Der FC Gütersloh ist in Deutschland der erste Fußballverein, der mit einer geprüften Qualität werben darf. Der FC St. Pauli hat parallel einen ähnlichen Weg eingeschlagen, das Verfahren läuft dort aber noch. Mit dem Siegel lassen sich im Rahmen des Qualitätsmanagements normalerweise Unternehmen aus der freien Wirtschaft auszeichnen. Thomas Martha, Pressesprecher vom TÜV Nord, findet es logisch, dass nun auch Sportvereine die Zertifizierung anstreben. "Schließlich werden sie immer mehr wie Wirtschaftsunternehmen geführt", sagt er. Auch in Vereinen gehe es darum, möglichst effizient zu arbeiten – und am Ende Geld einzusparen. "Das kann bei der Suche nach Sponsoren helfen." Schließlich sei es gut, darstellen zu können, wie die Mittel in dem Klub eingesetzt werden. Vorstand und Aufsichtsrat des FC Gütersloh sehen in dem Siegel einen "weiteren wichtigen Meilenstein in der Neustrukturierung des Vereins." Maßgeblich daran beteiligt war der Rheda-Wiedenbrücker Unternehmensberater Manfred Pittig, der ehrenamtlich das Verfahren koordiniert hat und es als "Sponsorenmaßnahme und Förderung des Fußballsports in Gütersloh" ansieht.Ein deutliches Zeichen für Seriosität Kernpunkt ist das "Management-Handbuch", in dem die Vereinsstruktur fixiert wird. Angegliedert daran wurden die Mitarbeiter aufgefordert, in einem Fragebogen ihre Aufgaben darzustellen. Selbst die individuellen Qualitäten der Spieler sind aufgeführt. "Mit diesen Daten als Grundlage haben wir alle Prozesse neu überdacht und, wenn nötig, neu strukturiert", erklärt Pittig. Kurz: Die Arbeitsabläufe wurden optimiert und schriftlich fixiert. Scheidet ein Angestellter aus, so Pittig, könne sein Nachfolger nun ohne lange Einarbeitung den Job fortsetzen. Zuschauer und Fans kamen ebenfalls zu Wort: Unter anderem konnten die Internetbenutzer äußern, wie zufrieden sie mit dem Verein sind. Für Pittig ist die ISO-Norm "nach außen hin ein deutliches Zeichen für Seriosität und transparente, nachvollziehbare Abläufe." Sie helfe dem Verein, Vertrauen zu schaffen und soll den Sponsoren ein gutes Gefühl geben, wenn sie den FC Gütersloh fördern. "Wir haben das Projekt von Anfang an unterstützt und begleitet", sagt Jörg Siekmann vom Sponsor Melos. Das Siegel gilt allerdings nicht für die Ewigkeit. Jedes Jahr muss sich der Verein einem so genannten Wiederholungsaudit, also einer weiteren Überprüfung, unterziehen. Ähnlich wie bei einem Auto. "Man ist verpflichtet, kontinuierlich Verbesserungen nachzuweisen", erklärt Pittig. Wichtig sei es für den Verein, die Strukturen zu leben. Weiter dabei helfen wird Pittig, der als ehrenamtlicher "Qualitäts-Managementbeauftragter" die Prozesse begleitet.

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