0

Fußballtrainer Fritz Grösche mit 69 Jahren gestorben

Im OWL–Sport tiefe Spuren hinterlassen

25.10.2010 | Stand 25.10.2010, 11:11 Uhr
Fritz Grösche gestorben - © FUSSBALL
Fritz Grösche gestorben | © FUSSBALL

Gütersloh (kra/wot). Gedenkminute für Fritz Grösche im Heidewaldstadion vor dem gestrigen Westfalenligaspiel zwischen dem FC Gütersloh und dem TuS Dornberg. Wie passend – denn an dieser Stelle hatte der in der Nacht zu Sonntag im Alter von 69 Jahren verstorbene Fußballtrainer mit dem just gegründeten FC Gütersloh von 1978 bis 1980 auch seine ersten großen Erfolge gefeiert.

Zu diesem FCG zog es Fritz Grösche in seiner langen Karriere, die auch bei vielen anderen ostwestfälischen Klubs tiefe Spuren hinterlassen hat, immer wieder zurück. Zuletzt setzte sich der ehemalige Spieler von Westfalia Herne, der seine Mannschaften auf eine so unvergleichliche Art zu motivieren verstand, in der Saison 2004/05 für den Heidewaldklub ein, erst als Sportlicher Leiter, dann an der Seitenlinie, wo er sich am wohlsten fühlte.

Der Verlagsangestellte, der in der Saison 1982/83 den TuS Schloß Neuhaus in der 2. Bundesliga coachte, liebäugelte oft mit dem Sprung ins Profigeschäft. Entschieden hat sich der Familienmensch, der er auch war, aber für das Bodenständige, für die Arbeit in Ostwestfalen. Tief verbunden blieb er so dem Paderborner Fußball. Zuletzt zeichnete er hier in der Saison 1999/2000 für den Regionalliganeuling SCP verantwortlich.

Zuletzt in Wiedenbrück

Großen Anteil hatte der Gütersloher am Aufstieg des SC Verl. 1988 führte er den Sport-Club nach vielen vergeblichen Anläufen endlich in die Oberliga Westfalen. Ein Entwicklungssprung, der ihm an der Poststraße immer noch gedankt wird. Noch zweimal heuerte Grösche anschließend bei den Schwarz-Weißen an. 1991 verließ er sie, um mit Arminia Bielefeld "endlich die Nummer eins in Ostwestfalen", wie er sagte, zu übernehmen. 1999 sah der ehrgeizige Sportler in Paderborn bessere Chancen als in Verl, eine erfolgreiche Mannschaft nach seinen Vorstellungen von Offensiv-Fußball zu formen und auch selber voranzukommen.

Fritz Grösche prägte den Fußball in Gütersloh und Verl wie kein anderer Trainer. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Fritz Grösche prägte den Fußball in Gütersloh und Verl wie kein anderer Trainer. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Viel besser als Stationen und Erfolge beschreibt den Fußballtrainer Fritz Grösche, der zuletzt 2008 die 2. Mannschaft des SC Wiedenbrück in der Bezirksliga betreute, um noch einmal junge Sportler fördern zu können, eine private Episode.

Auf einem Schulfest seiner Tochter verfolgte er, gerade von einer schweren Krebsoperation genesen, wie einige Kinder und Erwachsene auf zwei schnell improvisierte Tore Fußball spielten. Fritz Grösche hielt es nicht mehr in seinem Sessel. Unversehens stand er am Rand des imaginären Feldes und begann die Spieler zu dirigieren, zu ermuntern und anzuspornen. Denn Fußball, dass war die Leidenschaft, und Trainer zu sein, die Berufung von Fritz Grösche.

Fritz Grösche, vielseitig interessiert und deshalb auch über den Sport hinaus ein angenehmer, kenntnisreicher Gesprächspartner hinterlässt Frau und Tochter.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group